Leitfaden zur Handhygiene (1) von SF2H veröffentlicht

Renommierte französische Zeitschrift zur Hygiene in Krankenhäusern unterstreicht die Risiken von elektrischen Händetrocknern

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Leitfaden empfiehlt die Nutzung von Einweg-Papierhandtüchern als effektivste Methode des Händetrocknens mit der geringsten Verbreitung von Mikroorganismen.

Ein neuer, von der französischen Gesellschaft für Hygiene in Krankenhäusern, SF2H, veröffentlichter Leitfaden spricht sich deutlich gegen die Nutzung von elektrischen Händetrocknern in den Waschräumen von Krankenhäusern aus und empfiehlt stattdessen die Nutzung von Einweg-Papierhandtüchern als effektivste Methode des Händetrocknens mit der geringsten Verbreitung von Mikroorganismen.

Dieser neue Leitfaden, der von Frankreichs führender Gesellschaft im Gesundheitswesen, SF2H, veröffentlicht wurde (auf Deutsch lautet der Titel Handhygiene und -pflege – Auswahl, Nutzung und Vermarktung von Produkten), stellt die erste neue Orientierung zur Handhygiene seit vielen Jahren dar. Darin steht, dass eine gute Handhygiene bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens ausschlaggebend für das Verhindern von Infektionen und Übertragungen von Mikroorganismen in Krankenhäusern ist. Der Bericht wurde von 25 Experten auf dem Gebiet der Infektionskontrolle und Mikrobiologie geprüft und ist an alle gerichtet, deren Aufgabe es ist, eine optimale Hygiene zu fördern und die Verbreitung von Mikroorganismen zu begrenzen.

Zum Thema Händetrocknen wird in dem Bericht die aktuellste, von der SF2H geprüfte Literatur zitiert, darunter eine Reihe von Studien von Professor Mark Wilcox MD, beratender Mikrobiologe des Leeds Teaching Hospitals und der Universität Leeds im Vereinigten Königreich, und Keith Redway von der Universität Westminster. Diese Studien ergaben, dass elektrische Händetrockner sowohl die Luft als auch die Oberflächen in Waschräumen mit Bakterien und Viren kontaminieren. (i), (ii), (iii), (iv)

Zum neuen Leitfaden äußerte sich Prof. Frédéric Barbut, Mitglied of the Infection Control Unit at Hospital Saint-Antoine (AP-HP), wie folgt: „In diesem neuen Leitfaden von SF2H schlägt sich die aktuelle Forschung zur Handhygiene nieder.

Er ergänzt die Empfehlungen aus dem Jahr 2009. In Antwort auf eine häufig von Hygienefachkräften gestellte Frage und vor dem Hintergrund kürzlich veröffentlichter Studien sprechen sich die Autoren des Leitfadens gegen die Nutzung von Warmluft-Handtrocknern im Gesundheitswesen aus, da die Gefahr einer Kontamination von Luft und Oberflächen mit Bakterien und Viren besteht.“

SF2H, die französische Gesellschaft für Hygiene in Krankenhäusern, ist ein Mitglied des europäischen Netzwerks, das zum Schutz der Patienten das Verhindern von Infektionen fördert, und der International Federation of Infection Control (IFIC). Ihre Mitglieder sind Fachleute, die auf dem Gebiet der Hygieneförderung im Gesundheitswesen tätig sind und die Sicherheit und Qualität der Versorgung, Epidemiologie, Prävention und den Kampf gegen krankenhausbedingte Infektionen fördern. Zudem führt SF2H Bewertungen des Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins sowie Akkreditierungen und Risikomanagement auf dem Gebiet der krankenhausbedingten Infektionen durch.

Der neueste SF2H-Leitfaden bietet eine klare Orientierung für Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Frankreich sowie international“, erklärt Fanis Papakostas, Vorsitzender des ETS. „Wir freuen uns, dass die Forschung zu optimalen Methoden des Händetrocknens, die in den vergangenen Jahren von den Universitäten Leeds und Westminster durchgeführt wurde, zur Veröffentlichung dieses Leitfadens beigetragen hat. Die Ergebnisse dieser Studien haben wesentliche Auswirkungen auf die Wahl der Methode des Händetrocknens in den Waschräumen von Krankenhäusern. Aufgrund der höheren Anfälligkeit der Patienten für Infektionen und der stärkeren Verbreitung von potenziellen und/oder antibiotikaresistenten Krankheitserregern ist die Begrenzung der Verbreitung von Mikroorganismen dort von größter Wichtigkeit“

(1) Band XXVI - Nr. 1 - März 2018 Hygiène des mains et soins : du choix du produit à son utilisation et à sa promotion

(i) Microbiological comparison of hand drying methods: the potential for contamination of the environment, user and bystander (Mikrobiologischer Vergleich von Methoden des Händetrocknens: das Kontaminationspotential für Umwelt, Anwender und Anwesende).E.L. Best,1 P. Parnell,1 M.H. Wilcox 1,2 – Abteilung für Mikrobiologie, Old Medical School, Leeds General Infirmary, Leeds Teaching Hospitals NHS Trust1 & Universität Leeds,2 Leeds LS1 3EX, UK. Journal Hospital Infection 2014;88:199-206.

(ii) Comparison of different hand-drying methods: the potential for airborne microbe dispersal and contamination“ (Vergleich verschiedener Methoden des Händetrocknens: Verbreitungspotential für und Kontamination durch Mikroben in der Luft) von Keith Redway (Abteilung für Biomedizinische Wissenschaften, Fakultät für Wissenschaft und Technologie, Universität Westminster, London, Vereinigtes Königreich) und E.L. Best (Abteilung für Mikrobiologie, Old Medical School, Leeds General Infirmary, Leeds Teaching Hospitals NHS Trust, Leeds, Vereinigtes Königreich). Journal Hospital Infectection 2015;89:215-217.

(iii) Evaluation of the potential for virus dispersal during hand drying: a comparison of three methods (Bewertung der potentiellen Virusverbreitung beim Händetrocknen: Ein Vergleich dreier Methoden) P.T. Kimmitt und K.F. Redway. Abteilung für Biomedizinische Wissenschaften, Fakultät für Wissenschaft und Technologie, Universität Westminster, London, Vereinigtes Königreich. Journal of Applied Microbiology 120, 478--486 © 2015 The Society for Applied Microbiology

(iv) Die Pilotstudie hatte das Ziel, zu ermitteln, ob die Art des Händetrocknens Auswirkungen auf die mikrobielle Belastung in Waschräumen von Krankenhäusern hat M.H. Wilcox, E.L. Best, P. Parnell Microbiology, Leeds Teaching Hospitals NHS Trust & Universität Leeds, Leeds, UK Journal of Hospital infection 2017; 97 200-2003.

 

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