Von Digitalisierung bis Führung: Die 4 Trends in der Gesundheitswirtschaft 2020

  • Trends in der Gesundheitswirtschaft 2020 Foto: Shutterstock 91138313Trends in der Gesundheitswirtschaft 2020 Foto: Shutterstock 91138313

Die Digitalisierung mit all ihren Facetten: Sie bestimmt auch 2020 neben Kosteneinsparungen und Personalmangel wesentliche Trends im deutschen Gesundheitswesen – sowohl vor dem Hintergrund interner Maßnahmen und IT-Projekte als auch angesichts der immer weiterlaufenden allgemeinen Digitalisierung der Gesellschaft.

Innerhalb der eigenen Organisation ist entsprechende Initiative vor allem deshalb unumgänglich, damit künftig mehr denn je ein Klinikbetrieb gewährleistet werden kann, der qualitativ und unter Effizienzgesichtspunkten überzeugt. Dazu gehört z.B. auch ein professionelles digital unterstütztes Recruiting, um vakante Stellen möglichst schnell wieder zu besetzen. Ebenfalls gefordert sind Gesundheitseinrichtungen beim Schließen der noch zahlreichen Lücken im Zusammenspiel von Technik, Informationswesen und Kommunikation – Stichwort Seamless Healthcare. Auf Führungsebene gilt es weiterhin, verstärkt visionäre Leader mit dem richtigen Maß an Unternehmergeist zu gewinnen.

Qualität und Effizienz müssen weiter steigen
Kein unbedingt neuer Trend – und trotzdem ein Thema, welches die Gesundheitswirtschaft auch 2020 stark dominieren wird: Die generelle Anforderung nach einem Höchstmaß einerseits an Qualität, anderseits an Effizienz, und das im kaufmännisch-organisatorischen Bereich wie in der ärztlichen und pflegerischen Betreuung insbesondere vor dem Hintergrund eines immer geringeren finanziellen Spielraums. Treiber in Sachen Qualität sind dabei nicht nur diverse gesetzliche wie betriebswirtschaftliche Vorgaben, sondern z.B. auch die zunehmende Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit: Wie es um die Qualität einer Klinik in der Praxis steht, lässt sich heute in Form von Online-Bewertungen im Internet schnell ermitteln. Effizienzseitig besteht vielerorts generell hoher Nachholbedarf. Neben einer kontinuierlichen weiteren Optimierung von Prozessen und Abläufen werden vor allem digitale Lösungen ein Schlüssel sein, um gleichermaßen Qualität wie Effizienz zu steigern.

Fokus bei der Digitalisierung auf die Chancen richten
Speziell beim Thema Digitalisierung paart sich im Gesundheitswesen ein im Branchenvergleich nach wie vor niedriger Digitalisierungsgrad mit einem oft ebenso unterdurchschnittlich entwickelten digitalen Mindset bei Mitarbeitern und Führungskräften, meist ergänzt um reichlich Skepsis und Fokussierung auf mögliche Risiken.

Umso wichtiger wird es 2020 sein, den Blick auf die umfangreichen Chancen der Digitalisierung zu lenken. Das kann z.B. die Aussicht auf mehr Zeit und Raum für den einzelnen Patienten sein, wenn Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz Analyseaufgaben übernehmen und mit Behandlungs- und Therapieempfehlungen unterstützen oder wenn digitale Anwendungen Dokumentationspflichten vereinfachen. Auch viele unnötige oder doppelt erfolgte Untersuchungen und Behandlungen können durch eine konsequentere Digitalisierung vermieden werden. Ein professionelles Digital Recruiting kann vor allem dazu beitragen, vakante Stellen schneller zu besetzen – die gewichtigste Chance der Digitalisierung speziell für die Personalarbeit in Kliniken, wie eine 2018 von Rochus Mummert erhobene Studie zum Thema „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“ ergab. Abgesehen davon gilt es, bei Digitalisierungsmaßnahmen auch die weichen Faktoren zu stärken, etwa wie sehr Führungskräfte und leitende Ärzte die Chancen der Digitalisierung vorleben. Ebenso entscheidend ist es, Mitarbeiter bei konkreten Projekten mental abzuholen, ihnen empathisch zuzuhören und sie so persönlich für das Vorhaben zu gewinnen.

Eine Seamless Healthcare anstreben
In zahlreichen Kliniken sind die Bereiche IT-Infrastruktur, Informationswesen und Kommunikation nach wie vor ungenügend miteinander vernetzt. Vielerorts sind beispielsweise klinische Arbeitsplatzsysteme von einem Volleinsatz, der sich vom ärztlichen Dienst bis zur Pflege über alle Bereiche hinweg erstreckt, weit entfernt. Damit die Gesundheitswirtschaft der Zukunft gelingen kann, müssen Kliniken hier vermehrt investieren. Ziel muss es sein, eine Seamless Healthcare zu erreichen, in der IT, Informationswesen und Kommunikation im Sinne einer optimalen Informationslogistik nahtlos miteinander verbunden sind. In der Praxis bedeutet dies z.B., dass Ärzte über ein zentrales System sämtliche Informationen und Dokumentationen zu einem Patienten erarbeiten können, an Online-Konferenzen mit Kollegen teilnehmen oder ihren kompletten Arbeitsalltag managen. Als wichtiger Nebeneffekt entfällt nebenbei die Gefahr von Übertragungsfehlern aufgrund von Medienbrüchen. In Folge trägt eine Seamless Healthcare dazu bei, dass jeder Patient am richtigen Ort zur richtigen Zeit die richtige Behandlung erhält.

Es braucht Leader in den Führungspositionen
Angesichts einer zunehmend dynamischeren Wirtschaftswelt, verbunden mit einem umfassenden gesellschaftlichen Wandel, fordert das Jahr 2020 Gesundheitseinrichtungen auch auf Führungsebene weiterhin heraus. Statt verwaltender Manager sind in Kliniken und Pflegeeinrichtungen heute visionäre, gewinnende Leader mit unternehmerischem Geist und einem zeitgemäßen digitalen Mindset gefragt, die über angemessene Projektmanagementkompetenz verfügen. Eine der vorrangigen Aufgaben dieser Executives ist es, Veränderungen zu antizipieren – in den einzelnen Zielgruppen, auf dem Arbeitsmarkt, im Wettbewerb – und auf dieser Basis das eigene Haus mit Initiativen und Innovationen zu stärken. Das können z.B. auch neue und spannende Kooperationen mit Unternehmen und Instituten sein, die auch auf das Arbeitgeberimage der Klinik einzahlen. Nicht zuletzt sind Leader-Qualitäten wie Charisma und eine gewisse Begeisterungsfähigkeit auch wesentlich, wenn es um das Gelingen von konkreten Digitalisierungsvorhaben geht.

Kontaktieren

Rochus Mummert Healthcare Consulting GmbH
Rathenaustraße 12
30159 Hannover
Telefon: +49 511 6427062 65

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