MMW-Arzneimittelpreis für Innovation gegen Darmerkrankung

  • v.l.n.r.: Dr. Michael Müller. Prof. Dr, Franz Hartmann, Volker Bierwirth, Dr. Dirk Einecke, Prof. Dr. Hermann S. Füeßv.l.n.r.: Dr. Michael Müller. Prof. Dr, Franz Hartmann, Volker Bierwirth, Dr. Dirk Einecke, Prof. Dr. Hermann S. Füeß

Den Arzneimittelpreis 2010 der Münchener Medizinischen Wochenschrift (MMW) erhielt das Mesalazin-Präparat Mezavant des Unternehmens Shire. Durch eine neue Galenik lassen sich Therapieziele für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen besser erreichen.

Bislang mussten Patienten mit Colitis ulcerosa bis zu 12 Tabletten über drei Tagesdosen verteilt einnehmen. Bei Mezavant können nun mithilfe der sogenannten Multi-Matrix-Technologie (MMX) größere Mengen des Mesalazin in einer Tablette verpackt werden, sodass nur noch eine Einmalgabe notwendig ist. „Für die Compliance bedeutet dies einen wesentlichen Fortschritt", erklärte Prof. Hermann Füeßl, MMW-Schriftleiter, Klinikum München Ost in seiner Laudation im Rahmen der Preisverleihung in Berlin.

Nicht nur die Wirkstoffmenge konnte durch die neuartige Galenik erhöht werden. Auch eine zielgenaue und verlangsamte pH-abhängige Freisetzung des Mesalazins im gesamten Colonverlauf wird durch die innovative Formulierung gewährleistet. Zunächst stellt ein säurefester Überzug die unbeschadete Magen- und Dünndarmpassage sicher. Spezielle Matrixstoffe sorgen anschließend für eine sehr langsame Freisetzung und gelartige Auflösung der Tablette. Dadurch wird die Benetzung der gesamten entzündeten Colonmucosa mit dem Wirkstoff erreicht. „Krankheitsaktivitäten können deutlich reduziert und entzündungsfreie Zustände erhalten werden. Dies sind entscheidende Therapievorteile in der Behandlung der Colitis ulcerosa", so Füeßl.

Seit über 20 Jahren verleiht die Münchener Medizinische Wochenzeitschrift ihren Arzneimittelpreis. Sie zeichnet Arzneimittel aus, deren Substanzen sich bereits in der Pharmakotherapie international etabliert und durch innovative Forschung neue Wirkpotenzen und Indikationsbereiche erschlossen haben.
Über die Vergabe des MMW-Arzneimittelpreises entscheidet die MMW-Chefredaktion gemeinsam mit Klinikern, Grundlagenforschern und klinischen Pharmakologen.

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