Lars Schröder im Interview: Funktionalität und Originalität bei Krankenhaus-Möbeln

Lars Schröder im Interview: Funktionalität und Originalität bei Krankenhaus-Möbeln. Seit mehr als Hundert Jahren widmet sich die Stiegelmeyer-Gruppe aus Herford, Ostwestfalen-Lippe, Einrichtungssystemen für Kliniken und Seniorenheime. Im Krankenhaus positioniert der Anbieter etwa das Systembett Seta als funktional wie optisch ansprechende Patienten- Schlafstätte. Denn das Bild hat sich geändert: Vom schlichten Funktionsmobiliar, das nicht immer positive Assoziationen hervorrief, haben sich Krankenhaus-Möbel vielerorts zu wirklichen Designerstücken gemausert. Wohlfühlfaktor inklusive. Ulrike Hoffrichter sprach mit Lars Schröder von Stiegelmeyer über Design- Trends und neue Produkte.

Management & Krankenhaus: Sie bieten verschiedene Neuheiten im diesem Jahr – welche stechen hervor?

Lars Schröder: Im Fokus steht sicherlich unser neuer Nachttisch – der Somero. Ähnlich wie unsere Seta- Krankenhausbettenfamilie ist er als Baukastensystem konzipiert, so dass man ihn von der Normalstation bis hin zur Wahlleistung einsetzen kann. Kunden können ihn individuell mit vielen hilfreichen kleinen, netten Details ausstatten, z. B. einer Laptop-Schublade. Viele Patienten nutzen inzwischen während ihres Krankenhausaufenthalts nämlich auf der Wahlleistungsstation mittlerweile ihre eigenen Rechner.

Daneben ergänzen wir unsere Seta Produkt-Familie um eine weitere Variante ein zweites Untergestell. Das Seta reva ist ein sehr elegantes Krankenhausbett mit Säulenuntergestell, das neben seiner bestechenden Optik auch sehr leicht zu reinigen ist. Außerdem optimieren wir die kombinierten Seitenlehnen – dies geschieht auch vor dem Hintergrund der zu erwartetnden neuen Bettennorm (IEC 60601-2-52). Wir rechnen hier mit deutlich strengeren neuen Anforderungen an die Seitensicherungssystemeabstände. Kombinierte Seitenlehnen sind auf jeden Fall die richtige Antwort hierauf. Im Moment handelt es sich zwar nur um einen Normentwurf, aber wir reagieren schon heute, weil hier die neuesten Sicherheitserkenntnisse eingeflossen sind und wir uns damit in einer besonderen Verantwortung sehen.

Management & Krankenhaus: Wann wird der Bettennormentwurf kommen – wer legt ihn fest?

Lars Schröder: Ein Normenausschuss, der sich aus verschiedenen Herstellern und Experten aus verschiedenen Nationen zusammensetzt, arbeitet einen Entwurf aus, der international gültig sein wird. Der Status quo wurde bereits ins Deutsche übersetzt. Zwar können die Beteiligten noch Einsprüche einlegen und ggf. Änderungen bewirken. Daher ist noch nicht abzusehen, wann die Norm genau wirksam werden wird. Wir rechnen ungefähr 2010 oder 2011 mit der alleinigen Gültigkeit.

Management & Krankenhaus: Worauf legen Sie bei Ihren Produkten besonderen Wert?

Lars Schröder: An erster Stelle steht natürlich die Qualität. Wir kennen den robusten Krankenhausalltag und so ist es sehr wichtig, dass unsere Produkte auch diesen hohen Anforderungen gewachsen sind.

Management & Krankenhaus: Woran lässt sich diese Qualität festmachen?

Lars Schröder: Man weiß, wie Krankenhausbetten manchmal geschoben werden und dass sie z. B. oft gegen die Türzarge rammen. Unsere Bettenfamilie Seta besitzt bei allen Ausführungsvarianten mit den kombinierten Seitenlehnen einen umlaufend Schutz – Stöße gegen die Leibungen werden so wirksam abgefedert. Ferner gehen die Qualitätsprüfungen und Belastungstests unserer Produkte weit über die gängigen Normvorgaben hinaus …Der Alltag ist schließlich härter als die Norm festschreibt.

Management & Krankenhaus: Testen Sie im eigenen Haus?

Lars Schröder: Wir kombinieren beides miteinander: Im eigenen Haus simulieren wir Dauerlauf- oder Belastungstests. Und wir geben unsere neuen Produkte in Krankenhäuser, bevor sie offiziell auf den Markt gehen, um eine alltägliche Gebrauchs-Situation zu kreieren.

Management & Krankenhaus: Neben Qualität ist auch ansprechendes Design wichtig. Arbeiten Sie mit Designern und Farbspezialisten zusammen?

Lars Schröder: Wir haben z. B. bei der Entwicklung unseres Krankenhausbettes Seta sehr eng mit einem Industriedesigner kooperiert. Formen und Farben sind im Krankenzimmer sehr wichtig: Pastell-Töne bleiben im Fokus, Holztöne kommen und werden gerne mit metallischen Farben, z. B. einer Aluminium- oder Edelstahl-Optik, kombiniert. Man sieht in der Möbelindustrie im Moment, dass eher Dunkelhölzer angesagt sind. Wir stellen fest, dass die Trends aus der Einrichtungsbranche mit etwas Zeitversetzung teilweise auch im Krankenhaus aufgenommen werden.

Management & Krankenhaus: Wie reagieren Sie auf den Kostendruck im Krankenhaus? Viele Unternehmen gehen mit besonderen Angeboten darauf ein…

Lars Schröder: …Da haben Sie recht. Um unsere Kernprodukte Krankenhausbett und Nachttisch bauen wir vielfältige Serviceleistungen und Problemlösungen herum. Etwa komplette Wartungs- und Instandhaltungsverträge. Wir bieten u. a. Bestandsaufnahmen an: Bettenbestände eines Hauses werden auf ihre Lebensdauer hin bewertet – lohnt sich die Reparatur oder sind Neuankäufe nötig. Darüber hinaus bieten wir eine Software an, die das gesamte Bettenmanagement steuern kann, um so den Werterhalt zu sichern. Wir möchten uns hiermit nicht nur als Lieferant sondern als Partner und Lösungsanbieter für unsere Kunden anbieten.

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