Gesundheitsökonomie

Medizinische Versorgungszentren und Gemeinschaftspraxen als Unternehmen

29.01.2012 -

Medizinische Versorgungszentren und Gemeinschaftspraxen als Unternehmen. Die Strukturen im Gesundheitssektor werden sich in der Zukunft ändern – dies prophezeit Prof. Dr. Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Um diese Aussage zu tätigen, muss man gewiss kein Hellseher sein. Interessant sind jedoch die Implikationen, die veritable Wirtschaftsunternehmen aus sich andeutenden Tendenzen entnehmen und die durch eigenes unternehmerisches Handeln dann den Markt – in diesem Fall den Gesundheitssektor – mitprägen.

Die Deutsche Bank, traditionell eher nicht bekannt als Partner für kleinteilige Kundenkreise, hat sich die niedergelassenen Ärzte als neue Wunsch-Zielgruppe ausgesucht. Die aktuell 30.000 Kunden im Heilberufe- Segment sollen dank einer „Beratungs- und Produktoffensive“ bis 2010 verdoppelt werden. Strategisch günstig sei es da, dass es einen „Trend zu Gemeinschaftspraxen“ gebe, so Prof. Walter, der den Beruf des Arztes in Zukunft zunehmend verwirtschaftlicht und unternehmerische Denkstrukturen für den Mediziner unumgänglich macht.

„Ambulant statt stationär“

Besonders stark möchte sich die Deutsche Bank auf Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sowie Gemeinschaftspraxen konzentrieren – ein unter ökonomischen Gesichtspunkten sicher richtiger Fokus. Seit 2004 gibt es eine rasante Zunahme an MVZs zu verzeichnen – laut Deutsche Bank Research werden zwei Drittel von Ärzten und ein Drittel von Krankenhäusern betrieben. Hieran macht der Chefvolkswirt einen Trend fest: „Ambulant statt stationär“. Die neuen Möglichkeiten der immer weniger invasiven Medizin erforderten seltener die Einbindung eines Krankenhauses. Der Trend „weg vom Krankenhaus“ bedeutet aber nicht – so Prof. Walter –, dass die absolute Zahl der Krankenhäuser abnehmen muss. Vielmehr glaubt er an eine Umorientierung in Richtung „Pflege“. Schließlich nimmt der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung laut Prognosen der Deutschen Bank bis 2015 um zwei Prozentpunkte zu: 1,6 Mio. Ältere mehr! Wenn aber wirklich eintrifft, was Walter annimmt – nämlich dass 2050 schon 20 % des Bruttosozialproduktes für Gesundheit ausgegeben werden, dürften schließlich alle davon profitieren: niedergelassener Arzt, MVZ, Krankenhaus. Jedoch geschieht dies dann eben vor veränderten Rahmenbedingungen.

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