OP-proActive: Software für OP-Management

OP-proActive: Software für OP-Management. Die gesundheitspolitischen Verände­rungen im deutschen Gesundheits­wesen beeinflussen in zunehmendem Umfang die ökonomischen Handlungs­ alternativen bestehender Einrichtun­gen. Insbesondere der Wettbewerb zwischen verschiedenen Krankenhäu­sern zwingt zu effizienterer Arbeitsweise und mobilisiert die wirtschaftlichen Reserven der Kliniken. Dem OP­Ma­nagement kommt im Rahmen einer prozessorientierten Versorgungsstrate­gie eine zentrale Bedeutung zu.

Die operative Versorgung eines Patienten im Krankenhaus ist der zentrale Behandlungsaspekt chirurgischer Therapie und gilt als entscheidender Teil der klinischen Wertschöpfungskette. Jedoch erweisen sich die komplexen, interdisziplinären und berufsgruppenübergreifenden Prozessabläufe mit zahlreichen Schnittstellen in der Praxis oft als störanfällig und gefährden die Produktivität dieses Kernbereiches medizinischer Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig entsteht auf Grund der hohen Personaldichte sowie der hoch technisierten Ausstattung in den OP-Bereichen der größte Kostenblock während des gesamten stationären Patientenaufenthalts.

Für das OP-Management steht die Verknüpfung struktureller und organisatorischer Dimensionen gemeinsam mit den medizinischen, patientenspezifischen Anforderungen im Zentrum der Aufgabenstellung. Das OP-Management bewegt sich hierbei im Spannungsfeld nachfolgend genannter Problembereiche:

  • OP-Programmplanung 
  • OP-Ablauf und -Prozesse 
  • Schnittstellen-Probleme 
  • Behandlungsqualität 
  • Personalauslastung 
  • Raumauslastung 
  • Bauliche Strukturen 
  • Limitiertes Budget 
  • Leistungsorientierung 
  • Fallzahlsteigerung 

Zur Sicherstellung eines optimalen Ressourceneinsatzes, effizienter Prozessabläufe und zur Wahrung der medizinischen Behandlungsqualität existiert mit OP-proActive eine leistungsfähige Software, die das OP-Management in der Planung und Steuerung des gesamten Betriebs unterstützt. OP-proActive ermöglicht durch seine web-basierte Benutzerschnittstelle die Übernahme und Verwaltung (besonders Datenpflege und Maintenance) aller notwendigen Daten durch das OP-Management.

Der Zugriff auf diese erfolgt somit vollständig plattformunabhängig und ist über jeden Standardbrowser verfügbar.

Durch statistische Analysen und Auswertung der historischen Daten aus der OP-Planung und dem OP-Betrieb kann in einem ersten Schritt ein datenbasierter Diskussionsbeitrag generiert werden. Die eigentliche Stärke liegt in der Kommunikation und Visualisierung der Ergebnisse aus der prospektiven Simulation. Für das OP-Management ergeben sich signifikante Verbesserungspotentiale hinsichtlich eines verbesserten, prozessorientierten Untersuchung des Arbeitsablaufes im OP. Der Ansatz bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Weiterentwicklung der Planung und Koordination des täglichen OP-Betriebes. Es können künftig z. B. durch den Einsatz innovativer mobiler Informationstechnologien (z. B. RFID) „dynamische Störungen“ im Tagesablauf eines OP-Bereiches bewältigt und optimale Versorgungsstrategien für die verschiedenen Fragestellungen einzelner OP-Bereiche entwickelt werden.

Innovation durch die Vernetzung von Methoden

Die Analyse, Modellierung und Simulation von Prozessen komplexer Szenarien im Krankenhaus- und OP-Bereich wird schon seit mehreren Jahren postuliert. Die wissenschaftlichen Disziplinen und Umsetzungen in der Praxis konzentrierten sich hauptsächlich auf die Anwendung bekannter Methoden und Werkzeuge ihrer jeweiligen Arbeitsgebiete. Die Verknüpfung mit anderen Bereichen oder Methoden anderer Disziplinen erfolgte eher selten. So berücksichtigten bisherige Studien nicht explizit den Einfluss der baulichen Infrastruktur auf die OP-Performanz. Geplante Neubauten könnten somit langfristig negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des gesamten Krankenhauses haben. In OP-proActive können explizit zahlreiche Prozessvarianten der OP-Abläufe unter unterschiedlichen baulichen Gegebenheiten in der realen OP-Umgebung einander gegenübergestellt werden. Hieraus leiten sich optimale Gestaltungsrichtlinien für den OP ab.

