Kardiale Marker: Neue Perspektiven für Labor, Klinik und Praxis

Nutzen von Troponin T und NT-proBNP als prognostische Marker zur Risikobewertung von Herz-Kreislauferkrankungen

Die Behandlung von Patienten mit akutem Herzinfarkt oder mit Herz-Kreislauferkrankungen als Begleiterscheinung von Rheumatoider Arthritis und Sepsis hängt entscheidend von einer schnellen und zuverlässigen Diagnose ab. Troponin T und NT-proBNP gewinnen in diesem Zusammenhang als prognostische Marker erheblich an Bedeutung. Den Nutzen dieser Marker beleuchteten namhafte Referenten bei einem Lunch-Symposium zum Thema "Kardiale Marker: Neue Perspektiven für Labor, Klinik & Praxis", das Roche Ende September 2010 im Rahmen der 7. Jahrestagung der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin in Mannheim veranstaltete. Den Vorsitz hatte Prof. Dr. Rudolf Tauber, Ärztlicher Leiter des Charité Centrums für diagnostische und präventive Labormedizin und Direktor des Zentralinstituts für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie der Charité in Berlin. Kardiales Troponin T ist ein spezifisches Molekül im Herzmuskel, das nach irreversibler Zellschädigung über lange Zeit im Blut erhöht nachweisbar ist und eine schwere Herzmuskelschädigung anzeigt. Studienergebnisse von Prof. Dr. Hugo A. Katus, Geschäftsführender Direktor der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg und Herausgeber des Journals "Clinical Research in Cardiology", belegen, dass bereits minimale Freisetzungen des Proteins Troponin T in den Herzmuskelzellen einen Hinweis auf ein erhöhtes kardiales Risiko geben. Katus hob in diesem Zusammenhang den medizinischen Wert neuerer Biomarker-Tests wie Elecsys Troponin T high sensitive von Roche hervor: "Die bisher in der klinischen Routine eingesetzten Troponinassays waren noch durch eine ungenügende analytische Sensitivität limitiert. Mit Elecsys Troponin T high sensitive können nun aber minimale Troponinerhöhungen im Blut mit hoher Präzision gemessen werden." Jürgen Redmann, Geschäftsführer von Roche Diagnostics Deutschland, unterstreicht in diesem Zusammenhang die Bedeutung standardisierter Tests: "Roche entwickelt standardisierte Biomarkertests mit dem Ziel, vergleichbare Ergebnisse zu erzielen und damit die Basis für eine frühestmögliche, nutzbringende Diagnostik zu schaffen, die den Arzt effektiv unterstützt." NT-proBNP vor Schmerzmittel-TherapieViele Patienten mit Rheumatoider Arthritis oder Osteoarthritis erhalten Schmerzmittel, oft traditionelle Nicht-Steroidale Antirheumatika (tNSAR) oder selektive Cox-2-Inhibitoren.

Für die Cox-2-Hemmer ist bekannt, dass die Langzeitanwendung mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse verknüpft ist. Dies scheint ebenso für die tNSAR (z.B. Diclofenac, Ibuprofen) zu gelten. Eine Studie, die Prof. Dr. Kay Brune, Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität Erlangen, vorstellte, weist darauf hin, dass Patienten mit einem Wert des natriuretischen Peptids NT-proBNP oberhalb von 100 pg/ml vor Beginn der Behandlung mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln ein 3,53fach höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse haben als Patienten mit niedrigem Spiegel. "Damit zeigt NT-proBNP", so Brune, "auch nach Stratifizierung für andere Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen, Nierenschädigung und vorangegangene kardiovaskuläre Ereignisse eine starke prognostische Aussagekraft für kardiovaskulären Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz." NT-proBNP bei Sepsis: Die ProFS-StudieFür die Ärzte in der Notaufnahme oder auf der Intensivstation einer Klinik erweist sich NT-proBNP ebenfalls als wertvoller prognostischer Marker: Er gibt Hinweise auf akute Herz-Kreislaufrisiken bei Patienten mit Sepsis. Dies bestätigen Studien, die Joachim Wilhelm und Prof. Dr. Karl Werdan vom Universitätsklinikum Halle (Saale) durchgeführt haben. Wilhelm, Arzt an der Klinik für Innere Medizin III, stellte die Ergebnisse der Studie zur Prognose der Frühen Sepsis (ProFS-Studie) vor. Sie sollte nachweisen, ob NT-proBNP auch einen prognostischen Wert bei Patienten mit einer vermuteten schweren Infektion zum Zeitpunkt der Aufnahme in der Notaufnahme der Klink hat. Bei der Studie wurden 142 Patienten unterschiedlichen Alters und Geschlechts beobachtet, von denen 59 auf die Intensivstation überwiesen wurden, sowie 26 eine Beatmung und 16 eine Dialyse benötigten. Geprüft wurde, ob ein erhöhter Procalcitonin-Spiegel (PCT-Wert = 2 ng/ml) als Indikator für eine schwere bakterielle Infektionmit einem erhöhten NT-proBNP-Wert korrelierte. Tatsächlich war dies bei 60 Patienten der Fall. "NT-proBNP hat eine gute prognostische Aussagekraft bei Patienten mit schwerer Infektion bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme in der Notaufnahme", so Wilhelm. Zu Troponin TKardiale Troponine (cTn) sind Bausteine des Herzens, die an der Herzmuskelkontraktion beteiligt sind. Die Proteine werden bei einer Herzschädigung (z. B. bei Herzinfarkt) in das Blut freigesetzt. Dank ihrer hohen Gewebespezifität ist ihre Aussagekraft als Biomarker für die Diagnose des Akuten Koronarsyndroms (AKS) und des Myokardinfarkts sehr groß. Aufgrund der hohen Sensitivität neuerer Tests gibt Troponin T in Zukunft auch Aufschluss bei chronischen Herzerkrankungen. Zu NT-proBNP Das N-terminale (Typ B) Natriuretische Peptid (NT-proBNP) ist ein Spaltprodukt von BNP. BNP wird bei kardialer Belastung durch Druck, Volumen oder eine Ischämie von den Myokardzellen des Ventrikels infolge des Dehnungsreizes in die Blutbahn ausgeschüttet und trägt somit zur Senkung des Blutdrucks bei. NT-proBNP ist vor allem in Serum und Plasma zu finden. Es hat eine höhere Stabilität und deutlich längere Halbwertzeit als BNP. Da der Biomarker deshalb mit großer Genauigkeit gemessen werden kann, hat er sich bei der Diagnose der akuten und chronischen Herzinsuffizienz etabliert. Darüber hinaus wird NT-proBNP unter anderem zur prognostischen Einschätzung bei Herzinsuffizienz sowie weiteren kardialen Erkrankungen, wie stabiler Angina pectoris oder gesicherter Lungenembolie, eingesetzt.

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