Schmerztherapie wichtiger Bestandteil der onkologischen Therapie

Starke Wirksamkeit und sehr gute Verträglichkeit mit retardiertem Oxycodon/Naloxon

Eine individuelle und adäquate Behandlung von Tumorschmerzen sei grundlegend für die Lebensqualität der Patienten. Dieses Fazit zieht Dr. Heinrich E. Fiechtner, Hämato-Onkologische Schwerpunktpraxis Stuttgart, im Rahmen des 19. Münchener Fachpresse-Workshops „Supportive Onkologie und Immunthrombozytopenie".

In Deutschland erkranken jedes Jahr 490.000 Menschen an Krebs. Über 40% von ihnen leidet bereits zum Diagnosezeitpunkt der Erkrankung an Schmerzen, in späteren Stadien sind es etwa acht von zehn. „Daher gehört eine angemessene Schmerztherapie, deren Ziel im Idealfall Schmerzfreiheit bei möglichst geringen Nebenwirkungen ist, zum Handwerkszeug eines Onkologen unabdingbar dazu", betont Fiechtner.

Am Beispiel der Kasuistik einer 69-jährigen Patientin zeigt er, wie eine stark wirksame und zugleich verträgliche Analgesie die Lebensqualität deutlich steigern kann. Aufgrund eines Multiplen Myelomes mit zahlreichen Wirbeleinbrüchen litt die Patientin unter Schmerzen der Stärke 8 bis 9 auf einer Numerischen Rating Skala (NRS). Eine Schmerzbestrahlung half nur kurzfristig. Daher stellte Fiechtner die Patientin auf 50 µg/h Fentanylpflaster ein. Dies führte zu einer reduzierten Schmerzstärke von NRS 2 bis 3, aber trotz der Gabe von Laxanzien auch zu einer eingeschränkten Darmfunktion. Die Lebensqualität der Patientin war dadurch stark beeinträchtigt. Fiechtner stellte die Patientin auf zweimal täglich 20 mg/10 mg der Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin) um. Die Patientin vertrug das Kombinationspräparat sehr gut. Zudem gingen die Schmerzen auf NRS 1 bis 3 zurück. „Folglich verbesserte sich auch die Lebensqualität der Patientin deutlich", kommentierte Fiechtner das Behandlungsergebnis.

Im Rahmen der medikamentösen Therapie von Tumorschmerzen stellen retardierte Analgetika die Basismedikation dar, so Fiechtner. Dabei müsse nicht nur auf die Wirksamkeit geachtet, sondern auch eine konsequente Prophylaxe und Therapie der Nebenwirkungen betrieben werden. Für Schmerzspitzen sollte zusätzlich eine wirkstoffgleiche Rescue-Medikation zur Verfügung stehen. So könnten auch starke Tumorschmerzen wirksam und verträglich gelindert werden.

Schmerzen sind der häufigste Grund, zum Arzt zu gehen, bevor die Diagnose Krebs gestellt wird.

Nach einer europäischen Studie mit 4.947 Krebspatienten lag „Schmerz" mit 31% vor den Symptomen „Knoten" (27%) und „Fatigue" (11%). Zum Zeitpunkt der Befragung litten über 50% der Patienten an Schmerzen. Dabei hing die Prävalenz von Tumorschmerzen u.a. von der Tumorart ab. Zum Beispiel berichtete etwa jeder zweite Patient mit Prostatakarzinom von Schmerzen, bei einem Pankreaskarzinom waren es dagegen über 90%. „Daher gehört eine angemessene Schmerztherapie, deren Ziel im Idealfall Schmerzfreiheit bei möglichst geringen Nebenwirkungen ist, zum Handwerkszeug eines Onkologen unabdingbar dazu", betont Fiechtner im Rahmen des 19. Münchener Fachpresse-Workshops „Supportive Onkologie und Immunthrombozytopenie". Eine individuelle und adäquate Behandlung von Tumorschmerzen sei grundlegend für die Lebensqualität der Patienten.

Kasuistik zeigt: Wahl des Opioids für Verträglichkeit entscheidend
Am Beispiel der Kasuistik einer 69-jährigen Patientin zeigt der Hämatologe, Onkologe und Palliativmediziner von der Hämato-Onkologischen Schwerpunktpraxis Stuttgart, wie eine stark wirksame und zugleich gut verträgliche Analgesie die Lebensqualität deutlich steigern kann. Aufgrund eines Multiplen Myelomes wurde die Patientin mit einer Hochdosischemotherapie behandelt. Trotz der Gabe von Bisphosphonaten kam es zu zahlreichen Wirbeleinbrüchen. Diese führten zu Schmerzen der Stärke 8 bis 9 auf einer Numerischen Rating Skala (NRS). Eine Schmerzbestrahlung brachte nur kurzfristig eine Linderung. Im Anschluss traten die Schmerzen in fast gleicher Stärke wieder auf. Daher stellte Fiechtner die Patientin auf Fentanylpflaster 50 µg pro Stunde alle drei Tage ein. Daraufhin sank die Schmerzintensität auf NRS 2 bis 3. Doch es kam zu einer stark eingeschränkten Darmfunktion, die auch mit Laxanzien nicht deutlich nachließ. Dies beeinträchtigte die Lebensqualität der Patientin stark. Fiechtner stellte die Patientin auf zweimal täglich 20 mg/10 mg der Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin) um. Diese erhält die normale Darmfunktion und verursacht weniger Erbrechen, Übelkeit und Schwindel. Die Patientin vertrug das Kombinationspräparat sehr gut. Durch die starke Wirksamkeit gingen zudem die Schmerzen auf NRS 1 bis 3 zurück. „Als Folge verbesserte sich auch die Lebensqualität der Patientin deutlich", kommentierte Fiechtner das Behandlungsergebnis.

Multimodaler Therapieansatz zur Linderung von Tumorschmerzen
Bei der Behandlung von Tumorschmerzen profitieren Patienten vor allem von einer „Multimodalen Schmerztherapie". „Dabei umfasst die Behandlung neben einer intensiven persönlichen Betreuung den strukturierten Einsatz von Medikamenten aus der Gruppe der Nicht-Opioide, der Opioide sowie andere Substanzen bis hin zu den klassischen Chemotherapien und Immuntherapien", erläutert Fiechtner. Nicht-Medikamentöse Maßnahmen wie eine Physiotherapie, Psychotherapie und invasive schmerztherapeutische Techniken ergänzen die Therapie.

Im Rahmen der medikamentösen Therapie von Tumorschmerzen stellen retardierte Analgetika die Basismedikation dar, so Fiechtner. Dabei müsse nicht nur auf die Wirksamkeit geachtet, sondern auch eine konsequente Prophylaxe und Therapie der Nebenwirkungen betrieben werden: „Hierfür haben sich Kombinationspräparate bewährt." Für Schmerzspitzen sollte zusätzlich eine wirkstoffgleiche Rescue-Medikation zur Verfügung stehen. Bei unzureichender Wirkung solle die Dosierung der Basismedikation angepasst werden. Somit könnten auch starke Tumorschmerzen wirksam und verträglich gelindert werden.

 

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