Medizin & Technik

Prostata-Laser in der Asklepios Paulinen Klinik

26.08.2015 -

Die Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen ist in Wiesbaden jetzt mit einem Hightech-Laser möglich.

Mit dem kürzlich an der Asklepios Paulinen Klinik (APK) in Betrieb genommenen Prostata-Laser können jetzt auch große gutartige Prostataveränderungen schonend behandelt werden. Dabei werden Prostatadrüsen mit mehr als 80 g Gewicht nicht mehr wie bisher mit einem Laser verdampft, sondern die gutartige Gewebewucherung wird minimalinvasiv am Stück aus der Prostata entfernt. Das Risiko von gefährlichen Blutungen während und nach dem Eingriff reduziert sich signifikant. Zu Inkontinenz oder Impotenz kommt es nach der Operation so gut wie nicht mehr. Bereits nach zwei bis drei Tagen verlassen die meisten Patienten die Klinik und können wieder beschwerdefrei Wasserlassen.

Die Mehrzahl der Männer leiden im Laufe ihres Lebens an einer Vergrößerung der Prostata. Dies führt häufig zu unangenehmen Beschwerden beim Wasserlassen. Kleine Prostatadrüsen bis etwa 80 g können endoskopisch mit modernen elektrischen Methoden behandelt werden. Stark vergrößerte Prostatadrüsen werden jetzt in der APK mit hochmodernen Holmium- oder Thulium-Lasern therapiert. Bei der sog. HoLEP (Holmium-Laser-Enukleation der Prostata) wird die Prostata durch den über die Harnröhre eingeführten Laser ausgeschält. Danach wird das Gewebe zerkleinert, abgesaugt und zur Gewebeanalyse eingeschickt. So hat der Patient die maximale Sicherheit bei der Beurteilung, ob eventuell doch eine bösartige Veränderung vorliegt.

„Man muss sich den Eingriff bildlich wie das Ausschälen einer Apfelsine aus der Schale vorstellen. Die Wucherungen werden komplett entfernt, die Prostatakapsel bleibt vollständig erhalten. Die für die Erektion notwenigen Nerven, die außen auf der Prostatakapsel entlanglaufen, werden nicht tangiert. Auch das Risiko, den Schließmuskel zu verletzten, ist minimal. Inkontinenz wird so vermieden“, sagt Dr. Ralf Thiel, Chefarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie der APK. Die Lasertechniken sind allerdings nur für gutartige Prostatavergrößerung (Adenom) geeignet. Bei Prostatakrebs kommen andere Verfahren zur Anwendung.

Thiel und sein Team haben bisher rund 100 Patienten erfolgreich mit den neuen Methoden behandelt. Thiel, der in den USA ausgebildet wurde, verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen auf dem Gebiet der Prostatachirurgie bei gutartigen und bösartigen Erkrankungen und hat schon vor Jahren eines der ersten Prostatazentren Deutschlands gegründet. Interessant zu wissen: Der neue Holmium-Laser kann auch bei der endoskopischen Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt werden.

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