ACS-Behandlung als interdisziplinäre Herausforderung

Von der notfallmedizinischen Erstversorgung über die stationäre Behandlung im Krankenhaus bis hin zur Nachsorge im niedergelassenen Bereich - das akute Koronarsyndrom (ACS) ist eine Erkrankung mit vielen Stationen und stellt daher eine interdisziplinäre Herausforderung dar.

Für eine erfolgreiche Therapie sind somit verschiedene Aspekte entscheidend: Dazu gehört neben einer engen Kooperation der einzelnen Versorger auch eine schnelle Akutversorgung und der leitliniengerechte Einsatz innovativer Therapien, wie die Behandlung mit dem oralen Thrombozytenaggregationshemmer Ticagrelor (Brilique). Dieser steht seit 2011 zur ACS-Behandlung zur Verfügung und senkt Studiendaten1 zufolge die kardiovaskuläre Mortalität stärker als der bisherige Therapiestandard Clopidogrel. Über die verfügbaren Therapieoptionen sowie die interdisziplinären Herausforderungen im Rahmen der ACS-Behandlung diskutierten führende Experten aus Notfallmedizin und Kardiologie bei einer Veranstaltung im Rahmen des Deutschen Interdisziplinären Notfallmedizin Kongresses (DINK) in Wiesbaden.

„Die ACS-Behandlung ist eine interdisziplinäre Herausforderung. Um Patienten bestmöglich zu versorgen, müssen die Interventionen aller beteiligten Ärzte perfekt ineinandergreifen", sagte Prof. Christoph Bode, Freiburg. „Die Notfallmedizin spielt hierbei eine wichtige Rolle, denn nach dem Akutereignis ist Zeit der entscheidende Faktor."

Für die Versorgung der Patienten seien in der Notfallmedizin eine rasche Erstversorgung, kurze Transportzeiten und klare Verantwortlichkeiten entscheidend. Nur wenn diese Prozesse funktionieren, könne eine optimale Versorgung der ACS-Patienten gewährleistet werden, so Bode.

Wertvolle Daten für die Notfallmedizin werden von der Atlantic-Studie2 erwartet, die Ende 2011 in Deutschland gestartet ist. Untersucht werden darin Wirksamkeit und Sicherheit einer Ticagrelor-Gabe im Rettungswagen verglichen mit der späteren Verabreichung im Krankenhaus bei STEMI-Patienten mit geplanter perkutaner Koronarintervention (PCI).

Kardiovaskuläre Mortalität gesenkt

Der Einsatz von Ticagrelor in der Klink ist bereits umfassend dokumentiert: Die Ergebnisse der groß angelegten PLATO-Studie mit mehr als 18.600 Patienten zeigen, dass Ticagrelor das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses (Myokardinfarkt, kardiovaskulärer Tod und Schlaganfall) signifikant stärker senkt als eine Therapie mit dem bisherigen Standard Clopidogrel (9,8 versus 11,7%, p<0.001).1 „Bemerkenswert ist, dass erstmals in einer kontrollierten klinischen Studie auch die kardiovaskuläre Sterblichkeit von ACS-Patienten im Vergleich zu Clopidogrel signifikant gesenkt werden konnte", sagte Professor Hugo Katus, Heidelberg.

Die relative Risikoreduktion der kardiovaskulären Mortalität unter Ticagrelor lag in PLATO bei 21% (4,0 versus 5,1%, p=0,001).1 Bereits nach 30 Tagen zeigte sich ein signifikanter Vorteil für Ticagrelor, der sich über die Behandlungsdauer von zwölf Monaten weiter vergrößerte.1 Ein weiterer Vorteil liegt in dem breiten Patientenklientel, das von Ticagrelor profitiert: Gleichzeitig eingenommen mit Acetylsalicylsäure (ASS) ist Ticagrelor unabhängig von der Schwere der Erkrankung und der gewählten Behandlungs-strategie wirksam.3

Patienten, die mit Ticagrelor und ASS behandelt wurden, zeigten häufiger leichte Blutungen wie Nasenbluten oder Hämatome sowie ein erhöhtes Risiko für schwere Blutungen, die nicht auf eine koronare Bypassoperation zurückzuführen waren. Die Gesamtzahl der schweren Blutungen unter Ticagrelor war in PLATO jedoch nicht häufiger als unter Clopidogrel (11,6 versus 11,2%, p=0,43). Zu den Nebenwirkungen von Ticagrelor gehören Dyspnoe und bradykarde Ereignisse.1

Literatur

  1. Wallentin L et al. N Engl J Med. 2009, 361(11): 1045-57
  2. Atlantic = A 30 Day Study to Evaluate Efficacy and Safety of Pre-hospital vs. In-hospital Initiation of Ticagrelor Therapy in STEMI Patients Planned for Percutaneous Coronary Intervention (PCI)
  3. Fachinformation Brilique, Stand Oktober 2011

 

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