Hygiene

Neue Therapieoption Golimumab bei Colitis ulcerosa

24.03.2014 -

Golimumab ist ein TNFα-Inhibitor, der mit Hilfe einer transgenen Technologie entwickelt wurde. In klinischen Studien bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa zeigte Golimumab hohe klinische Ansprechraten von bis zu 50 % nach einjähriger Behandlung, und das Dosierungsschema war mit subkutanen Injektionen alle vier Wochen während der Erhaltungstherapie patientenfreundlich.1

Seit der TNFα-Inhibitor Infliximab vor rund 20 Jahren zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen erforscht wurde, haben sich die Entwicklungs- und Herstellungsverfahren für monoklonale Antikörper erheblich verändert. So wurde Golimumab mit der Erbinformation für menschliche Immunglobuline in einem transgenen System entwickelt. Prof. Dr. Pierre Michetti, Lausanne, sieht darin einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen Verfahren, bei denen die Anti-TNFα-Antikörper primär tierischen Ursprungs sind. Sie würden nach ihrer Ähnlichkeit mit menschlichen Antikörpern selektiert und dann künstlichen Mutationen unterzogen, um die Bindungseigenschaften zu verbessern. Letzteres könne aber die Immunogenität erhöhen.2

Tatsächlich weist Golimumab eine hohe Affinität sowohl für löslichen als auch für membrangebundenen TNFα auf und neutralisierte das Zytokin bei vergleichsweise niedrigen Wirkstoffkonzentrationen.3 Darüber hinaus war Golimumab stabil gegenüber Konformationsänderungen und neigte auch in hoch konzentrierter Lösung nicht zum Aggregieren.3 Das seien gute Voraussetzungen für eine subkutane Darreichung mit geringen Injektionsvolumina und könne erklären, warum Golimumab in der Erhaltungsphase der Therapie nur alle vier Wochen verabreicht werden müsse, so Michetti.

Die pharmakologischen Eigenschaften von Golimumab können offenbar auch in der Klinik zu guten Ergebnissen führen, wie die PURSUIT-Studien zeigten. Eingeschlossen waren Anti-TNFα-naive Patienten mit moderater bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa, die auf Standardmedikamente nicht ausreichend ansprachen, diese nicht vertrugen oder steroidabhängig waren. In der Induktionstherapiestudie sprachen nach 6 Wochen (primärer Endpunkt) 51 % unter der jetzt zugelassenen Dosierung (200 mg zu Woche 0 und 100 mg zu Woche 2) auf Golimumab an (n = 253), aber nur 30 % im Placebo-Arm (n = 251, p ≤ 0,001). Die Raten für die klinische Remission und die Mukosaheilung in Woche 6 betrugen 18 % versus 6 % und 42 % versus 29 % (p gegenüber Placebo jeweils ≤ 0,001 ).4 „Darüber hinaus hatte sich auch die Lebensqualität der Patienten5 unter Golimumab signifikant verbessert", sagte Professor Dr. Andreas Sturm, Berlin.

Kontinuierliches Ansprechen bei jedem zweiten Patienten

In der Erhaltungstherapiestudie erhielten Patienten, die auf die Induktionstherapie angesprochen hatten, alle vier Wochen entweder 50 oder 100 mg Golimumab (n jeweils 151) oder Placebo (n = 154), gleichzeitig wurde die Begleitmedikation mit Steroiden zu Beginn der Studie ausgeschlichen.1 Im weiteren Verlauf wurde das Ansprechen anhand eines partiellen Mayo-Scores alle vier Wochen überprüft. Patienten, die die Kriterien bei einer dieser Untersuchungen nicht mehr erfüllten, gingen als Therapieversager in die Auswertung ein. „Das sind sehr harte Kriterien, aber sie reflektieren die Notwendigkeit für eine dauerhafte Remission", kommentierte Sturm.

Bis zur Woche 54 sprachen in den Golimumab-Armen 47 % (50 mg) beziehungsweise 50 % (100 mg) der Patienten kontinuierlich an (primärer Endpunkt), im Placebo-Arm dagegen nur 31 % (p ≤ 0,01 bzw. p ≤ 0,001). Der Anteil der Patienten mit einer Mukosaheilung in den Wochen 30 und 54 betrug unter Verum jeweils 42 % gegenüber 27 % unter Placebo (p < 0,05 in der 50 mg Gruppe, bzw. < 0,005 in der 100 mg Gruppe). Zudem erreichten im Arm mit 100 mg Golimumab signifikant mehr Patienten eine anhaltende klinische Remission (28 % versus 16 %, p ≤ 0,01).4

„Die subkutane Therapie mit Golimumab war im Allgemeinen gut verträglich", sagte Sturm. Das Sicherheitsprofil von Golimumab bei der Behandlung erwachsener Colitis-ulcerosa-Patienten war vergleichbar mit dem anderer TNFα-Blocker sowie mit dem von Golimumab in zuvor zugelassenen Indikationen.5

Auf Grundlage der PURSUIT-Studien wurde Golimumab im September 2013 für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa Erkrankung zugelassen, bei denen eine vorherige konventionelle Therapie einschließlich Kortikosteroiden und 6-Mercaptopurin (6-MP) oder Azathioprin (AZA) nicht ausreichend wirksam war, nicht vertragen wurde oder kontraindiziert ist.4

Literatur

  1. Sandborn WJ et al. Subcutaneous Golimumab Maintains Clinical Response in Patients With Moderate-to-Severe Ulcerative Colitis. Gastroenterology. 2014; 146: 96-109
  2. Lonberg N. Nature Biotech. 2005; 9: 1117-1125
  3. Shealy D et al. mABs 2010; 2(4): 428-439
  4. Fachinformation SIMPONI® Stand September 2013
  5. Sandborn WJ et al. Subcutaneous Golimumab Induces Clinical Response and Remission in Patients With Moderate-to-Severe Ulcerative Colitis. Gastroenterology. 2014; 146: 85-95

 

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