IT & Kommunikation

Nutzer-Ideen möglich machen

11.01.2011 -

Kliniken sind sich darüber im Klaren, das neben der Prozessoptimierung vor allem Kooperationen und Vernetzungen die besten Mittel sind, um den wirtschaftlichen und demografischen Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Daher suchen Klinikverantwortliche nach zukunftsfähigen finanzierbaren Lösungen. Volker Hofmann, Manager Healthcare bei InterSystems, erläutert das Konzept eines Health Information Frameworks zur Vernetzung von Daten und Prozessen.

M&K: InterSystems versteht sich als „IT-Enabler", IT-Möglichmacher. Der weltweite Marktführer von Software für ein vernetztes Gesundheitswesen setzt sich für die Idee eines „Health Information Framework" - HIF - ein. Warum bezeichnen Sie diese Entwicklungsumgebung nicht nur als eine Lösung, sondern als ein Konzept?

Volker Hofmann: Moderne IT-Konzepte zwängen Anwender nicht in vorgegebene Schablonen, sondern ermöglichen es, neue Anforderungen schnell, kostengünstig und maßgeschneidert umzusetzen. So wie die Beteiligten im Gesundheitswesen neue Versorgungsformen entwickeln und umsetzen, um rechtlichen und wirtschaftlichen Anforderungen Genüge zu tragen, müssen wir Softwarehersteller nach neuen Ansätzen suchen, die interdisziplinären Anforderungen, die dadurch entstehen, zu ermöglichen. InterSystems ist richtig gut, wenn es um Daten und Prozesse geht, und Ensemble bildet das notwendige Kommunikations-Rückgrat für eine moderne Gesundheits-IT-Infrastruktur.

Mit dem Konzept eines Health Information Framework wollen wir zwei Dinge erreichen. Zum einen bildet es eine leicht zu individualisierende Blaupause. Einen Rahmen, an dem Krankenhäuser, aber auch andere Einrichtungen wie z.B. MVZ oder Krankenkassen ihre IT ausrichten können.

Es ist zugleich aber auch die Einladung an Gesundheitseinrichtungen, Forschung und Lehre sowie IT-Unternehmen, sich an der Weiterentwicklung dieser Blaupause zu beteiligen. Wir stehen mit dem HIF gerade einmal am Anfang. Es ist faszinierend, auf welch kreative Ideen die Menschen kommen, mit denen wird über das Konzept sprechen. Es gilt nun, dieses Potential zu sammeln, zu strukturieren und in geeigneter Form zur Verfügung zu stellen.

Das Deutsche Herzzentrum Berlin setzt Ensemble - die Integrations- und Entwicklungsplattform - bereits ein. Welche Module und Applikationen kommen zum Einsatz?

Volker Hofmann: Im Deutschen Herzzentrum Berlin wird Ensemble als System-Rückgrat eingesetzt. Man hat sich dort auf dieser Basis sein eigenes HIF gebaut. Was das DHZB umgesetzt hat, zeigt schon einmal das Potential, das sich in einem solchen Konzept verbirgt.

Da ist zum einen der Aspekt des Investitionsschutzes. Ein HIF integriert die vorhandene IT in das Gesamtkonzept, und in Berlin gelang das sogar für „virtuelle" Elemente. Mit Ensemble war das DHZB in der Lage, MDK-akzeptierte Prozesse beizubehalten, obwohl das alte, seitens der eigenen IT-Abteilung über Jahrzehnte weiterentwickelte KIS gegen die Lösung eines renommieren Anbieters ausgetauscht wurde. Zugleich schuf man dort aber auch Mehrwerte, wie z.B. einen Master Patient Index. Auch echte Mobile-Apps für Smartphones sind im Gespräch.

Zurzeit baut InterSystems ein Netzwerk aus Partnern auf. Wohin will sich das Unternehmen entwickeln?

Volker Hofmann: Von Antoine de Saint-Exupéry stammt der Satz: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen." Die Mitarbeit am Health Information Framework steht allen offen, die diesen Ansatz innovativer IT für das Gesundheitswesen für sich nutzen und gestalten wollen. Das trifft auf IT-Unternehmen genauso zu wie auf Gesundheitseinrichtungen oder Hochschulen.

Vielleicht gibt es ja sogar interdisziplinäre Ansätze, auf die bislang noch niemand gekommen ist. Ein HIF ist ein offenes Konzept, das durch jede Art von Scheuklappen zum Scheitern verurteilt wäre. Und auch wenn InterSystems es angestoßen hat, ist es doch erst dann erfolgreich, wenn wir nur noch ein Partner unter vielen sind. Derzeit prüfen wir gerade ein Konzept für eine gemeinsame Arbeitsplattform. Ich hoffe, dass wir auf der conhIT schon etwas zeigen können.

Das Konzept des HIF basiert auf einer Integrationsplattform inklusive einer objektorientierten Datenbank. Welche Einsatzbereiche sehen Sie hierfür in einer vernetzten Healthcare-Welt?

Volker Hofmann: Natürlich haben wir bei InterSystems Ideen, aber wir halten es lieber mit dem Spruch „Schuster bleib bei deinen Leisten". Die wirklich guten Ansätze und Anregungen kommen aus der Praxis für die Praxis. Unsere Stärke und Kompetenz liegt bei Daten und Prozessen, und so sehen wir uns mehr als Enabler von Ideen.

Gleichzeitig können wir unsere Praxiserfahrung mit einbringen, sei es aus den nationalen Patientenakten in den Niederlanden und Schweden oder der Vernetzung des Krebsregisters in Großbritannien. Ein immer wiederkehrendes Element ist jedoch die Notwendigkeit von Persistenz. Sei es bei rechtssicherer Dokumentation von Prozessen oder um schnell und unkompliziert ein Repository in einem geeigneten Datenmodell aufbauen zu können, um Daten zur Verfügung stellen zu können. Hier können wir schon heute punkten und unsere Stärken ausspielen. Die Frage nach der optimalen Versorgung und Betreuung der Patienten kann nur von der Medizin beantwortet werden. Genauso wie nach dem idealen Grad der Vernetzung. Wir sorgen dann dafür, dass alle notwendigen Informationen dort zur Verfügung stehen, wo sie benötigt werden.

Kontakt

InterSystems GmbH

Hilpertstr. 20 a
64295 Darmstadt

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+49 6151 1747 11

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