Motto 17. Hauptstadtkongress für Anästhesiologie und Intensivtherapie: Unser Auftrag - Patientensicherheit

  • Prof. Dr. Thea Koch, Präsidentin DGAI.Prof. Dr. Thea Koch, Präsidentin DGAI.
  • Prof. Dr. Thea Koch, Präsidentin DGAI.
  • Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski, FRCA, Frankfurt/Main, Kongresspräsident HAI 2015

Der 17. Hauptstadtkongress für Anästhesiologie und Intensivtherapie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) steht unter dem Motto „Unser Auftrag – Patientensicherheit“.

Gerade in der Anästhesiologie und der Intensivmedizin stellt die Patientensicherheit eine hohe Herausforderung dar. Aus diesem Grund hat sich die DGAI schon lange vor dem Patientenrechtegesetz mit Weitsicht für Risikoprävention und Patientensicherheit eingesetzt. Die Anästhesiologie war Vorreiter in der Medizin bei der Etablierung von Critical Incident Systemen (CIRS) als Maßnahme eines effizienten Risikomanagements und der kontinuierlichen Fehlervermeidung. Unterstützt durch die Fachgesellschaft wurde schon vor vielen Jahren in vielen Kliniken das Simulatortraining implementiert und auf europäischer Ebene 2010 die „Helsinki Declaration for Patient Safety“ verabschiedet.

Während in der Vergangenheit die pharmakologischen und medizintechnischen Entwicklungen erheblich zur Verbesserung der Patientensicherheit führten, stehen heute neben den wissenschaftlichen Fortschritten vermehrt die Behandlungsprozesse, die Früherkennung von Komplikationen, die Human Factors und das Crisis Ressource Management im Fokus. Besondere Bedeutung kommt der Kommunikation im Team und der engen Abstimmung mit den operativen Partnern bei der steigenden Zahl von Hochrisikopatienten zu. Die Optimierung der Kommunikation ist eine gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten, die nur kollegial, interdisziplinär und interprofessionell bewältigt werden kann. Sie erfordert gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft, gemeinsam aus Fehlern zu lernen und das ärztliche Handeln immer wieder neu zu überprüfen. Trotz wirtschaftlicher Sachzwänge im heutigen DRG-System ist die Patientensicherheit an erste Stelle zu setzen. Seit der Etablierung der Anästhesiologie als eigenständiges Fachgebiet hat das Berufsbild des Anästhesisten einen grundlegenden Wandel vollzogen: Schon längst sind die Aufgaben nicht mehr auf die Narkoseführung und die intraoperative Patientenbetreuung begrenzt. Vielmehr begleitet der Anästhesist heute als Perioperativmediziner den Patienten in einem ganzheitlichen Prozess.

Nicht nur in der präklinischen, sondern auch in der innerklinischen Notfallmedizin trägt die Anästhesie mit ihren Notfallteams erheblich zur Patientensicherheit bei.

Die Etablierung von Strategien zum Erkennen des sich verschlechternden Patientenzustandes und die frühzeitige Therapie wird die Überlebensrate nach einem innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand erhöhen. Dies konnte in Studien bereits eindrucksvoll nachgewiesen werden.

Auch wenn die Anästhesie vermeintlich so sicher geworden ist, so hat uns doch die Publikation von Schiff et al. im British Journal of Anaesthesia 2014, die eine unerwartet hohe Inzidenz von schweren Komplikationen bei gesunden Patienten in Deutschland zeigte, wachgerüttelt und sensibilisiert, unser tägliches Handeln durch Aktualisierung des Wissensstandes ständig zu verbessern und auf Evidenz hin zu überprüfen. Die wissenschaftliche Analyse der Patientensicherheit zieht sich konsequent durch die Veranstaltungen aller Themengebiete der Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und auch der Schmerz- und Palliativmedizin ebenso wie durch das Pflegesymposium und das Rettungsdienstforum. Ein wesentlicher Faktor für die Patientensicherheit ist die lebenslange medizinische Fortbildung (CME) und die Verbesserung von Kompetenzen und praktischen Fertigkeiten. Hierzu werden wieder zahlreiche Workshops unter Einsatz von Simulation angeboten. Nutzen Sie die Chance, Ihr Wissen und Ihre Kompetenzen zu verbessern, Erfahrungen auszutauschen und werden Sie dem Kongressmotto gerecht.

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