Medizin & Technik

Prothesensystem C-Leg schreibt einzigartige Erfolgsstory

25.08.2011 -

Das Prothesensystem C-Leg wurde zu seiner Markteinführung 1997 als revolutionäre Innovation gefeiert. Es setzte einen technologischen Standard und konnte diese Spitzenposition stolze 15 Jahre lang behaupten

Das Tempo in der medizintechnischen Forschung und Entwicklung hat sich rasant beschleunigt. Das C-Leg aber ist der Inbegriff des Fortschritts in der Prothetik geblieben - obwohl dies am Anfang noch lange nicht so aussah.

Der kanadische Ingenieur Kelly James präsentierte 1992 beim Weltkongress der ISPO (International Society for Prosthetics & Orthotics) in Chicago einen Prothesen-Protoypen, der bis dahin an vier Patienten getestet worden war. Der Name des Produkts lautete bereits wie heute. Das „C" steht für die Programmiersprache, in der die Software geschrieben ist. In deren Algorithmen stecken das Geheimnis und die Logik, mit der die Funktionalität des weltweit ersten vollständig mikroprozessor-gesteuerten Beinprothesensystems der Natur so bedeutend näher kommt.

Fünf Jahre Entwicklungszeit

Noch während der Kongress lief, schloss Prof. Hans Georg Näder, geschäftsführender Gesellschafter von Otto Bock, mit James eine Exklusiv-Vereinbarung. Für den Erfinder bedeutete diese Kooperation mit dem Weltmarktführer im Bereich der Technischen Orthopädie die Aussicht auf eine zügige Markteinführung. Der Erfinder Kelly James ging von zwei Jahren weiterer Entwicklungszeit aus.

Es wurden allerdings fünf Jahre. In Kongress-Protokollen der Forschungs- und Entwicklungs-Experten von Otto Bock wurden die Perspektiven der Prozessor-Technologie klar erkannt, aber auch einiger Verbesserungsbedarf.

Zum Beispiel sollte die Wartezeit vermieden werden, derer es damals noch bedurfte, das System auf das Treppabgehen in wechselnden Schritten umzustellen. Ferner stellte die Größe des außen angebrachten Akkus eine Herausforderung an die Miniaturisierung dar. Der Akku sollte im Rohradapter vollständig integrierbar sein. Wie stets, seit die Elektronik in Prothesen Einzug hielt, startete die Suche nach Lösungen für alltagsrelevante Akku-Laufzeiten. Sie liegen inzwischen bei circa 40 Stunden, abhängig davon, wie intensiv der Anwender unterwegs ist.

Nachfrage deutlich über den Prognosen

Mit 300 verkauften C-Legs pro Jahr meinte man bei Otto Bock HealthCare anfangs optimistisch zu kalkulieren. Nach 10 Jahren waren dagegen bereits 22.000 Versorgungen erfolgt. Heute sind es mehr als 40.000 - und immer wieder neue Verbesserungen an Funktionalität und Design halten die Technologieführerschaft aufrecht. 1999, im Jahr der Markteinführung in den USA, kam ein zweiter Einstellungs-Modus hinzu. Durch Wippen auf dem Fuß konnte zwischen den Voreinstellungen für Gehen und Radfahren oder zum Beispiel Inlineskaten umgeschaltet werden.

Ständige Verbesserungen

Die C-Leg-Technologie diente zunächst der Versorgung von Amputierten mit relativ hohen Ansprüchen an Mobilität. 2004 wurde das C-Leg compact in den Markt eingeführt, das auch Menschen hilft, die eher an den nachgewiesenen Sicherheitsvorteilen dieser Prothese interessiert sind als an intensiver Dynamik.

Im selben Jahr kamen zwei Neuentwicklungen der individuellen Anpassung des Systems an den Prothesenträger zugute. Die Feineinstellungen konnten nun per Laptop mit einer Bluetooth-Verbindung vorgenommen werden, also ohne Kabelverbindung, die das persönliche Gangbild unter Umständen verändern konnte.

Darüber hinaus kam eine neue Software zum Einsatz. C-Soft verbesserte die erforderlichen Justierungen und erleichterte dem Orthopädie-Techniker die Zusammenarbeit mit seinem Patienten.

 

Kontakt

Otto Bock HealthCare GmbH

Max-Näder-Str. 15
37115 Duderstadt

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