Deutschlandpremiere in der funktionellen Neurochirurgie

  • (oben) Abb. 1: Intraoperative Situation nach Montage der Stereotaxieplattform. Dr. Dirk Winkler bei der Platzierung von Mikroelektroden zur Ableitung von Signalen des Nc. subthalamicus als intraoperative Kontrolle der Elektrodenposition im Zielpunkt.  (un(oben) Abb. 1: Intraoperative Situation nach Montage der Stereotaxieplattform. Dr. Dirk Winkler bei der Platzierung von Mikroelektroden zur Ableitung von Signalen des Nc. subthalamicus als intraoperative Kontrolle der Elektrodenposition im Zielpunkt. (un

Deutschlandpremiere in der funktionellen Neurochirurgie. Die bilaterale simultane Hirnstimulation, insbesondere des Nc. subthalamicus, stellt hinsichtlich der positiven Beeinflussung der Kardinalsymptome Akinese, Tremor und Rigor, als auch hinsichtlich der damit zu erwartenden Reduktion sämtlicher Antiparkinsonmedikamente die derzeit zuverlässigste Alternative zur konservativen Therapie dar.

Ungeachtet der strengen Patientenselektion für diese Form der Therapie entsprechend gültiger Richtlinien sind die OP-Planung als auch -Realisierung entscheidend für den Erfolg des Eingriffs, wobei auch in der Gegenwart die Verwendung der Ventrikulographie, der CT- und MR-Diagnostik bzw. die Kombination aus den genannten Verfahren immer noch Gegenstand fachlicher Diskussion ist.
 Unstrittig ist die zur Durchführung der Tiefenhirnstimulation bisher genutzte rahmengestützte Stereotaxie, bei der ein stereotaktischer Rahmen, der vor der Bilderstellung auf dem Patientenkopf befestigt wird, Grundlage sämtlicher nachfolgender Berechnungen der stereotaktischen Koordinaten und der eigentlichen Operation ist.
Nachteile dieses Verfahrens sind die Belastungen für den Patienten, der während der Bilderstellung, der OP-Planung und der gesamten Operation fix mit dem sog. stereotaktischen Rahmen verbunden sein muss.
Hinzu kommt eine Vielzahl von einzelnen OP-Schritten, die der Operateur zu realisieren hat, um stereotaktischen Rahmen, Zielbügel- und Elektrodenvorschubsystem zu installieren.
Erstmals in Deutschland konnte nunmehr, nachdem bereits die FDA-Zulassung in den USA 2001 erteilt wurde, eine neuartige Technik der rahmenlosen Stereotaxie im Rahmen einer Tiefenhirnstimulation bei einer Patientin mit idiopathischem Parkinson angewandt werden.
 Bei dieser neuen Methode aus dem Haus FHC, Gewinner des „Medical Design Excellence Awards 2004“, Chemnitz, kommt der sog. „microTargeting Platform“ tragende Rolle zu.
 Voraussetzung ist hierbei die Implantation sog.

Knochenanker im Schädel des Patienten unter örtlicher Betäubung, sowie die Befestigung von Markerelementen.
Das dann erstellte CT wird gemeinsam mit den zur Planung verwandten MRT(T1w, T2w)-Daten zur eigentlichen Definition der geplanten Trajektorie genutzt, wobei spezielle Software-Optionen der microTargeting Platform Planning Software (z.B. Bildfusion, Surgeons Eye View, Multiple Track View) der optimierten dreidimensionalen Darstellung von Zielund Risikostrukturen dienen.
Via Internet erfolgt der Versand der Planungsdaten und die individuelle Fertigung einer minimierten stereotaktischen, ca. handtellergroßen Plattform, die genau dem vorher festgelegten Verlauf der Trajektorie Rechnung trägt und sämtliche weiteren Module der funktionellen, wie diagnostischen Stereotaxie aufnehmen kann.
 Der entscheidende Vorteil dieses Verfahrens besteht neben der erheblich reduzierten Belastung für den Patienten in einer weiteren Optimierung des operativen Ablaufs, da durch diese Form der Automation sämtliche Arbeitsschritte der Einjustierung von stereotaktischen Komponenten, entsprechend der jeweiligen Raumebenen, entfällt und etwaige Fehler bei der Einstellung von Eintritts- und Zielpunktkoordinaten ausgeschlossen werden können.
Insofern werden mit der Fertigung einer individuellen stereotaktischen Plattform diese Funktionen des Operateurs auf das verwendete Tool übertragen und der Operateur hinsichtlich seiner zu erbringenden manuellen Tätigkeit der Gerätejustierung entlastet.
 In der Konsequenz trägt dieses Verfahren entscheidend zu einer Erhöhung der Sicherheit für Patienten und Neurochirurgen bei und hilft, den Erfolg des nicht risikofreien Eingriffs bei weiterer Reduzierung des operativen Aufwands zu sichern.

Kontakt:
 Dr. Dirk Winkler
Universitätsklinikum Leipzig
Klinik für Neurochirurgie
 D-Leipzig
Tel.: 0341/9717500
Fax: 0341/9717509
 wind@medizin.uni-leipzig.de
 www.medizin.uni-leipzig.de

Co-Autoren:
Dr. Gero Strauss
Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten, Universität Leipzig 
Dr. Johannes Schwarz
Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universität Leipzig 
Prof. Dr. Jürgen Meixensberger
Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Universität Leipzig

 

Hersteller-Info:
FHC GmbH
Conny Reichel
Kaßbergstr. 24
09112 Chemnitz
Tel.: 0371/36769565
Fax: 0371/36769566
creichel@fh-co.com

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