Traditionsbewusst im Trend: Deutscher Urologenkongress 2006

  • (links) Dr. Christian Doehn, Leitender Oberarzt und Stellvertretender Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Urologie UK-SH, Campus Lübeck, und Kongresssekretär  (rechts) Prof. Dr. Dieter Jocham, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie UK-SH(links) Dr. Christian Doehn, Leitender Oberarzt und Stellvertretender Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Urologie UK-SH, Campus Lübeck, und Kongresssekretär (rechts) Prof. Dr. Dieter Jocham, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie UK-SH

Traditionsbewusst im Trend: Deutscher Urologenkongress 2006. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) wurde vor 100 Jahren in Stuttgart gegründet.
In diesem Zeichen steht auch das Eröffnungsforum des diesjährigen 58. Urologenkongresses mit dem Titel „Das Jahrhundert der Harnableitung“.
Der mit über 7.000 Teilnehmern weltweit drittgrößte Urologenkongress tagt vom 20.–23. September 2006 in Hamburg unter der Leitung von Prof. Dieter Jocham aus Lübeck.

Die Zahl eingereichter wissenschaftlicher Beiträge lag mit 798 so hoch wie nie zuvor. Über 30 Vortrag- und Postersitzungen sowie zwei Filmsitzungen wurden aus den fast 500 angenommen Beiträgen zusammengestellt (www.dgu-kongress.de).
Sechs Postersitzungen mit experimentellen Fragestellungen werden in englischer Sprache abgehalten und sind somit auch einem internationalen Publikum zugängig.
Bösartige Erkrankungen wie Prostata-, Blasen-, Nieren- oder Hodenkrebs, eine gutartige Prostatavergrößerung, eine Urolithiasis oder Blasenfunktionsstörungen betreffen jeweils (!) mehr als 5 % aller Deutschen.
Demnach sind Beiträge zur Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen auf dem diesjährigen Kongress wiederum stark vertreten. Neben den wissenschaftlichen Sitzungen befassen sich insgesamt 28 Hauptforen mit den aktuellen Themen.
Verschiedene Referenten aus Fachrichtungen wie Chirurgie, Gynäkologie, Radiologie und Innere Medizin werden den berühmten Blick über den Tellerrand erleichtern. In 15 Satellitensymposien werden populäre Fragestellungen vertiefend erörtert.
In der Urologie lässt sich ein eindeutiger Trend zugunsten minimalinvasiver (teilweise sogar medikamentöser) Therapieverfahren ausmachen. Ein Paradebeispiel stellt in diesem Zusammenhang das fast vollständige Verschwinden offenoperativer Niereneingriffe wegen einer Nephrolithiasis nach Einführung der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) dar.
Laparoskopische und endoskopische OP-Verfahren können heute praktisch alle offen-operativen Methoden nachahmen – auch wenn das noch nicht in allen Fällen sinnvoll ist.


Vor diesem Hintergrund stellen immuntherapeutische Ansätze uro-onkologischer Erkrankungen und minimal-invasive OP-Verfahren sowie medikamentöse Therapieansätze der Prostatavergrößerung, Urolithiasis und Blasenfunktionsstörungen drei Schwerpunkte des Kongresses dar.
Letztgenannte Thematik wird ebenfalls in einem zweistündigen Patientenforum behandelt.
Die Immuntherapie uro-onkologischer Erkrankungen ist für bestimmte Ansätze wie BCG zur Rezidivprophylaxe des oberflächlichen Harnblasenkarzinoms seit vielen Jahren etabliert.
Für das Prostatakarzinom und Nierenzellkarzinom sind neue Verfahren wie Vakzineansätze, Antikörper oder Inhibitoren der Tyrosinkinase in fortgeschrittenen Stadien der klinischen Prüfung oder sogar zur Therapie zugelassen.
Zu den Hauptzielen gehört hierbei das Erreichen einer Überlebensverlängerung bei nicht beeinträchtigter oder sogar verbesserter Lebensqualität.
Ungeklärte Fragen betreffen den optimalen Beginn derartiger Therapieverfahren, mögliche Kombinationen mit anderen, z.B. operativen Therapieansätzen sowie das Immunmonitoring.
Dem wissenschaftlichen Nachwuchs wird auf unterschiedliche Art eine Plattform zur Präsentation gegeben.
Neben verschiedenen Präsentationspreisen wird es für neun Studenten unter den Kategorien „Die Besten für die Urologie“ sowie „Promotionspreis“ die Möglichkeit zur Kongressteilnahme in Form eines Reisestipendiums geben.
Junge, wissenschaftlich aktive Ärzte bekommen ein eigenes Hauptforum mit dem Titel „Science around Thirty“. Das Pflege- und Assistenzpersonal wird umfänglicher denn je in den Kongress eingebunden und wird sich auch in zunehmender Wissenschaftlichkeit an zwei von vier Kongresstagen präsentieren.
Die DGU ist sich ihrer Tradition bewusst und präsentiert ihre wichtigsten Erkenntnisse der letzten 100 Jahre in zwei historischen Hauptforen.
Die damalige Verselbstständigung des Faches ist fester Bestandteil dieser Tradition.
Eine historische Ausstellung komplettiert den Bogenschluss mit der Vergangenheit. Wichtige Personalentscheidungen, wie der anstehende Wechsel in der Führungsspitze des Berufsverbandes Deutscher Urologen (BDU), werden ebenso wie die jüngsten Entwicklungen im Gesundheitswesen die berufspolitischen Veranstaltungen dominieren.
Die deutschen Urologen heißen ihre Gäste in Hamburg willkommen. In ihrem Namen freuen wir uns auf Ihre Teilnahme.

Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. Christian Doehn
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
(UK-SH), Campus Lübeck
Klinik und Poliklinik für Urologie
D-Lübeck
Tel.: 0451/500-6113
Fax: 0451/500-4666
doehn@medinf.mu-luebeck.de
www.urologie.uni-luebeck.de
www.dgu-kongress.de

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