Labor & Diagnostik

Antibiotikatherapie: Welche Kompetenz ist erforderlich?

25.05.2014 -

Antibiotikatherapie: Welche Kompetenz ist erforderlich?. Ein großer Teil der Erfolge der modernen Medizin beruht auf der Arzneitherapie.
Ein wichtiger Bestandteil dessen ist die Antibiotikatherapie.

Dabei haben Studien belegt, dass es eminent wichtig ist, möglichst innerhalb der ersten vier Stunden die richtige Antibiotikatherapie zu beginnen. Das initiale Ansetzten der falschen Therapie oder eine Verspätung scheinen im Gegenteil negative Konsequenzen für das Outcome der Patienten zu haben.
Dies zieht eine längere Krankenhausverweildauer insgesamt, aber auch verlängerte intensivstationäre Behandlungszeiten und Beatmungszeiten mit erheblichen Mehrkosten nach sich.
Antimikrobielle Resistenzen werden zu einem immer wichtigeren Problem der öffentlichen Gesundheitspflege.
Bekannt ist, dass es signifikante Unterschiede in den Resistenzmustern in Europa gibt, und um diese zu beherrschen, unterschiedliche Methoden angewandt werden.
Nationale Programme, die die Überwachung von Resistenzen und den Verbrauch von Antibiotika koordinieren, wie sie bereits in den Niederlanden und einigen skandinavischen Ländern existieren, erscheinen sehr nützlich und sollten weiter ausgebaut werden.
Denn je mehr Antibiotika verschrieben werden, desto stärker nehmen Antibiotikaresistenzen und Nebenwirkungen zu.
Es wird immer schwieriger werden, zum Teil lebensbedrohliche Infektionen adäquat und effizient zu behandeln. Bei 30 % der Therapien mit Antibiotika wird sogar davon ausgegangen, dass sie unnötig gewesen sind.
In den Kliniken für Anästhesiologie der Charité konnte in den letzten Jahren gezeigt werden, dass die Entwicklung und Einführung von Standard Operating Procedures (SOPs) die Resistenzmuster deutlich verbesserten.
So konnte 2005 für den Problemkeim Pseudomonas aeruginosa für das Fluorchinolon Ciprofloxacin eine 95 %-Sensibilität (5% intermediär sensibel, 0% resistent) erreicht werden, im Gegensatz zur Gesamtklinik mit einer Sensibilität von nur 78 % (6 % intermediär sensibel, 16 % resistent).
Die erhebliche Kostenreduktion um 20 % seit Einführung der SOPs liegt sicherlich an der gezielteren Verabreichung dieser Medikamente.

Kontakt:
Dr. Irit Kürer
Kliniken für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
Charité Campus Virchow und Campus Mitte
D-Berlin
Tel.: 030/450-50

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