Homburger Zellforscher suchen neue Methoden für Epilepsie-Therapie

Knapp vier Millionen Euro Förderung

Wie funktioniert das Gehirn? Welche Methoden müssen Forscher beherrschen, um neue Therapieformen für Patienten entwickeln zu können?

Gemeinsam mit 16 Partnern aus sieben europäischen Ländern forscht das Centrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin (CIPMM) auf dem Uni-Campus
in Homburg künftig an der Identifizierung neuer Strategien zur Therapie von Epilepsie-Patienten. Die Projektkoordination des EU-Förderprojekts übernimmt Professor Frank Kirchhoff, Leiter der Abteilung Molekulare Physiologie.

Im Rahmen von „EU-GliaPhD“ wird die Rolle von Gliazellen in der Entstehung und Bekämpfung von neurologischen Erkrankungen untersucht. Gliazellen erfüllen im Gehirn neben den eigentlichen Nervenzellen wichtige Funktionen, die Wissenschaftler derzeit verstärkt erforschen. Die Forscher werden sich besonders auf die Aufklärung der molekularen und zellulären Mechanismen bei Entstehung und Verlauf der Epilepsie-Erkrankungen konzentrieren. Ziel ist es, neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln, die auch auf andere Erkrankungen des zentralen Nervensystems übertragbar sind.

Dem internationalen Forschungskonsortium aus Norwegen, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Deutschland gelang es, sich mit ihrer Projektidee gegen zahlreiche Bewerber durchzusetzen: Nur 26 von 395 Projekteinreichungen im Life Science-Bereich wurden von der Europäischen Kommission ausgewählt. Als „Innovatives Trainingsnetzwerk“ (ITN) bietet das Projekt europäischen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, neben ihrer Promotion über die
beteiligen Industriepartner umfangreiche praktische Erfahrungen zu sammeln und ihre Position am Arbeitsmarkt zu verbessern.

„Mit unserem Forschungsvorhaben leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer europaweiten Verbesserung in der Behandlung neurologischer Erkrankungen, die eine der gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit sind. Ganz besonders freut mich persönlich, dass junge, talentierte Wissenschaftler aus ganz Europa die Chance erhalten, Theorie und Praxis eng und zielorientiert zu verknüpfen.“, so Projektkoordinator Professor Frank Kirchhoff vom CIPMM der Universität des
Saarlandes.

Details zum Projekt sollen künftig auch im Internet öffentlich verfügbar sein.

Hintergrund
Die Forschung von Professor Kirchhoff beschäftigt sich mit der Aufklärung molekularer und zellulärer Mechanismen der Kooperationen von Nerven- und Gliazellen im gesunden wie im erkrankten Nervensystem. Das Methodenspektrum beinhaltet die Herstellung und Charakterisierung transgener Mausmodelle, biochemische, molekularbiologische und verhaltensbiologische Verfahren sowie verschiedene bildgebende Techniken wie Zwei-Photonen-Laserscan-Mikroskopie.

 

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