Neubau für ein Fachkrankenhaus in Zschadraß

  • Blick auf die Ostfassade des Fachkrankenhaus Zschadraß (Foto: Haid + Partner/Diakoniewerk Zschadrass).Blick auf die Ostfassade des Fachkrankenhaus Zschadraß (Foto: Haid + Partner/Diakoniewerk Zschadrass).
  • Blick auf die Ostfassade des Fachkrankenhaus Zschadraß (Foto: Haid + Partner/Diakoniewerk Zschadrass).
  • Farben und Materialien korrespondieren mit der jeweiligen Raumnutzung (Foto: Haid + Partner/Diakoniewerk Zschadrass).
  • Ein klarer Grundriss sorgt für einfache Orientierung (Foto: Haid + Partner/Diakoniewerk Zschadrass).

Das Diakoniewerk Zschadraß hat das Nürnberger Büro Haid +Partner mit der Umgestaltung des dortigen Fachkrankenhauses beauftragt. Das Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie ist in etwa 40 Gebäuden auf einem parkähnlichen Gelände untergebracht.

Nachdem das Diakoniewerk Zschadraß das Krankenhaus und Wohnheim für Behinderte 1999 übernommen hatte, erarbeitete Haid +Partner ein Entwicklungsgutachten, das den Aufbau ganzheitlich ausgerichteter Gesundheits- und Sozialdienste vorsieht und den Patienten aus unterschiedlichen Generationen einen angemessenen Arbeits- und Lebensraum bietet sowie ein kirchliches Leben und ein Kultur- und Bildungsangebot bereithält.

Die Geschichte des Fachkrankenhauses für Neurologie und Psychiatrie in Zschadraß reicht bis 1828 zurück, als die Anstalt Colditz zwei landwirtschaftlich genutzte Güter in Zschadraß kaufte und dort psychiatrisch Kranke in der Arbeitstherapie im Ackerbau einsetzte. In der weiteren Entwicklung wurden weitere Güter hinzugekauft, es entstanden eine Kirche, weitere Klinik- und Krankengebäude sowie eine Siedlung für Angestellte. Die auf dem Gesamtareal verteilten Funktionen werden in benachbarten Häusern in Nutzungseinheiten zusammengefasst, um kurze Wegeverbindungen und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern.

Campus-Charakter

Nach den Sanierungen der Klinikgebäude 6a, 5b und 20b konnte am 24. Juni 2011 der Teilersatzbau, Haus 21b, in Betrieb genommen werden. Die Proportionen ordnen sich dem denkmalgeschützten, gewachsenen Campus-Charakter der Anlage unter. Die Wandscheibe der Nordfassade geht in der Dachebene in die Horizontale über und bildet einen umlaufenden Rahmen, der den gesamten Baukörper einfasst. Unter das Dach schiebt sich ein roter Baukörper, der die Behandlungs-, Betriebs- und Verwaltungsräume aufnimmt. Durch den abfallenden Geländeverlauf erscheint das Gebäude von Norden her zweigeschossig, zum Süden hin öffnen sich das Gartengeschoss und die darüberliegenden zwei Pflegegeschosse, von denen aus sich ein Panoramablick auf die Grünanlagen ergibt.

Das Gartengeschoss nimmt die Physikalische Therapie mit Freibereich, die Prosektur, den Ver- und Entsorgungsdienst, Personalumkleiden, Lager- und Archivflächen sowie die zentrale Gebäudetechnik auf.

Die unterirdische Anbindung an Haus 20b erlaubt einen diskreten internen Ver- und Entsorgungsverkehr. Das Gebäude ist als Dreibund organisiert, wodurch die ambulanten und stationären Verkehrswege getrennt werden. Unmittelbar am Eingang ist die Notfallaufnahme angeordnet, getrennt vom Besucher- und Patientenverkehr. Die zentrale Patientenaufnahme liegt an der zentralen Eingangshalle. Weiter finden sich im Erdgeschoss die Untersuchungs- und Behandlungsbereiche des klinischen Arztdienstes der Fachbereiche Psychiatrie und Neurologie mit Funktionsdiagnostik und Radiologie. Das Obergeschoss nimmt in der Pflegestation für die Neurologie 35 Betten auf und wird ergänzt durch die Räume für Seelsorge und Bereitschaftsdienst.

Bezug zur Natur

Wichtige gestalterische Ziele sind eine gute Orientierung durch eine klare, ablesbare Grundrissorganisation mit einem starken Bezug zwischen Innen- und Naturraum. Das helle Eingangsfoyer öffnet sich mit seiner Pfosten- Riegel-Fassade über zwei Geschosse. Im Gebäudeinneren sorgt ein Lichthof für eine natürliche Belichtung, und offene Wartezonen lassen das Tageslicht bis in die Flurzonen eintreten. Unterstützt wird die Architektur durch ein Farb- und Materialkonzept, das auf die Raumnutzungen eingeht. Der Flur zu den Behandlungs- und Diensträumen greift das warme Rot des Baukörpers auf, der sich unter den Dachrahmen schiebt.

Die Behandlungszimmer erhalten ein frisches, aber beruhigend wirkendes Grün, während die Besprechungs- und Diensträume zurückhaltende Grautöne erhalten. Der Patientenflur ist dagegen in reinem Weiß und in Grauabstufungen gehalten. Dahinter öffnen sich die Patientenzimmer in freundlichen Orangetönen sowie die Aufenthaltsbereiche mit gelben Akzenten und Holzoberflächen und -dekoren. Die freundliche, offene Atmosphäre kennzeichnet die Gestaltung des gesamten Gebäudes, das auf die Bedürfnisse und Empfindungen kranker Menschen zugeschnitten ist. Der notwendige technische Apparat tritt im Gebäude zurück.

 

Kontaktieren

Haid + Partner Architekten + Ingenieure
Krelingstr. 33
90408 Nürnberg
Telefon: +49 911 935539 0
Telefax: +49 911 935539 55

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