Hygiene

Neue Studien mit Celecoxib: Gastrointestinale Sicherheit und Verträglichkeit bestätigt

08.08.2014 -

Neue Studien mit Celecoxib: Gastrointestinale Sicherheit und Verträglichkeit bestätigt. Neue klinische Studien bestätigen das vorteilhafte gastrointestinale Sicherheitsprofil des selektiven COX-2-Inhibitors Celebrex (Celecoxib).
Die Daten wurden auf dem Kongress der „European League Against Rheumatism“ (EULAR) in Amsterdam, Niederlande, präsentiert.

So konnten mit einer Studie die Bedenken gegen eine Kombinationstherapie mit Acetylsalicylsäure (ASS) und Celecoxib bezüglich der gastrointestinalen Sicherheit weitgehend ausgeräumt werden.
662 gesunde Probanden erhielten Celecoxib 200 mg zweimal täglich plus ASS 81 mg einmal täglich, Naproxen 500 mg zweimal täglich plus ASS 81 mg oder Placebo plus ASS 81 mg über ein Woche.
Signifikant mehr Probanden entwickelten unter der Therapie mit Naproxen und ASS endoskopisch bestätigte Magen- oder Duodenalulzera (65 von 257, 25,3 %) als unter Celecoxib und ASS (18 von 257, 7 %).
Auch in einer ähnlich angelegten Studie mit einer höheren ASS-Dosierung (325 mg täglich) hatten signifikant weniger Patienten (37 %) unter der Co-Medikation mit Celecoxib (200 mg täglich) gastrointestinale Ulzera als unter Naproxen (500 mg zweimal täglich). Wie die Studie weiter ergeben hat, besteht auch bei der Therapie mit Celecoxib in Kombination mit ASS im Vergleich zu ASS allein ein erhöhtes Ulkus-Risiko.
Dieses ist jedoch signifikant niedriger im Vergleich zur Co-Medikation mit Naproxen.
Die Ergebnisse sind von besonderer Bedeutung, weil viele Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) oder Osteoarthritis zur kardiovaskulären Prophylaxe ASS benötigen, betonte der Studienleiter Jay Goldstein von der University of Illinois, Chicago.

Compliance mit NSAR und PPI niedrig
Auf eine große Gefahr für ältere Patienten, die nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen, macht eine ebenfalls auf dem EULAR präsentierte Kohortenstudie aus den USA aufmerksam.
Bei 2.560.420 NSAR-Verschreibungen wurden nur in 501.113 Fällen (19,6 %) zusätzlich Protonenpumpenblocker (PPI) oder Misoprostol verordnet. Im Jahr 2005 erhielten in den USA etwa 35 % derjenigen Patienten, die NSAR einnahmen, keinen zusätzlichen gastrointestinalen Schutz.
Wenn dieser Trend anhalten sollte, sei eine Zunahme NSAR-bedingter Komplikationen und Todesfälle zu erwarten, so die Autoren der Studie.

COX-2-Inhibitoren schließen „gastrointestinale Lücke“
Um diese „gastrointestinale Lücke“ zu schließen, können COX-2-Inhibitoren eingesetzt werden. Dies bestätigt eine Übersichtsarbeit, die Prof. Dr. Andrew Moore, University of Oxford, Großbritannien, vorstellte.
Die analysierten klinischen Studien bestätigten den gastrointestinalen Vorteil der Coxibe bei harten Parametern wie einer akuten Blutung und auch bei Surrogatparametern wie endoskopisch entdeckten Ulzera, Anämie und gastrointestinalen Nebenwirkungen.
Verglichen mit NSAR verursachte die Therapie mit COX-2-Inhibitoren weniger symptomatische Ulzera und Blutungen, endoskopisch entdeckte Ulzera und Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen. Moore schloss aus der Datenlage, dass beim Einsatz von NSAR zusätzliche gastroprotektive Medikamente auch bei bekannten Risikofaktoren wie ein höheres Alter selten eingesetzt werden. Laut Moore haben NSAR plus PPI auch deshalb einen nur begrenzten Nutzen, weil die Compliance der Patienten gering ist.
Die mangelnde Therapietreue konnte auch in einer anderen Studie bestätigt werden. Die Compliance mit NSAR und PPI nahm von 79 % auf 52 % ab, was von der Therapiedauer abhing.
Eine Compliance unter 80 % in den letzten sechs Monaten erhöhte die Wahrscheinlichkeit für eine gastrointestinale Komplikation auf 67 %.

CONDOR bewertet Unterschiede zwischen Celecoxib und NSAR
Pfizer unterstützt auch weiterhin Forschungsarbeiten zum gastrointestinalen Profil von Celecoxib im Vergleich zu traditionellen NSAR. Gegenwärtig beginnt die CONDORStudie (Celecoxib versus Omeprazol and Diclofenac for at-risk Osteoarthritis and Rheumatoid arthritis patients).
Ihr Ziel ist die Analyse der Unterschiede zwischen Celecoxib und den Omeprazol-Kombinationstherapien bezüglich der Inzidenz oberer und unterer gastrointestinaler Komplikationen.

Erste Studie zu kardiovaskulären Endpunkten beginnt
In zahlreichen epidemiologischen Studien hat sich unter der Therapie mit Celecoxib kein erhöhtes Risiko für thrombotische kardiovaskuläre Ereignisse gezeigt.
Diese Daten sollten jedoch mit Vorsicht interpretiert werden, zumal die pharmakologischen Klasseneigenschaften aller NSAR ein solches Risiko nahelegen.
Deshalb unterstützt Pfizer eine neue Untersuchung, die PRECISION-Studie (Prospective Randomized Evaluation of Celecoxib Integrated Safety vs. Ibuprofen or Naproxen). Es ist die erste prospektive randomisierte Celecoxib-Studie mit primären kardiovaskulären Endpunkten.
Etwa 20.000 Patienten mit Osteoarthritis oder RA und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko werden darin einbezogen. Das aufwändige internationale Projekt soll in diesem Jahr beginnen und bis 2010 laufen.
Bis PRECISION und ähnliche Studien abgeschlossen sind, sollte bei der Verordnung von COX-2-Inhibitoren eine sorgfältige individuelle Abwägung des kardiovaskulären Risikos und des gastrointestinalen Nutzens vorgenommen werden, sagte Prof. Dr. Frank Ruschitzka, Universität Zürich, auf dem von Pfizer unterstützten Symposium „Following the Evidence in Inflammatory Syndromes“ in Amsterdam.

Literatur beim Autor.

Dr. Ralph Hausmann, Frankfurt/Main

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