Keimreduzierung in Kliniken durch Nanotechnologie

„Krankenhausinfektionen werden in den nächsten Jahrzehnten eine der häufigsten Todesursachen in entwickelten Staaten“ warnt Adi Parzl, Vorsitzender des Verein Deutscher Ingenieure (VDI)-Fachausschusses Keimreduzierung im klinischen Umfeld durch Nanotechnologie.

„Eine noch konsequentere Einhaltung bestehender Hygienevorschriften und der Einsatz innovativer keimreduzierender Technologien muss deshalb vorrangiges Ziel sein.“ Der VDI setzt sich daher für die Nutzung von Nanotechnologie zur Bekämpfung von Infektionen in Krankenhäusern ein. Zurzeit wird ein Statusreport erarbeitet, der die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Nanotechnologie aufzeigt.

Angesichts des bereits großen Ausmaßes des Problems müsse mit Nachdruck und großem Engagement an innovativen Strategien zur Bekämpfung von Krankenhausinfektionen gearbeitet werden. Die Dringlichkeit der Lage zeigt auch die Anwesenheit von Melanie Huml, Staatsministerin für Gesundheit und Pflege in Bayern, auf der aktuellen Sitzung des VDI-Fachausschusses.
Die Veranstaltung bot die Möglichkeit, einerseits Vorgehensweisen und Lösungsszenarien zu diskutieren und die Antibiotika-Strategie des Freistaates Bayern vorzustellen. „Der Schutz der Gesundheit der Menschen in Bayern ist eines meiner Hauptziele“, sagte Huml. „Antibiotika-resistente Keime sind weltweit zu einer Herausforderung für die medizinische Versorgung von Mensch und Tier geworden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass durch Hygienemaßnahmen die Weiterverbreitung der gefährlichen Keime so weit wie möglich verhindert wird. Ich begrüße es, dass sich der Fachausschuss der VDI-Gesellschaft Material Engineering (GME) mit Nanomaterialien zur Keimreduzierung im klinischen Umfeld beschäftigt.“

Der VDI-Fachausschuss der GME will mit seinen Aktivitäten unter Einbeziehung modernster Nanotechnologien aktiv zu einer Strategieentwicklung zur Keimreduzierung beitragen. Wände in Kliniken lassen sich beispielsweise mit Silber-Nanopartikeln beschichten, die ein Anhaften von Bakterien enorm reduzieren. Der VDI engagiert sich für die Überführung solcher nanotechnologischen Forschungsergebnisse in die industrielle und gesundheitsmedizinische Praxis durch Wissenstransfer, Standards und Öffentlichkeitsarbeit.

Im Hinblick auf die Keimreduzierung steht für den VDI vor allem die antimikrobielle Funktionalisierung von Oberflächen im Fokus.

Um die vielfältigen Wirkmechanismen und Einflussfaktoren zu erfassen und geeignete Strategien zur Reduzierung des Infektionsrisikos durch Keime abzuleiten, legt der Fachausschuss großen Wert auf eine interdisziplinäre Zusammensetzung. Daher engagieren sich Ingenieure, Mediziner, Physiker, Chemiker und Apotheker gemeinsam mit Vertretern von Krankenkassen und staatlichen Institutionen des Gesundheitswesens zur Lösung dieser Herausforderungen.

Der VDI-Statusreport „Keimreduzierung im klinischen Umfeld durch Nanotechnologie“ ist ab Dezember über den VDI erhältlich.

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