Optimales Gebärmutterhalskrebs-Screening mit nur einem Abstrich

Nach G-BA Beschluss: gewappnet für die Neuausrichtung

Im September 2016 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, das Gebärmutterhalskrebs-Screening neu auszurichten. Ab dem 35. Lebensjahr soll Frauen alle drei Jahre eine Co-Testung – bestehend aus zytologischer Untersuchung und HPV-Testung – angeboten werden. Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren sollen weiterhin eine jährliche zytologische Untersuchung erhalten. Zudem beinhaltet der G-BA-Beschluss unter anderem auch die Einführung eines organisierten Einladungssystems für die Teilnahme an der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge.1

Diese und andere aktuelle Entwicklungen und Veränderungen innerhalb der Zytologie wurden im Rahmen der Interimstagung der Arbeitsgemeinschaft zytologisch tätiger Ärzte in Deutschland (AZÄD) am 6. Mai 2017 in Köln reflektiert. Die Veranstaltung widmete sich Schwerpunktthemen wie der Zervixkarzinom-Entstehung, deren Prävention, der HPV-Impfung sowie dem Wechsel von konventioneller Zytologie zur Dünnschichtzytologie mit HPV-Testung. Dr. Marc Fischer vom Laboratoire National de Santé (Luxemburg) sprach in seinem Erfahrungsbericht über den erfolgreichen Wechsel des Labors vom konventionellen Pap-Abstrich zur Dünnschichtzytologie (ThinPrep Pap Test) mit HPV-Testung (Aptima HPV Assay) sowie die damit verbundenen Vorteile.2

Obwohl der konventionelle Pap-Abstrich in den letzten 40 Jahren relativ erfolgreich war, kann seine diagnostische Aussagekraft durch schlechte Zellerhaltung, Überlagerungen und Verunreinigungen einschränkt sein.3,4 Der Wechsel zu einem neuen Screening-System bietet die Chance, mit Hilfe einer innovativen Technologie dieses System zu reevaluieren und dabei sowohl den Untersuchungsablauf, als auch die Laborprozesse zu standardisieren. Fischers Beobachtungen demonstrieren die Vorteile des ThinPrep Pap Tests in Kombination mit computerassistiertem Screening: Die Detektionsrate für hochgradige plattenepitheliale Läsionen war nach der Umstellung auf den ThinPrep Pap Test im Vergleich zur konventionellen Zytologie mehr als zweifach erhöht. Auch für atypische Plattenepithelzellen unklarer Bedeutung und niedriggradige plattenepitheliale Läsionen ließen sich höhere Detektionsraten feststellen.5 Fischers Erfahrungen in Luxemburg sind vergleichbar mit den Ergebnissen der deutschen Rhein-Saar-Studie, die an 20.627 Frauen eine statistisch signifikant höhere Sensitivität des ThinPrep Pap Tests im Vergleich zur konventionellen Zytologie gezeigt hat.6

Laut dem CDC (Centre for Disease Control & Prevention) infizieren sich bis zu 80 Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mit HPV.7 Ein optimales Screeningsystem muss Infektionen, die potenziell kanzerogen sind, zuverlässig identifizieren.

Die HPV-Testung mittels Aptima HPV Assay weist Vorteile gegenüber DNA-basierten HPV-Tests auf, da damit sowohl das Vorhandensein als auch die Aktivität einer Hoch-Risiko Infektion identifiziert wird.8,9 Während sich eine Infektion entwickelt, kann die HPV DNA-Viruslast sinken und in mehr als 10 Prozent der schwerwiegenden Krankheitsfälle kann dies bei manchen HPV DNA-Tests zu falsch-negativen Ergebnissen führen.10 Die HPV-Testung mit Aptima HPV Assay hingegen weist die mRNA der für die Progression der Erkrankung verantwortlichen Gene E6 und E7 nach. Studien zeigen, dass die E6/E7 mRNA eine vorhandene und aktive Hoch-Risiko Infektion zuverlässig identifizieren kann.8,9

Der Aptima mRNA HPV-Test zeigt gegenüber herkömmlichen DNA-basierten HPV-Tests eine vergleichbare Sensitivität11-22 und eine erhöhte Spezifität. Der HPV-Nachweis mittels des mRNA Tests liefert genauere Ergebnisse und weniger Fehldiagnosen, wodurch das Risiko einer möglichen Überbehandlung minimiert wird. Zudem bietet die Co-Testung sowohl für Patientinnen als auch für Ärzte eine hohe Flexibilität, da nur ein Abstrich nötig ist, um verschiedene Tests durchzuführen.

