Diagnostica-Industrie fordert Taten

Eine deutliche Verbesserung der Planungssicherheit für Unternehmen fordert der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) von der neuen Bundesregierung. Den guten Ansätzen des Koalitionsvertrags müssten nun Taten folgen, betonte der VDGH-Vorsitzende Dr. Jürgen Schulze. Insbesondere vom angekündigten schnelleren Marktzugang für Innovationen, dem Ausbau der Prävention sowie größeren individuellen Entscheidungsspielräumen für Krankenversicherte profitierten Versicherte, Patienten und Krankenkassen.

Unter den Schlagworten „Maßnahmen für ein gesünderes Deutschland" stellte der Medizinökonom Prof. Dr. Dipl.-Kfm. (FH) Rainer Riedel auf derselben Veranstaltung ein Modell zur Förderung der Krankheitsfrüherkennung und -vorbeugung vor. Der Direktor des Instituts für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung der Rheinischen Fachhochschule Köln fordert darin ein Bonusprogramm für Menschen, die sich regelmäßig an
Präventionsmaßnahmen beteiligen.

Der VDGH-Vorsitzende warnte vor einer einseitigen Weichenstellung in der Präventionspolitik. Es sei unzureichend, der Primärprävention, die die Menschen zu gesünderer Lebensweise anregen will, eine alleinige Priorität einzuräumen. Alle drei Säulen der Prävention, nämlich die Verhaltens- und Verhältnisänderungen, die Krankheitsfrüherkennung sowie die Therapieüberwachung und Rehabilitation, müssten das gleiche Gewicht haben.
Schulze forderte daher ein pragmatisches Vorgehen. Priorität bei der Umsetzung sollten jene Maßnahmen haben, deren medizinischer oder finanzieller Erfolg sich schnell und mit hoher Wahrscheinlichkeit einstellt. Er rät der Gesundheitspolitik im Zweifel zu kleinen, aber zielgerichteten Schritten, etwa die Aufklärung über die schon vorhandenen, aber zu selten genutzten Vorsorgeprogramme der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Schon die beiden letzten Regierungen hätten sich mit der Absicht verhoben, ein allumfassendes Präventionsgesetz zu verabschieden. Eine weitere Verzögerung könne sich die Gesellschaft jedoch nicht leisten.

Der VDGH, der die Hersteller von Reagenzien und Diagnosesystemen für das ärztliche Labor vertritt, fordert eine regelmäßige und bürokratische Prüfung, ob die Vorsorgeprogramme der GKV noch dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen.

Zudem appellierte der Verband an Kassen und Politik, den eigenständigen Wert von Selbstzahlerleistungen im Gesundheitswesen anzuerkennen und sie nicht allein deshalb zu kritisieren, weil sie noch nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Der mündige Patient müsse das Recht haben, sich nach ausführlicher, sachlicher Aufklärung für eine Selbstzahlerleistung, etwa einen zusätzlichen Labortest, zu entscheiden.

Prof. Dr. Rainer Riedel betonte, entscheidend für den medizinischen wie finanziellen Erfolg von Präventionsmaßnahmen sei, dass der Patient die Behandlungskonzepte unterstützt.

Hierfür seien Anreizsysteme nötig, wie sie teilweise schon in Disease-Managment-Programmen verwirklicht würden. Zur Stärkung der Sekundärprävention sollte die Labordiagnostik bei solchen Programmen oder in Behandlungsleitlinien angemessen berücksichtigt werden, betonte er. Denn nur ein informierter Patient, der gegebenenfalls anhand seiner Laborwerte erkennen kann, dass sich seine Therapietreue und seine Lebensstiländerung lohnen, bleibe motiviert.

 

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Verband der Diagnostica-Industrie e.V. VDGH
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10117 Berlin
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