Haema: Online-Anbindung von Blutmischwaagen an Blutbank-Software

Haema: Online-Anbindung von Blutmischwaagen an Blutbank-Software. Mit 13 modernen Blutspendezentren in ganz Deutschland ist die Haema Gruppe der größte unabhängige Blutspendedienst und wichtiger Teil des „Drei-Säulen- Models“ in Deutschland. Neben schlanken und effektiven Strukturen steht das junge Unternehmen mit Sitz in der Bio City Leipzig aber auch für Innovation und kompromisslose Weiterentwicklung von Prozessen. Unlängst wurde erst ein neues Projekt angegangen: Die Online- Anbindung von Blutmischwaagen an die Blutbank-Software. Damit trägt das Unternehmen den gestiegenen Anforderungen der Behörden und der Notwendigkeit einer voranschreitenden GMP-gemäßen Erfassung aller Herstellungsschritte bei der Produktion von Erythrozytenkonzentraten Rechnung. Ziel ist eine lückenlose Dokumentation der Vollblutentnahme.

Zur Online-Anbindung der Blutmischwaagen existieren derzeit bereits verschiedene Kommunikationssysteme. Dazu gehören u.a. das Auslesen mit Hilfe von Speicherkarten, kabelgebundene Mischwaagenlösungen und DECT-Funkverbindungen. Letzteres schien für die Verwendung in den Blutspendezentren am besten geeignet, denn die Vorteile lagen auf der Hand: Der DECT Standard bietet ein geschütztes Frequenzband und eine verschlüsselte Übertragung. Somit schien eine Online-Auswertung möglich. Mit einer technischen Reichweite von bis zu 100 m ist zudem eine freie Platzierung der Mischwaagen und des angeschlossenen PCs im Spendesaal möglich. Vor diesem Hintergrund schien es speziell auch für den mobilen Einsatz bei Außenabnahmen geeignet. Beim Test selbst kamen das CompoGuard Blutmischwaagensystem (Version 1.2.0.1) von Fresenius mit DECT-Fixed Part und die dazugehörige Donationmaster Net Software (Release 1.3.0.4) zum Einsatz. Parallel dazu lief eine Teststellung mit einer Mischwaage Docon von Maco- Pharma mit der Software Docon COM und dazugehöriger Docon- Network-Lösung. In der Praxis stellten sich verschiedene Probleme heraus. Die Funkverbindung brach häufig zusammen. Es traten Datenverluste auf. Die Aufarbeitung der Probleme war mit erhöhtem Arbeitsaufwand verbunden. Daten mussten zum Teil manuell nachgetragen, Mischwaagen wiederholt am Tag initialisiert werden. Letztendlich konnten die Probleme sehr schnell durch eine Weiterentwicklung der Betriebssoftware behoben werden.

Die Installation der neuen Software verlief komplikationslos. Ein Wechsel der internen Blutmischwaagen- Software war allerdings notwendig. Spendeprogramme, Barcodelisten oder anderen definierte Parameter standen jedoch nach der Aktualisierung der Software unverändert zur Verfügung. Der Feldtest mit der neuen Software- Version lief im Haema Blutspendezentrum Berlin-Marzahn über drei Monate. In diesem Zeitraum traten keine auffälligen Netzwerkprobleme oder damit verbundene Beeinträchtigungen in der Online-Auswertung auf. Alle Blutmischwaagen liefen sehr stabil im DECT-Netz. Der aktuelle Waagenstatus (Spende, Online, Offline) konnte jederzeit eingesehen werden. Die Online-Datenübernahme war fehlerfrei und die Performance sehr gut. Noch bis zum Ende dieses Jahres soll das System weiter auf Herz und Nieren geprüft werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Validierung wird das System in allen Haema Blutspendezentren eingesetzt werden. Damit ist dann gewährleistet, dass bei den ca. 150.000 Vollblutspenden im Jahr, die in den Haema Blutspendezentren abgenommen werden, die Qualität der Datenerfassung und -aufbereitung im Zusammenhang mit der Blutspende wesentlich verbessert wird. Insbesondere verringert sich der Anteil manueller Tätigkeiten und können somit weitere Fehlerquellen bei der Herstellung von Blutkonserven ausgeschlossen werden.

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