Labormanagement in der Cloud

  • Prof. Dr. Johannes Aufenanger, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin am Klinikum IngolstadtProf. Dr. Johannes Aufenanger, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin am Klinikum Ingolstadt
  • Prof. Dr. Johannes Aufenanger, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin am Klinikum Ingolstadt
  • Priv.Doz. Dr. Matthias Orth, Ärztlicher Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin des Marienhospitals Stuttgart

Nachdem alle Disziplinen der Laboratoriumsdiagnostik gut abgebildet werden, stellen sich die Anbieter von Laborinformations- und -managementsystemen (LIMS) nun neuen Herausforderungen. Dazu gehören die Abrechnungsmodule nicht nur für niedergelassene Einsender, sondern auch für niedergelassene Laborärzte im Krankenhaus als Erbringer der Leistungen. Zudem wird Laborsoftware neuerdings in webbasierten Systemen angeboten. Hierbei müssen hohe Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Einst Sorgenkinder der Laborsoftware, sind heute die Blutgruppenserologie/Blutbank und Point-of-Care-Testing in aktuelle Laborinformationssysteme (LIMS) voll integriert. „Es gibt modulare Lösungen für jedes Laborprofil", kon­statiert Prof. Dr. Johannes Aufenanger, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin am Klinikum Ingolstadt und Visionär in Sachen Labor-EDV, im Gespräch mit M&K. „Auch die Histologie - im europäischen Ausland ohnehin integraler Teil der Labordiagnostik - und die Mikrobiologie werden von modernen LIMS papierlos verwaltet."

Automatische Zuordnung diverser Abrechnungsformen

Neue Lösungen mussten auch für die Abrechnung der Laborleistungen entwickelt werden. So können Ärzte, auch Laborärzte, laut Vertragsarztrechtsänderungesgesetz (VÄndG) von 2006 zugleich klinikärztlich und in Niederlassung tätig sein. „Dann muss das LIMS nicht nur mit dem Krankenhausinformationssystem KIS kompatibel sein, sondern auch den vollen Leistungsumfang einer Laborarzt-EDV erbringen", betont Aufenanger. Aufträge von externen niedergelassenen Ärzten sowie die Erfassung von Patienten, deren Status mehrmals von „ambulant" oder „vor-/nachstationär" in „stationär" wechseln kann, machten ebenfalls flexible Abrechnungsmodule notwendig, die von einigen Herstellern entwickelt wurden: „Auch das ist ein Erfolg der letzten Jahre", so Aufenanger.

Intuitiv bedienbare Oberflächen

PD Dr. Matthias Orth, Ärztlicher Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin des Marienhospitals Stuttgart, ist zugleich Betreiber einer Laborarztpraxis im selben Hause. Er hat mit den Abrechnungsmodulen moderner LIMS gute Erfahrungen gemacht. Und nicht nur das, wie der Vorsitzende der Sektion Labormanagement der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin betont: „Es gibt enorme Fortschritte in der Stabilität und Bedienerfreundlichkeit." Das bestätigt auch Aufenanger: „Die Benutzeroberflächen der LIMS sind heute intuitiv bedienbar.

Es wird praktisch jedem, der schon einmal mit Internetbrowser, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation gearbeitet hat, ein zügiger Einstieg gelingen."

Webbasierte Systeme ante ­portas

Diese Einfachheit der Bedienung sei auch Voraussetzung für den nächsten Schritt, das webbasierte LIMS - sinnvollerweise kombiniert mit einem ebenfalls webbasierten KIS. „Unterstützt wird die Anbindung der Analysegeräte und Bildschirmarbeitsplätze der Klinik an heterogene Systemlandschaften durch Module für die Standardprotokolle HL7, LDT, ASTM oder für spezielle proprietäre Protokolle", so Aufenanger. Seit Kurzem werde auch in Deutschland ein solches LIMS angeboten.

Das „LIMS in der Cloud" ist aber noch die Ausnahme. Gründe dafür sind neben den Kosten für die Neuanschaffung vor allem Sicherheitsbedenken. „Die Internetverbindung müsste störungsfrei und der Zugang strikt auf berechtigtes Personal beschränkt sein; hier sind zuverlässige Kontrollmechanismen vonnöten", betont Orth. Nach Meinung von Aufenanger ist aber auch dieses Problem lösbar, etwa mittels physischer oder virtueller Standleitungen, gesicherter Schnittstellen wie Thin Client oder Clientless SSL VPN und einer 256- oder doch mindestens 128-Bit-Verschlüsselung.

Einig sind sich beide Experten darin, dass auch und gerade kleinere Kliniken von solchen webbasierten Lösungen profitieren können: „Mehrere Kliniken können mit einem Zentrallabor vernetzt werden. Es muss weder Hard- noch Software für das LIMS im eigenen Haus vorgehalten und gewartet werden. Und bei einem Systemabsturz in Klinik oder Labor stehen die Daten dennoch als Backup auf dem webbasierten Server zur Verfügung", fasst Aufenanger die Vorteile zusammen.

 

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