Klinikum senkt Energieverbrauch dauerhaft und wirkt lokal gegen globale Klimaerwärmung

Engagement spart 340.000 Euro jährlich und bringt zweite Auszeichnung für Klimaschutz

  • v.l.n.r. Tim Grabowski (MA Techn. Abt.), Markus Kimmeskamp (stellv. TL), Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der GF der Märkische Gesundheitsholding GmbH & Co. KG, Christoph Wippermann, (BUND), Annegret Dickhoff (BUND)v.l.n.r. Tim Grabowski (MA Techn. Abt.), Markus Kimmeskamp (stellv. TL), Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der GF der Märkische Gesundheitsholding GmbH & Co. KG, Christoph Wippermann, (BUND), Annegret Dickhoff (BUND)

Licht aus, Strom gespart! Ganz so einfach ist es dann doch nicht und es würde auch nicht ausreichen, um vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) zum zweiten Mal die begehrte Auszeichnung „Energie sparendes Krankenhaus“ überreicht zu bekommen.

Wie umfangreich das Klinikum Lüdenscheid Energieeinsparungen realisiert hat, erklärte Tim Grabowski, Mitarbeiter der Technischen Abteilung im Rahmen der offiziellen Verleihung des BUND-Gütesiegels. Als eines von nur 46 Häusern bundesweit darf das Klinikum Lüdenscheid das Siegel in diesem Jahr wieder für sein besonderes Engagement im Bereich Klimaschutz entgegennehmen. Bereits 2011 gelang die erste Zertifizierung, weil das Haus bis dato bereits ein Viertel seiner klimaschädlichen Emissionen gesenkt hatte. Eine erneute Begutachtung der Energieverbrauchswerte durch den BUND und die Energieagentur NRW ergab, dass der Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) um weitere 35,4 Prozent gesenkt worden war. Das entspricht über 8.200 Tonnen beziehungsweise dem CO2-Fußabdruck von mehr als 800 Personen in Deutschland. Die Freude über die erneute Verleihung der Urkunde durch die Projektleiterin beim BUND, Annegret Dickhoff, war bei allen Beteiligten groß.

Voraussetzung für die Vergabe des Gütesiegels ist die Erfüllung von verschiedenen BUND-Kriterien. Das Lüdenscheider Haus hat in den Bereichen Wärmetechnik/Elektrotechnik, Energiemanagement, Raumlufttechnik und Beleuchtung Energiesparmaßnahmen umgesetzt. So hat es ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) etabliert. Mit einer elektrischen Leistung von 1.180 Kilowatt (kW) wird das Bettenhaus und damit knapp 900 stationäre Patienten mit Strom versorgt. Die thermische Leistung von 830 kW dient der Erzeugung von Heizungswarmwasser. Außerdem wird noch 330 kW thermische Leistung für die Erzeugung von Hochdruckdampf genutzt, um die Klinik sowie die angeschlossene Wäscherei und Sterilisation zu bedienen. Die Häuser 1 bis 5 erhielten für ihre über 7.700 Quadratmeter Dachfläche eine Zwischensparrendämmung. Das senkt dauerhaft den Wärmeverlust und spart Energie.

In einem Haus der Zentralversorgung ist Kälte als Versorgungsmedium nötig, die in Operationssälen, Untersuchungsräumen, Intensivstationen und andere Bereichen genutzt wird.

Dazu hat das Klinikum eine notwendige Sanierung der Kühltürme realisiert.

Die Einrichtung installierte ein Wärmerückgewinnungsaggregat in die zentrale Raumlufttechnikanlage. So kann die energetisch aufwendig erzeugte Wärme zum großen Teil „recycelt“ werden. Eine Besonderheit am Hauptgebäude sind die Sonnenschutzpanele mit Solarzellen. Auch dies mindert den Bedarf an fossilen Energieträgern.

Die aufgeführten Maßnahmen senkten den Energiebedarf zwischen 2011 und 2016 um mehr als 4,7 Millionen Kilowattstunden (kWh). Mit dieser eingesparten Energiemenge könnten umgerechnet über 5.300 Jahre TV geschaut werden. Seit Beginn der Optimierung im Jahr 2006 werden pro Patientenbett 2.230 kWh weniger Wärme und 1.960 kWh weniger Strom im Jahr benötigt. Der Strombedarf entspricht dem eines Einpersonenhaushalts.

Trotz dieser guten Bilanz arbeitet das Team der Technischen Abteilung des Klinikums Lüdenscheid bereits fleißig an neuen Ideen. Geplant ist unter anderem die Etablierung von Elektromobilität für den Fuhrpark. Überkapazitäten aus dem BHKW könnten zukünftig zum Laden von E-Fahrzeuge genutzt werden. Auch stehen der Bau von Photovoltaik-Anlagen auf den Dachflächen sowie die Umstellung der LED Beleuchtung bei den Außenanlagen an.

All diese Maßnahmen sind sehr wichtig, weil sie Einfluss auf den Ausstoß von Treibhausgasen haben. Deutschland leidet derzeit unter einem sehr warmen und trockenen Sommer, der durch den Klimawandel beeinflusst wird.
Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sagte dem Tagesspiegel, dass durch sofortige Nullemissionen die globale Erwärmung weitestgehend gestoppt werden könne: „Wenn es nicht mehr wärmer wird, dann wird die Zahl der Hitzewellen auch nicht weiter zunehmen.“ Das Klinikum Lüdenscheid ist nach Meinung des BUND ein vorbildliches Unternehmen, das klimarelevante CO2-Emissionen vermeidet und damit globale Hitzerekorde lokal bekämpft.

Kontaktieren

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin
Telefon: +49 30 27586 40
Telefax: +49 30 27586 440
Klinikum Lüdenscheid
Paulmannshöher Str. 14
58515 Lüdenscheid

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