Labor & Diagnostik

HPV-Screening verbessert Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge

15.08.2011 -

Routinemäßiges HPV-Screening würde die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge auch in Deutschland drastisch verbessern: Zu diesem Ergebnis kamen Experten im Rahmen eines Fachsymposiums während der Roche Tage 2011 in Mannheim.

Über 99% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs gehen auf lang andauernde Infektionen mit Hochrisikotypen von Humanen Papillomviren zurück. Allein die beiden HPV-Genotypen 16 und 18 sind für rund 70% aller Zervixkarzinome verantwortlich. Diese Erkenntnis eröffnet neue Möglichkeiten im Kampf gegen den Krebs.

„Als Gesundheitspionier ist es die Aufgabe von Roche Diagnostics, innovative Lösungen für Patientinnen zu finden. Seit der US-Zulassung des cobas HPV Tests haben wir die Möglichkeit, das bisherige Gebärmutterhalskrebs-Screening zu verändern, und sind unserem Ziel, Ärzten zusätzliche Informationen für bessere und individuelle Therapie-Entscheidungen zu liefern, wieder einen Schritt näher", erklärte Jürgen Redmann, Geschäftsführer der Roche Diagnostics Deutschland GmbH.

Neben der empfohlenen HPV-Impfung für noch nicht infizierte Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren, stellen PCR-basierte HPV-Tests eine wichtige Ergänzung zu gängigen zytologischen Nachweismethoden (Pap-Test) dar. Sie können Infektionen mit HPV-Risikotypen direkt nachweisen und ermöglichen es so, Vorstufen des Krebses frühzeitig zu erkennen.

In Deutschland werden die Möglichkeiten innovativer diagnostischer Tests bislang zu wenig genutzt, wie Professor Herbert Pfister, Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Papillom- und Polyomaviren am Universitätsklinikum Köln, während der Roche Tage erläuterte. Nach wie vor wird hierzulande der Pap-Test als Standardmethode in der Prävention angewandt - trotz bekannter Schwächen: Neben schwer reproduzierbaren Ergebnissen ist vor allem die Sensitivität für die Erkennung von Krebsvorstufen oder Zervixkarzinomen vergleichsweise gering.

Positive Bilanz für die Früherkennung

In einem Pilotprojekt mit über 19.000 Frauen ab 30 Jahren untersucht Professor Karl Ulrich Petry, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Wolfsburg, seit 2006 die Machbarkeit eines primären HPV-Screenings. Neben zytologischen Tests werden die Frauen dabei auf eine Infektion mit HPV getestet - mit positiver Bilanz für die Früherkennung, wie Petry berichtete: In seiner Studie gebe es eine extrem hohe Evidenz dafür, dass ein primäres HPV-Screening - ob mit Zytologie oder allein - besser sei als bisherige zytologische Verfahren. So wurde bei 158 Teilnehmerinnen eine Krebsvorstufe oder ein Zervixkarzinom festgestellt. 157 davon hatte einen positiven HPV-Test - nur 76 der Patientinnen wiesen jedoch einen auffälligen zytologischen Befund auf.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die jüngst in den USA veröffentlichte „Athena"-Zulassungsstudie für den Roche cobas HPV Test, an der mehr als 47.000 Frauen teilnahmen. Durch HPV-Screening konnten in ihr mehr als ein Drittel zusätzlicher Fälle mit Vorstufen des Zervixkarzinoms aufgespürt werden, so Studienleiter Dr. Christoph Majewski von Roche Molecular Diagnostics. Dabei habe jede zehnte Frau, die zwar einen unauffälligen Zytologie-Befund aufwies, aber mit den HPV-Genotypen 16 und/oder 18 infiziert war, bereits Vorstufen eines Zervixkarzinoms aufgewiesen.

In den USA ist HPV-Screening mittlerweile Bestandteil der Vorsorgerichtlinien für Gebärmutterhalskrebs, auch in einigen europäischen Ländern wird HPV-Screening klar empfohlen. Die Experten ließen in Mannheim keinen Zweifel daran, dass sie sich auch hierzulande eine schnelle Einführung von routinemäßigem HPV-Screening wünschen würden.

 

 

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