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Seniorenzentrum St. Anna und Wolfhard: neues Brandschutz-System

28.12.2011 -

Seniorenzentrum St. Anna und Wolfhard: neues Brandschutz-System. Aktuelle Untersuchungen haben ergeben: Alle sieben Tage brennt es in deutschen Altenheimen. Dabei sind es vor allem glühende Zigaretten, die zu den mitunter verheerenden Bränden führen: Scheinbar rüstige Rentner schlafen, die Zigarette in der Hand, im Ohrensessel ein und verursachen dadurch eine veritable Katastrophe. Aber auch brennende Kerzen oder alte, implodierende Fernseher sind erstaunlich häufig Ursache von Bränden in Seniorenresidenzen.

Flächendeckende Überwachung wichtig

Da bei den traurigen Ereignissen immer wieder Bewohner und Pflegepersonal schwer verletzt werden oder gar zu Tode kommen, ist es gerade in Altenstiften von immenser Wichtigkeit, Brände frühzeitig zu entdecken und weiterzumelden. Denn die Folgen eines Brandes sind immer dann am geringsten, wenn ein Feuer schon in der Entstehungsphase erkannt wird und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass bei älteren Menschen die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit oftmals eingeschränkt ist. Mögliche Gefahren bei einem Brand werden häufig nicht wahrgenommen oder es wird falsch oder gar nicht darauf reagiert. Um dem entgegenzuwirken, ist die Installation einer ausgereiften automatischen Brandmeldeanlage unerlässlich. Mehr noch: Die flächendeckende Überwachung mit Brandmeldern in jedem Bewohnerzimmer und einer Aufschaltung zur Einsatzleitstelle der Feuerwehr ist in Altenpflegeheimen sogar überlebenswichtig. Denn nur so kann bei einem Brand der Schutz der Bewohner auch sichergestellt werden.

Immer den Menschen im Blickfeld

Die CAB Caritas Augsburg ist erfahren im Umgang mit alten und pflegebedürftigen Menschen. Innerhalb der Diözese Augsburg befinden sich derzeit zehn Altenhilfeeinrichtungen in ihrer Betriebsträgerschaft, mit aktuell insgesamt 1.100 Plätzen für zumeist pflegebedürftige Senioren. Erst kürzlich wurde nach insgesamt zweieinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit ein neues Pflegezentrum in Lechhausen bei Augsburg eröffnet: Das Seniorenzentrum St. Anna und Wolfhard. Die im Mai 2007 bezogene Anlage, nach dem Konzept der „Lebenswelt“ gestaltet, verfügt über insgesamt 120 behindertengerecht ausgestattete Plätze. „Lebenswelt“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass durch die Änderung herkömmlicher Pflegeabläufe und die Einführung spezifischer Betreuungsformen mit so genannten Präsenzkräften, ein Zuwachs an Lebensqualität für die Bewohner erreicht werden soll. Unterstützt durch spezielle bauliche Maßnahmen sollen die Bewohner ihre bisherigen Lebensgewohnheiten, so gut es geht, weiterführen können – trotz der veränderten Lebenssituation in einer Pflegeeinrichtung.

Brandschutzkonzept vom Experten

Um auf den unerwünschten, aber nie auszuschließenden Fall eines unkontrollierten Feuers bestmöglich reagieren zu können, wurde auch für den Brandschutz ein umfassendes Konzept erstellt. Dazu gehören jederzeit benutzbare Rettungswege, im Vorfeld durchgeplante Evakuierungsszenarien sowie die regelmäßige Unterrichtung der Bewohner und des Personals über brandschutzgerechtes Verhalten. Kernstück des Brandschutzkonzeptes ist unter anderem die Brandmeldeanlage. Gemeinsam mit den Spezialisten der Firma Lindmair Kommunikation und Sicherheit hat der Caritas-Verband der Diözese Augsburg ein Brandschutzkonzept entwickelt, das den speziellen Anforderungen eines Altenheims gerecht wird. Das nach DIN EN ISO 9001 und DIN 14675 zertifizierte Unternehmen, das umfassende Erfahrungen in der Installation, Anpassung und Erweiterung neuer und vorhandener Brandmeldeanlagen in Seniorenheimen hat, empfahl den Betreibern dabei eine Anlage von Notifier. Dieses zur internationalen Honeywell- Gruppe gehörende Unternehmen aus Ratingen bei Düsseldorf ist einer der weltweit größten Anbieter von Brandschutzsystemen. Dazu Firmeninhaber Klaus Lindmair: „Wir setzen schon seit Jahren Brandmeldesysteme von Notifier ein und schätzen die absolut zuverlässige Technik der innovativen Produkte.“

Ein maßgeschneidertes Konzept

Dreh- und Angelpunkt der Steuerung ist eine Ringbusanlage mit einer Brandmelderzentrale des Typs NF 3000. Sie ist einfach zu bedienen und kann im alltäglichen Gebrauch von großem Vorteil sein. Sollte ein Melder einmal defekt sein, so kann dieser ohne große Mühe beispielsweise vom Haustechniker ausgetauscht werden. Da die Melder mittels eines Drehschalters kodiert werden, kann ein defekter Melder ohne weiteres durch einen neuen ersetzt werden. „Man tauscht einfach alt gegen neu – einzig die Kodierung muss angepasst werden. Ein einfaches, aber sehr gutes Konzept“, findet der Sicherheitstechniker Lindmair. Insgesamt wurden in dem Seniorenzentrum 380 dieser Brandmelder verbaut. Darunter optische Rauchmelder vom Typ SDX-751 EM und Mehrsensorrauchmelder SDX-751 TEM. Die Melder lassen sich ideal mit der Ringbusanlage vernetzen und helfen, wie im Fall des Mehrsensorrauchmelders, Täuschungsalarme durch Wasserdämpfe, Stäube oder ähnliches, weitestgehend zu unterbinden. Die Einrichtungsleiterin Petra Zimmermann bestätigt, wie wichtig der Einbau einer Brandmeldeanlage ist. Bereits einige Wochen nach dem Einzug in die neue Einrichtung gab es zweimal Feueralarm: beim ersten Mal ausgelöst durch einen defekten Toaster, beim zweiten Mal war eine schmelzende Besteckschublade aus Plastik, die auf eine noch heiße Herdplatte gestellt wurde, schuld. Dank des neuen Brandmeldesystems blieb ein Schaden aus.

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