Gesundheitsökonomie

Weiße Liste: bundesweit vergleichbare Patientenbefragung

29.04.2011 -

Weiße Liste: bundesweit vergleichbare Patientenbefragung. Der Gang ins Krankenhaus ist bekanntlich Vertrauenssache – die Entscheidung fällt meist aufgrund der Empfehlung des überweisenden Arztes oder durch bereits gesammelte eigene Erfahrungen oder derer im Bekannten- und Freundeskreis. Immer mehr setzt sich jedoch das Internet als Entscheidungshilfe für Patienten durch, um sich ein Bild von der Qualität eines Hauses zu machen. Dabei zählt die subjektive Erfahrung und Zufriedenheit der Netz-Wortmeldungen sicher genauso viel, wie objektive Zahlen und Qualitätsstandards.

Die Weiße Liste – schon länger gut akzeptiert als nicht-kommerzielle und seriöse Informationsplattform auf diesem Gebiet – will daher als nächsten Schritt „Patientenerfahrungen“ als Kriterium für die Krankenhaussuche einführen. Hierfür bietet die Online-Krankenhaussuchhilfe den Kliniken den wissenschaftlichen Kurzfragebogen „Patients‘ Experience Questionnaire (PEQ)“ an.

So funktioniert es

Wer im Krankenhaus gut informiert, behandelt und versorgt worden ist, gibt seine positiven Erfahrungen gerne an andere weiter. „Empfehlungen und Beurteilungen von Patienten können die Entscheidung für oder gegen ein Krankenhaus stärker beeinflussen als Daten zu Fallzahlen und Behandlungsergebnissen“, weiß Uwe Schwenk, Programmleiter bei der Bertelsmann Stiftung. „Die Patientenzufriedenheit wird als Qualitätsmerkmal immer wichtiger, aber erstaunlicherweise noch viel zu wenig für die Eigenwerbung genutzt.“ Die meisten Kliniken führen zwar Befragungen durch – vom „Meckerkasten“ über punktuelle Studienprojekte mit Universitäten bis hin zur kontinuierlichen Datenerhebung und Analyse durch Meinungsforschungsinstitute.

Ein Problem hierbei ist allerdings, dass hausinterne Befragungen oft nur begrenzte Aussagekraft haben. Und auch professionelle Erhebungen von Instituten sind immer nur vergleichbar mit den Daten aus deren Kundenpool. „Es fehlte bisher ein übergeordnetes, methodisch standardisiertes Instrument, das einen bundesweiten Vergleich zulässt – für die Häuser und für die Patienten“, so Schwenk weiter. Wie wichtig es für die Kliniken sei, ihre Stärken konsequent darzustellen, zeigten die ersten Rückmeldungen der Weiße Liste-Nutzer: „Eine große Zahl der Suchenden gibt an, ihre ursprüngliche Entscheidung für ein Krankenhaus durch die Informationen des Portals revidiert zu haben.“

Mit 15 Fragen erfasst der PEQ Erfahrungen von Patienten in der akutstationären Versorgung und bildet alle aus Patientensicht relevanten Inhalte zur Beurteilung der Versorgungsqualität ab.

Der Fragebogen kann in jeder Fachabteilung eingesetzt werden. Eine Variante, PEQ-Geburt, richtet sich an Wöchnerinnen.

Auswertung durch akkreditierte Befragungsinstitute

Der Fragebogen kann durchaus mit weiteren Befragungsinstrumenten kombiniert werden. Ist die Veröffentlichung der Befragungsergebnisse unter www.weisse-liste.de geplant, wird eine kostenpflichtige Auswertung der Daten durch ein von Stiftung Praxissiegel e. V. akkreditiertes Befragungsinstitut erforderlich. Für die Auswertung müssen mindestens 150 Fragebögen pro Fachabteilung an Patienten ausgesendet und ein Rücklauf von 75 Exemplaren erreicht werden.

Befragt werden volljährige Patienten zwei bis acht Wochen nach ihrer Entlassung in schriftlicher Form, anonym und indikationsunabhängig auf der Ebene der Fachabteilungen. Die Auswertung der Antworten wird vom beauftragten Institut nach standardisierten Kriterien durchgeführt. Der organisatorische Aufwand für das Krankenhaus ist gering und beschränkt sich im Wesentlichen auf den Versand der Fragebögen und gegebenenfalls zwei Erinnerungen.

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