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Energie sparendes Krankenhaus: Klinikum Konstanz erhält Gütesiegel vom BUND

04.06.2011 -

Energie sparendes Krankenhaus: Klinikum Konstanz erhält Gütesiegel vom BUND. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) hat das Klinikum Konstanz mit dem Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ ausgezeichnet. In einer Festveranstaltung hat die Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg Dr. Brigitte Dahlbender die Anstrengungen des Klinikums für den Klimaschutz gewürdigt und stellvertretend für die Mitarbeiter des Klinikums den Direktoren Prof. Gert Müller-Esch und Martin Stuke das Gütesiegel übergeben. Das Klinikum Konstanz ist ein Krankenhaus der Zentralversorgung, in dem jährlich mehr als 17.000 Patienten stationär versorgt werden.

Über 120.000 € spart das Klinikum nun jährlich an Energiekosten, erläuterte Martin Stuke. Seit 2003 in- vestierte die Spitalstiftung 48 Mio. € für Neubauten und Sanierungen der 17 Gebäude auf dem Klinikgelände. Das Land Baden-Württemberg stellte davon 20 Mio. € als Investitionsmittel zur Verfügung. So war es u. a. möglich, die Haus- und Versorgungstechnik sowie die Gebäudesubstanz auf dem neuesten, auch Klima schonenden Standard zu bringen.

Das Klinikum Konstanz hat den CO 2 -Ausstoß um 25 % reduziert. Das entspricht einer Vermeidung von 1.600 t CO 2 jährlich. Dies ließ sich nur erreichen, weil das Klinikum während umfangreicher Sanierungs- und Umbauarbeiten die Einsparungen im Energieverbrauch stets im Blick hatte. Diese, so Stuke, seien nicht nur dem Spardruck, dem Krankenhäuser ausgesetzt sind, geschuldet. Das Klinikum wolle nachhaltig handeln und für die Gesundheit der Konstanzer wirken – nicht erst, wenn sie als Patienten im Haus behandelt werden. Durch die erzielten Einsparungen im Energieverbrauch trägt das Klinikum auch zur Feinstaubreduzierung in der Stadt bei. Bürgermeister Claus Boldt nahm diesen Aspekt auf und machte das Bemühen der Stadt, in ihren Einrichtungen eine Vorbildrolle im Klimaschutz einzunehmen, anschaulich. „Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind Themen, die unsere Stadt zentral bewegen und insbesondere unser im Januar vom Gemeinderat verabschiedetes Stadtentwicklungsprogramm „Zukunft Konstanz 2020“ wesentlich mitbestimmen. Die Einsparung und der effiziente Gebrauch von Energie, eine erweiterte Energieberatung und schließlich die Förderung regenerativer Energien sind dabei unsere zentralen Aktionsfelder“, so der Bürgermeister.

Engagement in zahlreichen Bereichen

Der Amtschef des baden-württembergischen Umweltministeriums Bernhard Bauer würdigte das beispielhafte Engagement des Klinikums: „Beim Klimaschutz brauchen wir tatkräftige Partner wie das Klinikum Konstanz. Ich hoffe, dass das Engagement und die erzielten Erfolge weitere Krankenhäuser im Land ermutigt und Nachahmer findet.“ Durch die verbesserte Energieeffizienz werde ein nachhaltiger Beitrag zur Senkung der Betriebskosten des Klinikums wie auch zum Klimaschutz geleistet. „Ökonomie und Ökologie gehen Hand in Hand“, so Ministerialdirektor Bauer.

Die Verantwortlichen des Klinikums Konstanz haben mit viel Engagement und großem technischem Sachverstand verschiedenste Maßnahmen umgesetzt. So sorgt nun ein Blockheizkraftwerk für die Bereitstellung von Strom als auch für die Versorgung mit Wärme. Die Auslastung der Anlage ist so optimal wie in fast keiner anderen Gesundheitseinrichtung. Durch die gute Taktung läuft die Anlage störungsarm und hocheffizient.

In allen Gebäuden wurde zudem eine effiziente Beleuchtung installiert. Mit dem neu errichteten Pflegeheim wurde sogar ein Passivhaus realisiert. Über zwei Photovoltaikanlagen ist es der Einrichtung möglich, Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. Damit arbeitet das Haus wirtschaftlich und sorgt nachhaltig für die Stadt Konstanz.

Auch die neue Klinikküche trägt deutlich zur Energieeinsparung bei. Der Verbrauch in der Küche sankt um 30 %. Andere kleinere Maßnahmen wie die Dachbegrünung unterstützen die umfassenden baulichen Änderungen. Schon seit 1990 setzt sich die Technische Abteilung verstärkt für die Reduktion des Wasserverbrauchs in der Klinik ein. Hier spart die Einrichtung seitdem mehr als 55 % kostbares Trinkwasser ein. Seit dieser Zeit wird auch umfassend das Abfallmanagement umgesetzt.

Die Sanierungsmaßnahmen

Während der rund vierjährigen Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude, das im Jahr 1972 errichtet worden war, wurden umfangreiche Maßnahmen getroffen, die den Energieverbrauch einschränken und damit Kosten einsparen. Allein für den Gebäudebestand benötigt eine Klinik zwei Drittel des gesamten Energieverbrauchs. So wurde z. B. der gesamte Pflegetrakt einschließlich der Fenster wärmegedämmt, was den Energiebedarf drastisch senkt. Die elektrischen Leuchten erhielten elektronische Vorschaltgeräte, die den Stromverbrauch reduzieren, alle Heizungen haben Thermostatventile.

Vor allem am Herzstück der Energieversorgung wurde kräftig gearbeitet: 2006 wurde die neue Energiezentrale in Betrieb genommen, die 800 Einfamilienhäuser beheizen und mit Strom versorgen könnte. Dank modernem Blockheizkraftwerk mit einer Kopplung von Strom-, Wärme- und Kälteproduktion können alle Gebäude auf dem Klinikgelände mit dem versorgt werden, was sie benötigen. Parallel liefen und laufen Aktionen, um die Verbraucher weiter zum Energiesparen anzuhalten.

Auch das Haus der Spitalstiftung ist streng nach Gesichtspunkten des Klimaschutzes saniert worden; so befinden sich z. B. auf dessen Dach 400 qm Solarzellen zur Stromproduktion.

Die Energie-Auszeichnung

Das BUND-Gütesiegel wird seit 2001 verliehen – bisher bundesweit an 24 Krankenhäuser. In Baden-Württemberg ist das Klinikum Konstanz das vierte Krankenhaus, das diese Auszeichnung erhält. Das Gütesiegel geht an Krankenhäuser, die sich in besonderer Weise für Energieeffizienz und Klimaschutz im Hause engagieren. Es zeigt, wie intelligente Lösungen den Energiebedarf drastisch reduzieren, effiziente Energieumwandlungen erreichen und den Einsatz erneuerbarer Energien vorantreiben. Die ausgezeichneten Krankenhäuser stehen für Best-practice-Beispiele, da sie im besten Sinne ökonomisches und ökologisches Handeln in Dienstleistungsunternehmen praktizieren.

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