In bisherigen Projekten und Studien fehlen in der Regel Angaben über Kosten der Umsetzung neuer Versorgungsstrategien und deren Auswirkungen auf die Patientensicherheit. Ferner wurden meist Prozessumgestaltungen vorgenommen, die mit homogenen, standardisierten OP-Typen (z. B. Gallen- bzw. Leistenhernienoperationen) evaluiert wurden. Die Auswirkungen in praxisrelevanten, heterogenen OP-Umgebungen bleiben somit weiterhin intransparent und die Umsetzung der Konzepte und Strategien kostenintensiv.

Mit OP-proActive wurde auf Basis eines interdisziplinären Forschungsansatzes (Medizin, Informatik und Betriebswirtschaft) eine Software realisiert, welche ohne direkte Eingriffe in den realen OP-Ablauf Umstrukturierungen, Ablaufunsicherheiten oder Notfallszenarien verwalten und simulieren kann. Standardisierte Schnittstellen (z. B. zu Standard-Office Programmen) erlauben die flexible Anbindung bereits vorhandener OP-Dokumentations- und Krankenhausinformationssysteme (KIS). Somit ist die Adaption an unterschiedliche Krankenhausumgebungen möglich. Des Weiteren ermöglicht durch eine Anbindung an bestehende KIS die schnelle und kostengünstige quantitative Analyse und Optimierung von Prozessdurchlaufzeiten und Ressourcenauslastungen.

Integrierte Entscheidungs­unterstützung

Die Software bietet durch realitätsnahe Modellierung und Simulation der OP-Umgebung eine integrierte Entscheidungsunterstützung für effektives OP-Management. Die Adaption und Entwicklung spezifischer OP-Modelle für verschiedene Versorgungseinrichtungen (d. h. Krankenhäuser bzw. OP-Bereiche unterschiedlicher Kapazitäten) sichert die universelle Verwendungsmöglichkeit der Software. Ein praktisch relevantes Anwendungsszenario ist die Möglichkeit, eigene Leistungsziele festzulegen und die prospektiv generierten Lösungsalternativen zu bewerten. Durch den Einsatz der Software können „dynamische Störungen“ im Tagesablauf eines OP-Bereiches bewältigt und innerhalb kurzer Zeit optimale Versorgungsstrategien hinsichtlich der Ressourcennutzung entwickelt werden.

OP-proActive umfasst auf der Basis interdisziplinärer und wissenschaftlicher Methoden simulationsbasierte Planungs- und Steuerungsansätze. Der Erfolg der Methode wird durch eine strukturierte Vorgehensweise gewährleistet, welche in den folgenden Schritten durch OP-proActive unterstützt wird:

Analyse

  • von medizinischen Behandlungsmustern 
  • von bestehenden Planungsheuristiken 
  • der Ressourcenauslastungen 

Optimierung

  • durch Szenarioanalysen 
  • durch Sollwertfestlegung 
  • der Programmplanung 

Handlungsempfehlungen

  • für die Ausschöpfung von Verbesserungspotentialen
  • für die Verbesserung des Patienten-Pathways anhand ökonomischer Bewertungen 
  • auf Basis prognostizierter Erlösentwicklungen

Für das Krankenhausmanagement werden die Auswirkungen von taktischen (z. B. neue chirurgische Disziplinen oder Therapien) und strategischen Planungsänderungen (z. B. andere Raumkonzepte) auf die Ablaufperformanz und damit den ökonomischen Wertschöpfungsbeitrag des OP-Bereichs nachvollziehbar. Die Software OP-proActive (http://www.op-proactive.de) geht einen innovativen Weg beim Einsatz computergestützter Simulation für das Management. Es werden neue Möglichkeiten für das Krankenhausmanagement erschlossen, die zentralen Leistungsprozesse eines Hauses wirtschaftlich zu verbessern.

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