Studienergebnis: Erhebliche Unterschiede bei den Reinigungsergebnissen

Standards für den Reinigungsprozess erforderlich

Auch bei der manuellen Instrumentenaufbereitung gilt die Reinigung als ein entscheidender Faktor für den Erfolg des gesamten Aufbereitungsprozesses. Aufgewertet wurde dieser Schritt 2001 von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) mit der Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten".

Normative Mindestanforderungen zur Reinigungsleistung fehlen indes: Während für die zu erreichende Desinfektionswirkung bei der manuellen Aufbereitung klare Vorgaben gelten, z.B. durch Europäische Normen, werden an die Reinigungsleistung der Produkte keine verbindlichen Forderungen gestellt. Eine Empfehlung des RKI weist zumindest darauf hin, dass bei der Reinigung keine Produkte eingesetzt werden sollen, die Eiweißverbindungen fixieren könnten. Zum Zeitpunkt der Empfehlung kamen dafür als Verursacher hauptsächlich Produkte auf Glutaraldehydbasis infrage. Spätere experimentelle Untersuchungen zeigten jedoch auch für Peressigsäure eine ähnliche Oberflächenfixierung von getrocknetem Blut wie für Glutaraldehyd.

Wirkstoffe auf dem Prüfstand
Das Reinigungsvermögen handelsüblicher Produkte bei Eiweißanschmutzungen wurde jetzt erstmals in einer vergleichenden Studie untersucht. Die überprüften Produkte - zu denen sowohl reine Instrumentenreiniger als auch Desinfektionsreiniger gehörten - enthielten unterschiedliche Hilfs- und Wirkstoffe und repräsentieren die heutzutage üblicherweise zur manuellen Instrumentenreinigung eingesetzten Wirkstoffgruppen.

Sieben der insgesamt 18 Produkte waren Instrumentenreiniger auf Basis Neutralreiniger und auf enzymatischer bzw. alkalischer Basis. Weiterhin wurden elf aldehydfreie Desinfektionsreiniger untersucht, davon acht auf Basis von QAV, Amin, Aminderivat oder Guanidin und drei auf Basis von Peressigsäure (PES).

Für die Untersuchungen wurden Metallprüfkörper mit standardisiertem, getrocknetem Blut verwendet. Die Aufbereitung erfolgte ohne Mechanik in einem leichten Zirkulationsverfahren bei Einwirkzeiten bis 15 Min. und Einsatzkonzentrationen gemäß den jeweiligen Herstellerangaben. Die Reinigungsleistung wurde kontinuierlich über den Gesamtzeitraum bis zu 15 Min.

geprüft. Kriterium war die Menge des abgelösten Proteins, die fotometrisch und grafimetrisch bestimmt wurde.

Reiniger im Vorteil
Bei der angewandten Methode konnte ohne Mechanik in der üblichen kurzen Reinigungsphase keine hundertprozentige Reinigungsleistung erzielt werden, da die Fibrinschicht (ca. 5%) üblicherweise nur mit zusätzlicher Mechanik zu entfernen ist.

Die überprüften Produkte zeigten bei der Reinigung der Modellblutanschmutzung innerhalb einer 5- bis 15-minütigen Einwirkzeit ausgesprochen unterschiedliche Leistungen (siehe Grafik):

Reine Instrumentenreiniger
Die Reiniger schnitten trotz der zum Teil unterschiedlichen Ergebnisse - je nach Produkt - mit bis zu 97% Reinigungsleistung am besten ab. Jedoch reichen teilweise ausgelobte 2 Min. Einwirkzeit keinesfalls, insgesamt sind 5 bis 10 Min. erforderlich.

Desinfektionsreiniger auf Basis QAV/Aminderivat/Guanidin
In dieser Produktgruppe zeigten sich sehr große qualitative Unterschiede bei der Reinigungsleistung. Die Bandbreite reicht, auch abhängig von der Einwirkzeit, von 30% bis 91%. Insgesamt ist der Reinigungsvorgang langsamer als bei den Instrumentenreinigern.

Desinfektionsreiniger auf Basis PES
Gemäß Herstellerangaben und gemäß den Empfehlungen des VAH wurde der Desinfektions- und Reinigungsvorgang nach 5 bzw. 10 Min. beendet. Die Reinigungsleistung innerhalb dieser Einwirkzeit ist keinesfalls befriedigend - sie liegt zwischen 3% und 60%. Bei einem Desinfektionsreiniger auf PES-Basis wurde nahezu die gesamte Eiweißschicht noch auf dem Prüfkörper gefunden.
Fazit
Desinfektionsreiniger können gute Reiniger nur bedingt ersetzen. Die sehr unterschiedlichen Reinigungsergebnisse der untersuchten Produkte zeigen, dass eine definierte Mindestanforderung für die Reinigungsleistung bei der manuellen Instrumentenaufbereitung dringend erforderlich ist.

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