IT & Kommunikation

IT-Einsatz: Euroforum-Konferenz Düsseldorf

11.07.2012 -

IT-Einsatz: Euroforum-Konferenz Düsseldorf. Diese für das deutsche Gesundheitswesen hochaktuelle Thematik wurde auf einer zweitägigen Euroforum-Konferenz Ende Juni in Düsseldorf vor rund 40 Teilnehmern aus unterschiedlichen Bereichen (Krankenkassen, Kliniken, Ärztenetzen, Verbänden, etc.) präsentiert und lebhaft diskutiert.

Der Moderator der Konferenz Dr. Enno Bialas (Geschäftsführer BIGmed Beratung im Gesundheitswesen, Hamburg) wies in seiner Eröffnung daraufhin, dass zwar schon seit mehr als 12 Jahren über neue Versorgungsstrukturen debattiert werde. Bis heute ist aber, so Dr. Bialas, noch keine klare Richtung erkennbar – und er mutmaßte, dass der Handlungsdruck offenbar noch nicht als hoch genug eingeschätzt wird … obwohl dringende Strukturveränderungen überfällig sind, wie die nachfolgenden Referate zeigten. Joachim Becker (Referatsleiter im Bundesministerium für Gesundheit, Berlin) nannte als erste positive Schritte hin zu neuen Versorgungsstrukturen z.B. das im April in Kraft getretene GKV-Stärkungsgesetz, das mehr Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen bringen soll – mit neuen Modellen (z.B. Wahltarifen für Versicherte) und dem Ausbau der integrierten Versorgungslandschaft.

Der Leistungserbringer wird in Zukunft mehr ein Teamplayer als ein Einzelkämpfer sein müssen, um den veränderten Anforderungen Rechnung zu tragen. Dabei werden von allen an diesem Prozess beteiligten Institutionen die Bereitschaft zum Lernen, ein schlüssiges Gesamtkonzept und klare Projektstrukturen als Grundprinzipien für den Erfolg abverlangt werden, betonte Dr. Bialas. Als weiterer Erfolgsfaktor wird auch der konsequente Einsatz von IT-Technologien beim Aufbau von neuen Versorgungsstrukturen gesehen. Dr. Ulf Schutter (Vorstand des Ärztenetzes Marl) nannte unter anderem die elektronische Patientenakte (EPA) als Gewinn für Versicherte und Ärzte in einem Ärztenetz, welche Behandlungspfade für alle Beteiligte transparenter macht und somit eine effiziente Betreuung und qualitative Verbesserung der Versorgung darstellt. Das Ärztenetz Marl ist gegenwärtig in Kontakt mit zwei EPA-Anbietern, welche die Anbindung an alle im Ärztenetz vorhandenen PVS Systeme in absehbarer Zeit realisieren sollen.

Dass durch eine innovative Herangehensweise eine IT-Infrastruktur die Prozesse in Kliniken erheblich positiv beeinflussen kann, wurde im Referat von Jörg Focke (Leiter des Innovations-Center des Asklepios Future Hospitals, Barmbek) deutlich. Einerseits stärkt eine standardisierte Plattform die Kommunikation der Krankenhäuser untereinander und zu niedergelassenen Ärzten („elektronische Fallakte“); andererseits wurden durch das Projekt OneIT – welches für eine standardisierte Infrastruktur auf Basis von Microsoft- Technologien steht – die Gesamtkosten pro Endgerät um 36,7 % in einem Vergleichszeitraum von 2004 zu 2006 reduziert. Dies wurde im Wesentlichen durch eine deutliche Absenkung der Administrationsund Wartungskosten erreicht. Bei einem unveränderten IT-Budget ließ sich somit eine Verdopplung des Investitionsvolumens realisieren.

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