DKG: Pflegepersonaluntergrenzen bilden nicht die Versorgungsrealität ab

Zur Auswertung des ersten Quartals der Pflegepersonaluntergrenzen (PPUG) erklärt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß: „Mit 90% Erfüllungsquote unterstreichen die Kliniken ihre Verantwortung beim Einsatz des Pflegepersonals zur Vermeidung von Patientengefährdungen. Die Werte für die einzelnen Bereiche zeigen allerdings Abweichungen. In der Intensivmedizin werden die normativ vorgegebenen Werte mit höheren Quoten erreicht als in der Geriatrie.“ Auch zeige sich schon in der ersten Anwendung, dass die restriktiven Vorgaben für das Pflegehilfspersonal rückwärtsgewandte Anreize für die moderne arbeitsteilige Organisation der Pflege sind. Übereinstimmend erklärten alle Kliniken die extrem hohe Bürokratielast. Rund siebenhunderttausend Schichten mussten erfasst und ausgewertet werden. Daraus zieht die DKG die folgenden Schlussfolgerungen: Die normativen Vorgaben zu den einzelnen PPUG müssten auf Basis der vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus erhobenen aktuellen Personalbesetzungen angepasst werden. Dringend erforderlich sei die Berücksichtigung des gesamten Personaleinsatzes in der Pflege. Ebenfalls dürften unabweisbare Notfalleinlieferungen nicht länger zu Lasten der Kliniken angerechnet werden. Diese Mängel des bestehenden Systems könnten nur durch eine konzeptionelle Neuorientierung beseitigt werden, so die DKG. Notwendig sei ein Konzeptionswechsel zur Sicherung ausreichender Pflege in Form von bedarfsorientierten Anhaltszahlen, bei der die Ganzhausbetrachtung im Mittelpunkt stehe.

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