Aus den Kliniken

Wenn die Patientensteuerung abhebt: Wie das Krankenhaus vom Flughafen lernen kann

06.07.2012 -

Passagiere und Patienten - da gibt es wenige Schnittstellen, sollte man meinen. Doch auch Krankenhäuser können vom Flughafen lernen, wie eine neue Fallstudie belegt. Das Klinikum Augsburg hat seine Patientensteuerung optimiert und nun gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen ECONSULT Wirtschaftsberatung GmbH (Augsburg/München) dazu eine Publikation veröffentlicht.

„Patienten, die ins Krankenhaus gehen, möchten einen möglichst planmäßigen und sicheren Aufenthalt", betont Klinikum-Vorstand Alexander Schmidtke. „Sie wünschen sich zuverlässige Informationen, und sie wollen nicht zuletzt mit einem deutlich verbesserten Gesundheitszustand wieder nach Hause gehen." Das Krankenhaus sowie die einweisenden Ärzte, haben ein hohes Interesse an der Professionalisierung des Einweiser-Managements und damit einer optimierten sowie planbaren Ressourcen-Auslastung, einer systematischen Verweildauersteuerung sowie an geplanten Entlassungen. Alle Beteiligten Leistungserbringer sollen sich unter qualitativen und wirtschaftlichen Aspekten am jeweiligen Patienten individuell ausrichten.

Die derzeitige Situation in vielen Krankenhäusern und Kliniken ist dadurch gekennzeichnet, dass zahlreiche Aufnahmetelefone existieren und Zuweiser wie Patienten oft zu viel Zeit in Telefonwarteschleifen oder -vermittlungen verbringen, um fachliche Fragen zu klären oder Termine zu vereinbaren. „Betrachtet man die Prozesse der Flugzeug- und Passagierabfertigung, sind solche Zustände bzw. Situationen wie im Krankenhaus heute undenkbar", erklärt Robert Wieland, Geschäftsführender Gesellschafter der ECONSULT Wirtschaftsberatung GmbH. „Alle Abläufe, Termine und Ressourcen richten sich an Flughäfen nach den Flugplänen und Boden-Umschlagszeiten aus - das kann auch am Krankenhaus funktionieren."

Um die Situation der Patientensteuerung zu optimieren, wurde im Herbst 2010 das Projekt „Patientensteuerung" gestartet. Die Zielsetzungen des Vorhabens umfasste folgende Inhalte:

  • optimale und effiziente Steuerung des Gesamtaufenthalts der Patienten
  • patientenzentrierte Steuerung: „Alle richten sich am Patienten aus!"
  • Reduktion bzw. Optimierung der Verweildauer
  • Steigerung des elektiven Patientenaufkommens („elektiver Notfall")
  • Je früher eine belastbare Planung, desto verlässlicher die Ressourceneinteilung und die Einhaltung der Termine
  • Größtmögliche Service-/ Kundenorientierung im Hinblick auf die Einweiser
  • (z.B. Erreichbarkeit, Ansprechpartner, Zuständigkeiten)
  • Entlastung der Ärzte und der Pflegenden von organisatorischen Aufgaben
  • Je mehr zielführende Tätigkeiten und Diagnostik „vorweg", desto weniger Belastung und Aufkommen auf den Stationen
  • Neue vereinfachte Regelungen, Instrumente und Verantwortlichkeiten für die Terminierung / Steuerung

Kernbestandteil der innovativen Lösung ist die Gesamtaufenthalts-Steuerung der Patienten auf drei Steuerungsebenen (3-Stufen-Modell).

Das neue Verfahren der Patientensteuerung am Klinikum Augsburg wird heute von den Beteiligten als „höchst effektiv gewertet, da eine zügige sowie gebündelte Planung erfolgt", so Klinikum-Vorstand Alexander Schmidtke. Aus Sicht der Unternehmensleitung findet das Modell großen Zuspruch.
„Die klareren Wege für Patienten und Zuweiser tragen in den Pilotkliniken zum steigenden wirtschaftlichen und inhaltlichen Erfolg bei. Die Zahl der elektiven Patienten sowie der Notfallpatienten ist gestiegen. Gleichzeitig gibt es eine bessere Koordination der Bettenbelegung und weiteren Maßnahmen während des gesamten stationären Aufenthalts", so Schmidtke. Ein Roll-Out des Konzeptes über das ganze Klinikum Augsburg ist geplant - allerdings mit jeweils individuellem Zuschnitt auf die Einzelspezifitäten der betroffenen Zentren und Kliniken. „Unternehmenserfolge benötigen belastbare inhaltliche Ziele sowie klare Strukturen - beide Faktoren sind in dem hier beschriebenen Modell der Patientensteuerung am Klinikum Augsburg verwirklicht", sind sich Alexander Schmidtke und Robert Wieland einig.

Die komplette Fallstudie kann beim Klinikum und bei ECONSULT kostenlos bestellt werden:

Klinikum Augsburg | Telefon 0821 400-4101 | E-Mail vorstand@klinikum-augsburg.de

ECONSULT Wirtschaftsberatung GmbH | Telefon 0821 999810-0 | E-Mail office@econsult-deutschland.de

 

Kontakt

Klinikum Augsburg

Stenglinstr. 2
86156 Augsburg

+49 821 400 01
+49 821 400 4585

ECONSULT Wirtschaftsberatung GmbH

Schaezlerstraße 6
86150 Augsburg

+49 821 999 810 0
+49 821 999 810 99

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