Medizin & Technik

„European Institute of Molecular Imaging“: Siemens unterstützt Gründung des ersten Instituts für molekulare Bildgebung

25.07.2014 -

„European Institute of Molecular Imaging“: Siemens unterstützt Gründung des ersten Instituts für molekulare Bildgebung. Siemens Medical Solutions hat eine Vereinbarung über die Förderung des ersten interfakultären „European Institute of Molecular ImagingEIMI“ an der Universität Münster unterzeichnet.
Das EIMI soll im Oktober 2006 seine Arbeit aufnehmen. Die Universität erwartet von der Instituts-Gründung eine weitere Stärkung ihrer Fachkompetenz in der molekularen Bildgebung.

Die Universität Münster und das Universitätsklinikum gehören zu den Vorreitern bei der Forschung zur molekularen Bildgebung.
Bereits im Juni 2005 wurde ein interdisziplinärer Sonderforschungsbereich „Molekulare kardiovaskuläre Bildgebung MoBil“ unter Einbeziehung von vier Fakultäten eingerichtet.
Es ist das erste von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Kompetenzzentrum für molekulare Bildgebung in Deutschland.
Das neue EIMI umfasst zwei Arbeitsgebiete.
Der Bereich „Target Biology & Chemistry“ wird sich auf die Entwicklung von Biomarkern konzentrieren, die mit bildgebenden Verfahren dargestellt werden können.
Kernpunkt des zweiten Arbeitsbereichs „Technology & Imaging“ ist die technologische Weiterentwicklung der Verfahren.
Ein „Joint Review Committee“ aus Vertretern der Universität und Siemens soll Studien entwickeln, die Forschungsaktivitäten koordinieren und Studiendaten austauschen.

Schwerpunkt Herz-Kreislaufkrankheiten
Das EIMI wird den Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit auf Herz-Kreislaufkrankheiten legen, sagte Prof. Dr. Otmar Schober, Sprecher des Sonderforschungsbereichs 656 an der Universität Münster.
Zu den Forschungstätigkeiten gehört der Versuch, das individuelle Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse von Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) genauer bestimmen zu können. Denn etwa die Hälfte der Herzinfarkte ist auf Stenosen zurückzuführen, die als nicht relevant angesehen werden, weil sie das Gefäßlumen weniger als 50% einengen, sagte Schober.
Deshalb soll im EIMI u.a. die Bedeutung der Matrixmetalloproteinasen (MMPs) untersucht werden. Bei einer vermehrten MMPs-Bildung schneiden diese proteolytischen Enzyme ateriosklerotische Plaques wie eine Schere auf.
In einem solchen Fall kommt es zur Plaqueruptur und einem thromboembolischen Ereignis wie einem Herzinfarkt.
Die molekulare Bildgebung hat das Potential, solche vulnerablen Plaques zu identifizieren, indem mit molekularen Kontrastmitteln Risikofaktoren für eine Plaqueruptur wie eine gesteigerte MMPs-Bildung erkannt werden.

Gewinn für beide Seiten
„Die neue Partnerschaft mit der Universität Münster ist ein Gewinn für beide Seiten“, betonte Prof. Dr. Erich R. Reinhardt, Mitglied des Vorstandes von Siemens und Vorsitzender des Bereichsvorstands Medical Solutions.
Neben der Entwicklung von Biomarkern gehört es zu den gemeinsamen Zielen, Gefäßveränderungen frühzeitig zu erkennen, die individuelle Prognose des Patienten einzuschätzen und neue Therapien zu evaluieren. Weiter soll die kardiovaskuläre Diagnostik verbessert und diagnostische Geräte weiter entwickelt werden.
Dabei ist es laut Reinhardt die Strategie von Siemens, durch Innovation und Prozessoptimierung eine Steigerung der Effizienz im Gesundheitswesen zu bewirken.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde mit der Akquisition der US-Firma Diagnostic Products Corporation (DPC) und Bayer Diagnostics der erste voll integrierte in vivo und in vitro Lösungsanbieter im Bereich Diagnostik geschaffen.
Durch die Übernahmen steigt Siemens Medical Solutions bei der Immundiagnostik weltweit zur Nummer zwei auf. Durch die Akquisition von Bayer Diagnostics wird laut Reinhardt das stark wachsende Segment der molekularen Diagnostik auf Basis von Genanalysen (Nucleid Acid Testing) erschlossen.
Bayer Diagnostics ist zudem einer der Weltmarktführer in der klinischen Chemie, der Laborautomatisierung und in der Hämatologie.
„Die Akquisition von Bayer Diagnostics stärkt unser profitables Wachstum und eröffnet Synergiepotentiale über die Integration mit DPC“, sagte Reinhardt weiter.

Quelle: Pressegespräch aus Anlass der Gründung des interfakultären „European Institute of Molecular ImagingEIMI“ an der Universität Münster in Erlangen am 3. Juli 2006.

Dr. Ralph Hausmann, Frankfurt

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