IT & Kommunikation

TeleMonitoring-Zentren: Qualitäts-Management und Datensicherheit

24.02.2011 -

TeleMonitoring-Zentren: Qualitäts-Management und Datensicherheit sind wichtig. Ein aktueller Fall bei dem eine autorisierte Weitergabe persönlicher Patientendaten einer deutschen Krankenversicherung an einen externen Dienstleister vermutet wird, unterstreicht die Notwendigkeit, das Qualitäts-Management von TeleMontoring-Zentren (TMZ) noch mehr in den Fokus zu rücken.

Das Qualitäts-Management kann die Aufgabe, Qualität und Effizienz von Systemen und Prozessen sicherstellen. Durch die Komplexität der eingesetzten IT-Infrastruktur sind Planer und Betreiber oftmals überfordert. Um einen speziell auf die Belange des TMZ zugeschnittenen Rahmen für das Qualitäts-Management-System (QMS) zu erarbeiten, hat die VDE-Initiative „MikroMedizin“ eine Expertenrunde aus Ärzten, Wissenschaftlern, Herstellern sowie benannten Stellen gebildet und in Anlehnung an die DIN EN ISO 9001 eine Anwendungsregel erstellt. Das VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut hat unlängst nach dieser Anwendungsregel das Vitaphone TeleMonitoring-Zentrum in Chemnitz erfolgreich zertifiziert. Damit setzt dieser Qualitätsstandard europaweit neue Maßstäbe für den Betrieb von telemedizinischen Zentren.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Vernetzung privater Haushalte durch das Internet sowie dem allgegenwärtigen Kostendruck im Gesundheitswesen bieten TeleMonitoring-Zentren eine effiziente Ergänzung zu traditionellen Dienstleistungen in der Betreuung chronisch Kranker. Das Zentrum fungiert dabei als Generalunternehmer einer überaus komplexen Struktur. Neben der Bereitstellung von Hard- and Software für die Patientenwohnung, der Installation der Datenkommunikation zwischen Patient, TMZ und Facharzt stellen der Aufbau einer effizienten Organisation, das Management sensibler Patientendaten und die damit verbundene Datensicherheit besondere Herausforderungen dar. Um sich angesichts der Komplexität dieser Aufgaben die Konformität zu den gesetzlichen Anforderungen und die Erfüllung der Kundenbedürfnisse bestätigen zu lassen, nehmen TeleMonitoring-Zentren oft die Dienste unabhängiger Institutionen in Anspruch.

Neben diesem Aspekt hat die Bewertung durch unabhängige Dritte vielfältige Zusatznutzen. So leistet sie Hilfestellung bei der Einführung eines wirksamen, kontinuierlichen Verbesserungsprozesses durch die aktive Einbeziehung der Mitarbeiter aller Hierarchiestufen und Disziplinen. Ferner unterstützt sie die Leitung dabei, die Implementierung des Konzeptes im Zentrum zu verbessern. Durch regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit wird so ein Beitrag geleistet, die Qualitätsstrategie kontinuierlich an die Bedürfnisse anzupassen.

Effiziente Untestützung

Weiterhin bildet das QMS den Rahmen für Audit und Zertifizierung, die sowohl den „Blick über den Tellerrand“ wie auch die formale Akzeptanz fördern: Der Blick über den Tellerrand entsteht aus der Interaktion und den Diskussionen mit den Auditoren, die eine langjährige Erfahrung in der Gesundheitswirtschaft gesammelt haben und daher die Organisation effizient bei der Umsetzung des QMS unterstützen können. Nicht zuletzt zollt die formale Bestätigung der Konformität durch eine Zertifizierung allen beteiligten Mitarbeitern Anerkennung und motiviert dazu, sich in den Verbesserungsprozess weiterhin aktiv einzubringen.

Eines der zentralen Themen im Audit ist die Überprüfung aller Mittel und Einrichtungen zum Schutz persönlicher Daten. Neben hierarchisch aufgebauten Zugangsbeschränkungen für Patienten, Ärzte und Verwaltungspersonal steht die Struktur der Software im Mittelpunkt. Die Sicherstellung der Datensicherheit von externen Unterauftragnehmern, z. B. für die Patientenversorgung, eine ausgegliederte EDV-Abteilung, oder jede andere vergebene Dienstleistung wird dabei genauso einbezogen, wie die Überprüfung von Kurzzeitspeicherung oder Langzeitarchivierung in Juke-Boxen, auf Magnetband oder WORM. Es wird überprüft, ob die Datensicherheit ein integraler und priorisierter Teil des Risiko-Managements ist, die Risikoklassifizierung angemessen ist, und Korrekturmaßnahmen adressiert und eingeführt wurden. Dabei werden auch Szenarien wie Datenverlust oder Datendiebstahl betrachtet.

Der Patient steht dabei immer im Mittelpunkt. Er ist umfassend über Inhalt und Art der angebotenen Dienstleistungen zu informieren. Vor jeglicher Weitergabe persönlicher Patientendaten an Dritte ist sein formales Einverständnis einzuholen und durch regelmäßige Umfragen seine Zufriedenheit mit den angebotenen Leistungen festzustellen – alles in allem bekannte Kernanforderungen an ein QMS.

Auditierung und Zertifizierung des Qualitäts-Management-Systems liefern einen messbaren Mehrwert bei der Verbesserung der Leistungsfähigkeit eines TMZ. Die Sicherstellung der Konformität zu den gesetzlichen Anforderungen mit Priorität auf Datensicherheit, Kosteneffizienz, Einbeziehung der Mitarbeiter und Kundenzufriedenheit sind die wesentlichen Punkte, um die Bedürfnisse aller Akteure bei TeleMonitoring-Anwendungen zu erfüllen. Die angemessene Berücksichtigung dieser Themen durch die Leitung dient nicht nur dazu, die Akzeptanz von TMZ in der Öffentlichkeit zu verbessern und damit zur weiteren Verbreitung dieser Dienstleistungen beizutragen, sondern auch dazu, das Leben chronisch Kranker ein wenig leichter zu machen. Konkrete Anwendungsbeispiele sind auf der Medica zu sehen und werden dort von Experten erläutert.

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