iFuse – Eine minimal-invasive Methode zur ISG Fusion

  • PD Dr. Robert Pflugmacher, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum BonnPD Dr. Robert Pflugmacher, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Bonn
  • PD Dr. Robert Pflugmacher, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Bonn
  • Abb. 1: Parallele Verbindung des Kreuzbeins und des Darmbeins mittels der Implantate
  • Abb. 2: Mittlerer VAS zu den Untersuchungszeitpunkten (senkrechte Linien kennzeichnen die Standardabweichung)
  • Abb. 3: Mittlerer ODI zu den Untersuchungszeitpunkten (senkrechte Linien kennzeichnen die Standardabweichung)

Das iFuse Implantat-System ist eine neuartige minimal-invasive Methode zur Versteifung des Iliosakral­gelenkes.

Erkrankungen im Bereich des Iliosakralgelenks (ISG) sind eine häufige Ursache (15-30 % der Patienten) für auftretende Schmerzen im Bereich des unteren Rückens. Bei 75 % von Patienten mit lumbalen Spondylodesen konnte eine Degeneration des Iliosakralgelenkes nachgewiesen werden. Durch konservative Behandlungen kann bei einem Großteil der Patienten eine Besserung der Beschwerden erreicht werden. Wenn konservative Therapien jedoch erfolglos bleiben, bietet die Arthrodese eine weitere Behandlungsmöglichkeit. Für die Durchführung gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Techniken, die jedoch oft keine langfristig zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen und häufig mit langen Nichtbelastungsphasen, einem hohen Bedarf an Knochenmaterial und hohem Blutverlust verbunden sind.

Das iFuse Implantat-System ist eine neuartige minimal-invasive Methode zur Versteifung des Iliosakralgelenkes. In dem Universitätsklinikum Bonn wurden bereits erste Eingriffe mit dem Implantat vorgenommen und dessen Wirksamkeit sowie Sicherheit untersucht.

Das Implantat

Das iFuse Implantat-System wurde von SI-Bone Inc. (San Jose, CA) entwickelt und wird in Deutschland vertrieben durch die ORTHOVATIVE GmbH. Es setzt sich aus drei dreieckigen Titan-Implantaten zusammen. Diese sind in den Längen 30-55 mm (Durchmesser: 4,00-7,00 mm) erhältlich und werden mit Hilfe eines speziellen Kanülensystems eingesetzt, um die Schnittfläche zu minimieren und Weichteilexpositionen sowie Sehnenreizungen möglichst gering zu halten. Zur zusätzlichen Stützung der Knochenfixierung sind alle Implantate mit einer unregelmäßigen Oberflächenbeschichtung aus Porous- Plasma-Spray überzogen.

Chirurgisches Verfahren

Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und fluoroskopischer Kontrolle. Zunächst wird eine ca. 3 cm lange Inzision zwischen Beckenkamm und Trochanter major vorgenommen. Durch diese wird ein Führungsdraht quer zum Iliosakralgelenk eingeführt und ein weichteilschützendes Kanülensystem angebracht. Nach durchgeführter Tiefenmessung und entsprechender Bohrung wird das Implantat über das Kanülensystem eingebracht.

Diese Schritte werden für die zwei weiteren Implantate wiederholt, sodass die Implantate eine zueinander parallel angeordnete Verbindung des Kreuzbeins und Darmbeins bilden (Abb. 1). Anschließend wird die Inzision verschlossen.

Klinische Daten

Im Universitätsklinikum Bonn wurden bislang bei sieben Patienten (Alter 52 ± 6,47 Jahre) ISG-Fusionen mit iFuse durchgeführt. Von allen Patienten wurden präoperativ und sechs Monate postoperativ die Schmerzen mittels visueller Analog Skala (VAS) und die funktionale Beeinträchtigung durch den Oswestry-Disability-Index (ODI) ermittelt.

Alle Patienten zeigten eine deutliche Schmerzreduktion und Verbesserung der funktionalen Beeinträchtigung durch die Fusion (Abb. 2, Abb.3). Der mittlere VAS verbesserte sich nach sechs Monaten höchstsignifikant von 63,86 ± 14,81 auf 32,14 ± 14,81 (p < 0,0001) und der mittlere ODI zeigte eine höchstsignifikante Verbesserung von 42,29 ± 8,88 auf 17,43 ± 4,58 (p < 0,0001).

Fazit

Das iFuse Implantat-System ist eine effektive und sichere Methode zur Durchführung einer ISG- Versteifung. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass durch die Implantation eine deutliche Schmerzreduktion und Verbesserung der funktionalen Beeinträchtigung über einen mittelfristigen Zeitraum erzielt werden kann. Um den Langzeiteffekt des Implantats zu bewerten und die erhaltenen Ergebnisse zu vervollständigen, sollten jedoch noch weitere Studien mit größeren Patientenzahlen und längerem Follow-Up erfolgen.

 

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