Gesundheitsökonomie

Krisenhelfer statt Semesterferien

08.05.2020 -

„Die Resonanz ist überwältigend“, sagt Florian Hickl, Vertreter der Studierenden im Krisenstab des Universitätsklinikums Jena, und verweist auf über 800 Kommilitonen, die sich in den vergangenen Tagen als Helfer in der Corona-Krise gemeldet haben. Kaum waren die Anregungen, auch Medizinstudenten um Unterstützung zu bitten, über die Corona-Newsticker gelaufen, richteten Studiendekanat, Fachschaft und Krisenstab pragmatisch eine Online-Plattform zur Rekrutierung ein. Nach der Registrierung können sich die hilfsbereiten Studierenden dann je nach Kenntnisstand für verschiedene Einsatzorte und –zeiten einschreiben. Bereits am vorvergangenen Wochenende verstärkten die ersten studentischen Helfer die Pflege in der Zentralen Notaufnahme des Klinikums.

„Damit waren wir Thüringer der Vorreiter und finden immer mehr Nachahmer, z.B. auch in Bayern“, freuen sich der Medizinische Vorstand am UKJ, Priv.-Doz. Dr. Jens Maschmann sowie Studiendekan Prof. Orlando Guntinas-Lichius. Das studentische Hilfsangebot wird in der Stadt und am Universitätsklinikum Jena gern angenommen: Die jüngeren Semester sitzen an der Hotline des Gesundheitsamtes und telefonieren Kontaktpersonen nach. Die Fortgeschritteneren helfen in der Notaufnahme oder der Fiebersprechstunde der Stadt, bald auch in der psychologischen Telefonbetreuung für Patienten und Angehörige und auf den Stationen am Universitätsklinikum, weitere Einsatzorte sind in der Vorbereitung.

„Angesichts der noch zu erwartenden Belastungen für die Patientenversorgung an der Klinik können die Studierenden ein wichtiger Beitrag sein, um das medizinisches Fachpersonal kompetent zu unterstützen“, betont Maschmann. Als studentische Aushilfen sind die Krisenhelfer vertraglich abgesichert und werden entsprechend entlohnt. Und auch wenn der reguläre Lehrbetrieb derzeit eingestellt ist – lernen und Praxiserfahrung sammeln können die Studierenden bei diesem Einsatz auf alle Fälle.


 

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