IT & Kommunikation

PACS-Lösungen: Bilder stehen schnell und in allen Formaten bereit

04.05.2012 -

Auch für PACS-Lösungen gelten die derzeit aktuellen Trends in der IT. So fügen sich die Systeme in Virtualisierungskonzepte ein und lassen sich einfacher sowie kostengünstiger nutzen.

Ein Archiv für alle Bilder

In der Vergangenheit wurde unter PACS (Picture Archiving and Communication System) üblicherweise ein Bildarchiv für die radiologischen Bereiche verstanden. Mit Etablierung des DICOM-Standards war es möglich, aus DICOM-fähigen bildgebenden Modalitäten und Systemen die Bilder in einem PACS zu bearbeiten und zu archivieren. Gefördert durch die kontinuierliche Weiterentwicklung von DICOM 3 bezieht sich PACS heute nicht mehr nur auf die Bilder in der Röntgenabteilung.

In Krankenhäusern fallen in vielen anderen Abteilungen (Endoskopie, Sonografie, Kardiologie, Pathologie etc.) Bilddaten unterschiedlicher Art (Videos, tiff-, jpg-, pdf- oder proprietäre Formate) an. So sind die Krankenhäuser bestrebt, alle anfallenden Bilddaten in einem Bildarchiv oder „Bildmanagementsystem" auf Dauer zu archivieren und den Nutzern zeit- und situationsgerecht einheitlich zu präsentieren. Somit werden heute vermehrt multimediale PACS seitens der Nutzer gefordert.

Zunehmend wird auch fürs Bildarchiv eine revisionssichere Archivierung diskutiert. Status: Die PACS-Hersteller stellen sich diesem Trend schon mehr oder weniger gut. Sie schlagen dabei unterschiedliche Wege ein: Entweder müssen Non-DICOM-Daten vor Speicherung ins DICOM-Format gewandelt werden, oder das Archiv kann bereits mit unterschiedlichen Datenformaten umgehen.

Virtualisierung statt „Blech"

Der Wunsch der IT-Abteilungen zur Vereinheitlichung ihrer Serverlandschaft macht auch vor PACS nicht Halt. Das ist gut so. Auch die zentralen Komponenten des PACS müssen virtualisiert werden und sich nahtlos in das IT-Gesamtkonzept der Einrichtungen integrieren. Dazu gehört neben der Server-Ausstattung auch eine Gesamtlösung für die Vereinheitlichung der Speicherkonzepte unterschiedlicher IT-Systeme, wie ein gemeinsames unternehmensweites SAN (Storage Area Network). Die Krankenhäuser erreichen mit diesen Konzepten eine hohe Flexibilität bei einer gleichzeitig einfacheren Administration sowie im Ergebnis mit relativ kostengünstigen Maßnahmen eine hohe Ausfallsicherheit.

Status: PACS-Hersteller haben auf diese Anforderung schon umfassend rea­giert und sind bereit, ihr System in die IT-Konzepte ihrer Kunden zu integrieren. Die Hardware-Komponenten können somit auch - u.U. kostengünstiger - vom Krankenhaus beschafft wer­den. Allerdings ist der Gesichtspunkt der Gesamtverantwortung für die IT-Systeme an dieser Stelle zu berücksichtigen.

Schnelligkeit in der Bedienung

„Time is money" - die Befundung muss schnell gehen, Organ- und/oder regionsbezogende Hängungen sollen einfach und effektiv nutzbar sein. Mit nur wenigen Klicks verschafft sich der Diagnostiker den Überblick und kann sofort die Befundung durchführen. Demonstra­tionen für Kliniker müssen nicht mehr aufwendig vorbereitet, sondern können durch wenige Aktivitäten unterstützt durch die Programmlogik weitgehend automatisiert für die unterschiedlichen Demos bereitgestellt werden.

Die häufig gebräuchlichen 3-D-Darstellungen in unterschiedlicher Ausprägung sind schnell abrufbar und werden immer häufiger vom jeweiligen PACS-Hersteller entwickelt und zur Verfügung gestellt. Sie sind somit an jeder Workstation nutzbar. Teure Lizenzen von Spezial-3-D-Herstellern sind nur noch für bestimmte Rekonstruktionen notwendig.

Usability

Die Bedienoberflächen auf den unterschiedlichen Workstations sind identisch, es gibt keine Unterschiede in der Bedienung mehr zwischen Befundungs-, Betrachtungs- oder Bildverteilungs-Software. Die ist besonders wichtig, damit der Radiologe den Kliniker ohne Umdenken führen und diesem die Therapie-relevanten Tatsachen eindeutig präsentieren kann. Überall finden sich dieselben Icons mit denselben Funktionalitäten, im Idealfall auch an der gleichen Position im Menü beziehungsweise auf dem Monitor. Damit wird Anwenderfreundlichkeit erreicht sowie eine Verkürzung und Vereinfachung des Schulungaufwandes.

Status: Viele PACS-Hersteller berücksichtigen diesen Wunsch in ihrem Design und den Programmierungen.

Kooperationen

Die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten ist im Umbruch. Es ist in den letzten Jahren in immer stärkerem Maße zu Outsourcing von Radiologien der Krankenhäuser gekommen. Außerdem bauen Krankenhäuser Ärztezentren auf oder beteiligen sich daran. In diesen interdisziplinären Einrichtungen erbringen die Radiologen alle radiologischen Dienstleistungen, die andere Disziplinen zeitnah zur Therapie nutzen können. Dabei werden u.U. auch die Untersuchungen von der Radiologie nur noch erbracht, aber in den anderen Praxen befundet.

Oft könnte man den Eindruck gewinnen, die Konstruktion dieser MZVs steht auf „tönernen Füßen". Die Konstellationen für die Zusammenarbeit, die Verträge und Absprachen sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. In relativ vielen Fällen wird die praxisübergreifende Kommunikation im Vorfeld konzeptionell nicht behandelt, sondern nachdem alle(s) etabliert sind, entsteht der Wunsch nach Datenaustausch; dann wird festgestellt, dass unterschiedliche Praxissysteme, ein KIS des Krankenhauses oder unterschiedliche PACS und sonstige IT-Systeme mehr oder weniger umständlich „zusammenzustöpseln" sind.

Status: Hierfür bieten die IT-System-Hersteller noch viel zu wenig Unterstützung an. Von standardisierten Lösungen kann keine Rede sein. Die notwendige Kommunikation ist oft nur möglich, wenn beim Datenschutz und der Mandantentrennung „alle Augen fest zugedrückt" bleiben.

Wirtschaftlichkeit

Einige PACS-Hersteller bieten neue Kostenmodelle als Alternative zum Kauf an, z.B. ASP (Application Service Providing) oder „Pay per Use", wobei abhängig von der Anzahl (der gespeicherten Untersuchungen pro Zeiteinheit) Gesamt-Pauschalen oder Pauschalen pro Untersuchung vereinbart werden. Der Vorteil für den Kunden ist, dass er sich weder um die Aktualisierung von Hardware und Betriebssystem noch um die Administration oder Erneuerung von Workstations kümmern muss.

Er bezahlt eine Monats-Pauschale und hat so ein kalkulierbares Budget. Leistungsinhalte und Umfang dieser Nutzungs-Pauschalen sind unterschiedlich. Von der reinen Archivierung für eine bestimmte Zeit bis zur Lieferung und zum Betrieb des gesamten PACS werden fast alle Stufen angeboten.

Status: Die angebotenen Kostenmodelle der Hersteller müssen in jedem Projekt detailliert geprüft werden, ob sie auch wirklich aus Kundensicht wirtschaftlich und vorteilhaft sind

 

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