Gesundheitsökonomie

Die Stimme der Gesundheitswirtschaft in der Rhein-Main-Region

Mehr Markt, mehr Transparenz, mehr Qualität

09.08.2010 -

Lange Zeit galt die Rhein-Main-Region als „Apotheke der Welt". Auch heute noch ist Rhein-Main ein wichtiger Standort für Pharmaunternehmen, aber auch für viele andere Akteure der Gesundheitswirtschaft. Um dieses Potential weiter auszubauen, schlossen sich im September 2006 Unternehmen der Gesundheitswirtschaft zur Initiative „gesundheitswirtschaft rhein-main" zusammen. Inzwischen gehören dem Verein rund 170 Mitglieder an, darunter Krankenhäuser, Ärzte, Unternehmen der Branchen Pharma, Medizintechnik und Biotechnologie, Versicherungen, Beratungsunternehmen, Verbände, Kammern, Kommunen, Forschungseinrichtungen und Politiker.

Als „Stimme der Gesundheitswirtschaft" haben wir uns zunächst vorrangig dafür eingesetzt, in der Öffentlichkeit und in der Politik das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Gesundheit nicht vorrangig Geld kostet, dass eingespart werden muss, sondern, dass die Gesundheitswirtschaft dazu beiträgt, den Wohlstand zu mehren, Arbeitsplätze zu schaffen und Lebensqualität zu steigern. Diese Botschaft ist inzwischen angekommen. So präsentierte die Hessen Agentur im April 2010 im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums eine Studie, die belegt, welche große Bedeutung die Gesundheitswirtschaft für ganz Hessen hat. Grundlage und Impulsgeber hierfür war eine von uns 2006 vorgelegten Studie, die das überdurchschnittliche Wachstumspotential der Gesundheitswirtschaft in Rhein-Main dokumentierte. So beschäftigt die Branche mit 345.000 Arbeitnehmern in Hessen mehr Menschen als Banken, Versicherungen oder Verkehr.

Mit Abstand die meisten Menschen sind in der stationären und ambulanten Versorgung sowie in der stationären und ambulanten Altenhilfe tätig. Auch der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch und Gesundheitsminister Jürgen Banzer warnten bei der Vorstellung der Studie davor, die Gesundheitswirtschaft nur als Kostenfaktor zu betrachten, vielmehr handele es sich um einen Wachstumsmarkt mit erheblichem Beschäftigungspotential.

Vernetzung der Akteure
Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist die Vernetzung unserer Mitglieder untereinander und mit anderen Akteuren der Branche. Regelmäßig führen wir deshalb mit Veranstaltungen die Entscheider aus der Gesundheitswirtschaft zusammen. Dazu gehört die Veranstaltungsreihe „medlounge rhein-main", die wichtige und aktuelle Themen aufgreift, aber auch politische Tagungen wie die Frühjahrstagung, bei der führende Politiker und Vertreter der Wirtschaft zu Wort kommen. Dass die Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main auch auf bundespolitischer Ebene wahrgenommen wird, hat die Frühjahrstagung 2010 gezeigt, bei der Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler und Dr. Engelbert Günster, Vorsitzender der Geschäftsführung von Boehringer Ingelheim Deutschland, der Frage „Wie viel Marktwirtschaft braucht unser Gesundheitssystem?" nachgegangen sind. Rund 210 Führungskräfte aus der Gesundheitswirtschaft folgten der Veranstaltung in der IHK Frankfurt am Main.

Das schlanke und populäre Veranstaltungsformat „medlounge rhein-main" ist Plattform für aktuelle und bisweilen kontroverse Themen. So diskutierten im März 2010 bei einer medlounge rhein-main u.a. der Präsident der Hessischen Landesärztekammer und der Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes über das Thema „Ärztemangel" und kamen zu dem Ergebnis: Medizinstudenten müssten für die Tätigkeit am Krankenbett wieder mehr begeistert werden, und im Studium müsse mehr Bezug zur Praxis geschaffen werden, damit das Interesse am Arztberuf wieder wächst.

Nach den Jahren der Aufbauarbeit will die Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main künftig vor allem in vier Themenfeldern Impulse geben: bei der Stärkung des Zweiten Gesundheitsmarktes, der Förderung von Innovationen, der verbesserten Versorgung der Region mit Fachkräften sowie der Verbesserung von Strukturen der Gesundheitsversorgung. Neben Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen soll es auf diesen Gebieten auch weitere Studien und konkrete Projekte geben.

Akzente auch überregional
Auch überregional hat die Initiative Akzente gesetzt. Sie trug zur Gründung des Netzwerkes Deutscher Gesundheitsregionen bei, das die Interessen der Gesundheitswirtschaft bundesweit und international bündelt. Ein weiterer Erfolg ist die Zusicherung in-stitutioneller Unterstützung durch den DIHK, der in Berlin einen Arbeitskreis Gesundheitswirtschaft eingerichtet hat, in dem auch Repräsentanten der Rhein-Main-Region vertreten sind, und der das Thema Gesundheitswirtschaft damit zum Thema einer der wichtigsten Wirtschaftsinstitutionen in Deutschland macht.

Ein aktiver Vorstand und Beirat sind Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit unserer Initia-tive. Vertreter der Pharmabranche der Region (Dr. Engelbert Günster, Boehringer Ingelheim) gehören Vorstand und Beirat ebenso an wie Vertreter regionaler Kliniken (Holger Strehlau, HSK Dr. Horst Schmidt Kliniken), aber auch von Krankenkassen (Dr. Barbara Voß, TK Hessen) und natürlich der Forschung (Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Universitätsklinikum Frankfurt) und von Verbänden (Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Landesärztekammer Hessen).


Kooperationsprojekt mit den wichtigsten Krankenhäusern der Region
Dem Verein gesundheitswirtschaft rhein-main gehören 25 Kliniken und Klinikgruppen an. Diese engagieren sich vor allem in drei Arbeitsgruppen, die sich mit der Vorbeugung, Behandlung und Nachsorge der drei Volkskrankheiten Schlaganfall, Diabetes und Demenz befassen. Ziel ist es, die in der Region bestehenden Aktivitäten zu vernetzen und Schlüsselprojekte mit Vorbildcharakter für eine bessere Gesundheitsversorgung zu entwickeln.
Im September 2010 startet die Kampagne „Rhein-Main gegen den Schlaganfall". Bürger sollen für das Thema Schlaganfall sensibilisiert werden, damit sie Anzeichen eines Schlaganfalls erkennen und umgehend den Rettungsdienst alarmieren. Der sofortige Transport eines Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall in das jeweilig geeignete Krankenhaus soll durch die weitere Vernetzung mit den Rettungsdiensten erreicht werden. Geplant sind mehrere Aktionen unter Einbindung der Partner; besonders hervorzuheben ist die Aufklärungsarbeit an Schulen: Ziel ist es, Schüler über Symptome eines Schlaganfalls zu informieren, damit sie bei einem Schlaganfall, der Großeltern und Eltern, später aber auch sie selbst treffen kann, richtig und schnell handeln.
Hier zeigt sich der Nutzen des Netzwerkansatzes der Initiative, der die Grenzen traditioneller Interessenvertretung überschreitet, denn für die Kampagne arbeiten Pharmaunternehmen, Forschung, führende Mediziner aus Krankenhäusern, Versicherungen und Beratungsunternehmen eng zusammen.

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