IT & Kommunikation

Strategische IT-Infrastruktur am Marienhospital Bottrop

03.06.2012 -

Strategische IT-Infrastruktur am Marienhospital Bottrop. Mit dem Umstieg auf ein neues KIS entschied sich das Marienhospital Bottrop auch zu einer Neustrukturierung und Konsolidierung des gesamten Rechenzentrums. Ziel war es, für die zukünftigen Anforderungen an eine moderne und leistungsfähige IT-Infrastruktur gerüstet zu sein.

Das bereits 1868 gegründete Krankenhaus bietet heute mit über 358 Betten ein umfangreiches und differenziertes Versorgungsangebot für die Stadt und Region Bottrop. Für die Umsetzung des für die neue Infrastruktur notwendigen Konzepts beauftragte das Marienhospital das Unternehmen Lean aus Neuss als Projektpartner und Generalunternehmer.

Auslöser: Umstellung des KIS

Die Übernahme des Herstellers des beim Marienhospital eingesetzten KIS durch einen anderen Anbieter im Jahr 2004 und die damit verbundene Unsicherheit über die Zukunft des Systems führte bei den Verantwortlichen des Marienhospitals zu der Entscheidung, auf ein anderes KIS umzusteigen und damit auch die längst fällige Neustrukturierung des Rechenzentrums in Angriff zu nehmen. „Die Zukunft des bestehenden KIS entwickelte sich in der Zeit nach der Übernahme immer mehr zu einer Hängepartie, so dass uns irgendwann gar keine andere Wahl mehr blieb, als uns für ein neues System zu entscheiden“, erinnert sich Olaf Milde, für die IT-Landschaft verantwortlicher, externer Projektleiter beim Marienhospital. „Auf der anderen Seite erhielten wir damit die Möglichkeit, uns auch im Bereich IT-Infrastruktur und RZ-Konsolidierung nach neuen Partnern umzusehen.“ Im Zuge der Ausschreibung für den Austausch der Altgeräte kam es dann zu einem ersten Kontakt mit Lean, einem Systemintegrator und Rechenzentrumsdienstleister mit mehr als zehnjähriger Erfahrung bei IT-Projekten in mittleren und großen Unternehmen. Und obwohl Lean in der Ausschreibung nicht das günstigste Angebot abgab, fiel die Entscheidung dennoch für eine umfassende Zusammenarbeit. „Der Hauptgrund für unsere Entscheidung lag im flexibleren Technikansatz und der Aussicht, einen Partner gefunden zu haben, dessen Kompetenz weit über die Lieferung und Installation von Hardware reicht“, bestätigt der Projektleiter.

Umfassendes IT-Infrastrukturkonzept umgesetzt

In der Folgezeit entwickelten die Experten von Lean nach Vorgabe der Fachleute beim Marienhospital ein umfassendes IT-Infrastrukturkonzept, das die Bereiche physikalische Sicherheit, Ausfallsicherheit, Serverkonsolidierung sowie ein auf zukünftige Anforderungen ausgerichtetes Storage-Konzept umfasst. So verfügt das neue Rechenzentrum über alle modernen Maßnahmen zur physikalischen Sicherheit von der Raumüberwachung über USVSysteme und Klimaanlage von APC sowie Zugangssicherheit durch Fingerprint- System und sauerstoffreduziertes Brandschutzsystem. Die Kühlaggregate arbeiten mit „Free Cooler“ Technik besonders energiesparend. Die Raumparameter können über Internet oder mobil per SMS kontrolliert und angepasst werden. Die Fernwartung des Systems wird über Sun Secure Global Desktop (früher Tarantella) möglich, Der Zugang erfolgt sicher über Internet, dabei werden sowohl die Verschlüsselungsprotokolle SSL v3 als auch TLS mit einer Schlüssellänge von bis zu 256 Bit verwendet; als Verschlüsselungs-Algorithmen kommen das bekannte RSA und das neue AES-256 zum Einsatz. Beide werden durch den Hash-Chiffrierer SHA-1 unterstützt.

Angriffe und Hackerattacken sind somit gänzlich ausgeschlossen Als Hardware kommen Server von Sun zum Einsatz, dabei stehen zwei Server für das KIS, zwei Server für die SAP-Anwendung und ein dedizierter Backup-Server für die Datenarchivierung zu Verfügung. Die Konsolidierung der übrigen Server- Systeme wie z.B. des Mail-Servers erfolgt auf zwei weiteren Sun-Rechnern über die Virtualisierungssoftware VMware Infrastructure 3. Insbesondere mit dem Storagekonzept auf Grundlage einer integrierten NAS-/SAN-Lösung der Firma NetApp konnte Lean beim Marienhospital punkten. „Das auf unseren Vorgaben erarbeitete Storagekonzept bietet uns die erforderliche Skalierbarkeit für die Zukunft“, so Milde. „Wir gehen davon aus, dass der Speicherbedarf im Krankenhaus auch in Zukunft rasant steigen wird. Im Gegensatz zu anderen Konzepten, bei denen wir kontinuierlich in neue Technologie hätten investieren müssen, bietet das Lean-Konzept schon heute die Flexibilität, mit den Anforderungen mitwachsen zu können. Darüber hinaus enthält die NetApp- Lösung die Möglichkeit, Daten nicht manipulierbar archivieren zu können. Dies ist gerade im Klinikumfeld eine wichtige Funktion, die wir anderenfalls hätten dazukaufen müssen.“ Und selbst bei der im Zuge der Umstellung auf das neue KIS notwendigen System- und Prozessintegration konnte der Anbieter unterstützend eingreifen. Mit der Integrationslösung eGate von Sun verfügt das Marienhospital über eine herstellerunabhängige Standardlösung bei der Schnittstellenintegration, ein Vorteil gegenüber den vielen proprietären Lösungen, wie Milde betont.

Fazit: Der Günstigste bekommt nicht immer den Zuschlag

Rückblickend auf die letzten 15 Monate resümiert Milde: „Den Ausschlag für die Projektvergabe an Lean gab nicht das günstigste Angebot, sondern das beste Preis-/Leistungsverhältnis sowie ein zukunftsorientiertes Gesamtkonzept mit der Flexibilität, für die Anforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.“ Die Übernahme des Systems in den Produktivbetrieb ist für Sommer 2007 vorgesehen.

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