EBM-Antibiotikadiagnostik: Richtung stimmt, Finanzierung noch nicht

Gesetzlich Krankenversicherte haben ab dem 1. Juli Anspruch auf zusätzliche labormedizinische Leistungen, die einer verbesserten Antibiotikatherapie dienen sollen:

Dazu wird die Bestimmung des Entzündungsmarkers Procalcitonin (PCT) neu in den Leistungskatalog der Kassen aufgenommen. Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) begrüßt diese Innovation in der Patientenversorgung, kritisiert jedoch die Leistungshonorierung.

Wie der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski betont, wird durch die Neuaufnahme der PCT-Bestimmung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) der zielgerichtete Einsatz von Antibiotika möglich, insbesondere bei Atemwegserkrankungen und septischen Zuständen, da Krankheitserreger - bakteriell oder viral - besser bestimmt werden können. Positiv sei auch, dass die neue Laborleistung nicht durch Budgetierung oder Wirtschaftlichkeitsbonus beschränkt werde.

Kritik übt der BDL-Vorsitzende dagegen an der Bewertung der neuen Leistung: "Die Leistungshonorierung ist leider zu gering und nicht kostendeckend." Außerdem weist er darauf hin, dass für die meisten übrigen Therapieentscheidungen die Bestimmung des C-reaktiven Proteins (CRP) in medizinischen Laboratorien ausreicht. Allerdings müsse das CRP über die Ausnahmekennziffern im EBM ("Kennnummern") zahlreichen Krankheitsbildern zugeordnet werden, damit dieser Labortest im Praxisalltag von Wirtschaftlichkeitsschranken ausgenommen werde. Um Schaden von den Patienten abzuwenden, müssten die Erörterungen hierzu noch einmal aufgenommen werden.

Er regt darüber hinaus an, bestimmte Basis-Laboruntersuchungen ganz aus der finanziellen Budgetierung herauszunehmen: "In der derzeitigen Diskussion, medizinische Grundleistungen aus der Budgetierung herauszunehmen, macht es absolut Sinn, auch die Labordiagnostik des Kapitels 32.2 des EBM einzubeziehen. Ohne dieses sogenannte Basislabor sind viele der Grundleistungen bei Haus- und Fachärzten gar nicht möglich. Hinzu kommt, dass die Labordiagnostik für das gesamte Gesundheitssystem eine wichtige Steuerungsfunktion übernimmt. Beispielsweise erfolgt die Patientensteuerung in vielen Rheuma-Strukturverträgen durch die Bestimmung einfacher Basis-Laborparameter", so Bobrowski.

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