Marc Fischer fasst die Vorteile der Dünnschichtzytologie mit mRNA HPV-Testung so zusammen: “Die optimale Screeningstrategie für alle Frauen vereint ein hohes Maß an Flexibilität und Komfort mit einer verbesserten Detektion. Mit nur einem Abstrich lassen sich nicht nur Zellen für die morphologische Beurteilung gewinnen, sondern auch weiterführende Tests auf z.B. HPV, sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien und andere molekulare Marker durchführen.“

Fischer weiter: „Die Umstellung auf ThinPrep und Aptima HPV bringt nicht nur Ärzten und Patientinnen viele Vorteile, auch das Labor profitiert: Arbeitsabläufe werden standardisiert und Qualität, Produktivität sowie Wirtschaftlichkeit gesteigert.“

Veranstaltung:

AZÄD AKTUELL! Interimstagung 06. Mai 2017, KOMED im MediaPark Köln,
Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft zytologisch tätiger Ärzte in Deutschland e.V. Bundesverband der Zytologen
Vortragstitel: Wechsel von konventioneller Zytologie zur Dünnschichtzytologie mit HPV-Testung: Ein Erfahrungsbericht aus Luxemburg

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss 16. September 2016, Internet: https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/641/ Abruf: 23.04.2017
  2. AZÄD AKTUELL! Interimstagung 06. Mai 2017, KOMED im MediaPark Köln, Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft zytologisch tätiger Ärzte in Deutschland e.V. Bundesverband der Zytologen, Vortrag: „Wechsel von konventioneller Zytologie zur Dünnschichtzytologie mit HPV-Testung: Ein Erfahrungsbericht aus Luxemburg“ Marc Fischer, Laboratoire National de Santé, Luxemburg.
  3. Hutchinson M, et al. Homogeneous Sampling Accounts for the Increased Diagnostic Accuracy Using the ThinPrep Processor. Am J Clin Pathol. 1994;101(2):215-9. doi:10.1093/ajcp/101.2.215.
  4. Klinkhamer, et al. Liquid-based Cervical Cytology. Cancer Cytopathol. 2003;99(5):263-71. doi:10.1002/cncr.11673.
  5. Fischer M., Hebette G.: Switching from Conventional to Liquid-Based Cytology with HPV Triage: The Luxembourg Experience, AZÄD AKTUELL! Interimstagung 06. Mai 2017, Köln.
  6. Klug S et al. A randomizid trail comparing conventional cytology to liquid-based cytology and computer assistance. Intl. Journal of Cancer 2013. 132, 2849-2857.
  7. Centers for Disease Control & Prevention, Rockville MD: CDC National Prevention Information Network; 2009.
  8. Tinelli A, et al. Curr Pharm Biotechnol. 2009 Dec;10(8):767-71.
  9. Cuschieri K, et al. J Med Virol. 2004 May;73(1):65-70.
  10. Wright TC, et al. Am J Obstet Gynecol. 2012 Jan;206(1):46.e1-46.e11.
  11. Dockter J, et al. J Clin Virol. 2009;45(S1): S55-S61.
  12. Szarewski A, et al. Cancer Epidimiol Biomarkers Prev. 2008; 17(11): 3033-42.
  13. Szarewski A, et al. J Clin Micro. 2012; 50(6): 1867-73.
  14. Ruschenbach M, et al. Gynecol Oncol. 2010; 119(1): 98-105.
  15. Clad A, et al. J Clin Micro. 2011; 49(3): 1071-76.
  16. Ratnam S, et al. J Clin Micro. 2011; (49(2): 557-64.
  17. Aptima HPV Assay package insert #503744DE Rev A 2012.
  18. Wu R, et al. Intl J Gyn Cancer. 2010; 20(8): 1411-14.
  19. Monsonego J, et al. Intl J Cancer. 2011; 129: 691-701.
  20. Cuzick J, et al. Br J Cancer. 2013 March 5; 108(4): 908–913.
  21. Iftner T, et al. Comparison of Aptima and HC2 in a routine screening trial in Germany with follow up [abstract]. International Papillomavirus Conference; 2012 Nov 30-Dec 6; San Juan, Puerto Rico.
  22. Ovestad I, et al. Gynecol Oncol. 2011; 123(2): 278-283.
     

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