Junge Ärzte und Pflegende fordern bessere Arbeitsbedingungen

Junge Ärzte und Pflegende leiden unter hoher Arbeitsverdichtung, ökonomischem Druck, Personalmangel und bürokratischer Reglementierung. Das hat eine von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) initiierte Befragung von jungem Pflegepersonal und Ärzten in Krankenhäusern ergeben. Durchgeführt wurde die Studie vom Competenzzentrum Epidemiologie und Versorgungsforschung bei Pflegeberufen (CVcare) am Universitätsklinikum Hamburg- Eppendorf (UKE) in Kooperation mit verschiedenen Berufsverbänden, u.a. mit dem Marburger Bund.

Der Befragung zufolge nehmen 225 der jungen Ärzte mindestens einmal pro Monat stressbedingt Medikamente ein, mehr als die Hälfte sieht in der eigenen Überbeanspruchung die Gefahr eines Burnouts. 84% der jungen Ärzte und 82% der Pflegenden beklagen einen zu großen Einfluss der Ökonomie auf fachliche Entscheidungen. „Wir jungen Ärzte wollen schlechte Arbeitsbedingungen nicht länger hinnehmen, weil sie uns persönlich schaden und die Versorgung der Patienten gefährden. Die Ergebnisse der Befragung sind eine klare Aufforderung an die Verantwortlichen in Politik, Krankenhäusern und Krankenkassen: Sorgt endlich dafür, dass wir vernünftig arbeiten können“, kommentierte Andreas Hammerschmidt, Vorsitzender des Sprecherrates der jungen Ärzte im Marburger Bund, die BGW-Studie, an der sich rund 1.000 junge Ärzte und Pflegekräfte beteiligten.

Die Studie bestätigt Befunde aus den regelmäßigen Mitgliederbefragungen des Marburger Bundes. Im MB-Monitor 2017 hatten zwei Drittel der Krankenhausärzte erklärt, dass ihnen für die Behandlung ihrer Patienten nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Schuld daran ist auch die überbordende Bürokratie auf den Stationen, wie an der BGW-Befragung deutlich wird. Junge Ärzte sowie Pflegende sehen den prozentual höchsten Verbesserungsbedarf bei der Verringerung des Dokumentationsaufwands (88% der Ärzte und 83% der Pflegenden).
 

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