Was können wir von Dänemark lernen? Zum AKG Herbsttreffen 2019 in Aarhus

  • Der AKG zu Gast in der Akut-Ambulanz des neuen Aarhus University Hospital (AUH)Der AKG zu Gast in der Akut-Ambulanz des neuen Aarhus University Hospital (AUH)
  • Der AKG zu Gast in der Akut-Ambulanz des neuen Aarhus University Hospital (AUH)
  • Das weitläufige Gelände wird durch übersichtlich gestaltete Verbindungswege wie diesen erschlossen.

Hiesige Debatten zur Finanzierung des ­Gesundheitssystems lassen uns einen Blick auf die Nachbarn werfen. Diesmal in den Norden, nach Dänemark. Hier ist der Umbruch in der ­Gesundheitsversorgung bereits teilweise vollzogen. Tobias Buschbeck, Susanne Glade und Mario Munz vom AUH-AKG-Dialog-Team berichten über das AKG-Herbsttreffen 2019 in Aarhus.  

In Dänemark wird im Rahmen der Zentralisierung, Spezialisierung und Digitalisierung die Anzahl der Krankenhäuser landesweit auf etwa ein Drittel konzentriert. Davon werden fünf Häuser als „Super-Hospitals“ ausgebaut, je eines pro Region. Diese stellen besondere Zentren der medizinischen und pflegerischen Versorgung dar. Das Aarhus University Hospital (AUH) ist das erste, nun fast voll in Betrieb gegangene Super-Hospital. Es ist ein kombiniertes Universitäts-, Regional- und Grundversorgungskrankenhaus. Damit ist es beispielhaft für den größten Typ einer neuen Generation von Krankenhäusern die auf den politischen Vorgaben beruhen.

AUH-AKG-Dialog – ein Nutzerfeedback
Das Ziel der diesjährigen AKG-Fachexkursion mit ca. 100 Teilnehmern war daher das AUH, um dort von den Nutzern mehr über deren Erfahrungen aus den ersten zwei Jahren des Betriebs zu hören. In einer Vorbereitungsphase wurden durch das AKG-Dialog-Team, in Kooperation mit dem Fachgebiet Management im Gesundheitswesen der TU Berlin, die unterschiedlichen Voraussetzungen und Eigenheiten der Länder und Systeme analysiert und aufbereitet an die AKG-Mitglieder kommuniziert. So konnten die anschließenden Diskussionen mit den Architekten, Pflegern, Ärzten und der Klinikleitung zielgerichtet geführt werden.

Am ersten Tag stellten Julian Weyer und Klavs Hyttel, Partner im renommierten dänischen Büro CF Moeller Architects, die Planung des AUH vor. Ihr umfassender Designansatz basiert auf einer methodischen und ganzheitlichen Analyse des lokalen Kontextes. Hierbei werden Stadtplanung, Landschaft, Architektur und Design von Baukomponenten ebenso integral betrachtet wie Umweltaspekte, Ressourcenbewusstsein, Wirtschaftlichkeit, soziale Verantwortlichkeit und gutes Handwerk.

Am zweiten Tag gab Claus Thomsen, ärztlicher Direktor des AUH, mit seinem Team abwechselnd in Vorträgen und geführten Besichtigungen vor Ort einen detaillierten Einblick in das Universitätskrankenhaus.

Ein besonderer Fokus wurde dabei auf die Bereiche Notaufnahme,  Ambulanzen, Pflege und Logistik gerichtet.

Klinik als Hospitalstadt
Das neue Universitätskrankenhaus Aarhus, das größte Krankenhaus-Bauvorhaben Dänemarks, wurde mit dem vorhandenen Universitätskrankenhaus Skejby zu einem gemeinsamen Komplex vereint – eine Erweiterung von ca. 150.000 m2 auf fast 400.000 m2 BGF. Das neue Klinikum als „Hospitalstadt“ hat bezüglich der Anzahl der sich dort aufhaltenden Menschen etwa die Größe einer dänischen Kleinstadt. Das Layout lehnt sich dementsprechend an das Bild einer Stadt an, mit einer Hierarchie von Quartieren, Straßen, Plätzen und Höfen als Grundlage für ein vielfältiges und lebendiges, grünes Stadtgefüge, und als intuitive Orientierungshilfe für die Nutzer. Der zwei- bis dreigeschossige Bestandskomplex aus den 1980er Jahren (ebenfalls von C.F. Moeller Architects) und dessen Qualitäten in Form von informellen Strukturen, Tageslicht und Nähe zum Grün für alle war in hohem Maße die Grundlage für die Planung des neuen Universitätsklinikums.

Im Vordergrund des Konzeptes für das AUH steht die Erzielung einer hohen Qualität für die Patientinnen und Patienten und das Personal. Hierzu wurde auch wissens- und evidenzbasiertes Design als Grundlage für die Neuplanung eingesetzt. Das bedeutet, dass das Konzept der „heilenden Architektur“ überall Einfluss auf die Gestaltung des physischen Rahmens des Klinikums erhalten hat - angefangen von der Einrichtung von ausschließlich Einzelzimmern sowie der konsequenten Nutzung von Tageslicht in allen Räumen durch Vermeidung von Dreibünden bis hin zur Gestaltung von Landschaft und Garten.

Es waren zwei sehr spannende Tage mit anregenden Fachgesprächen, die neugierig gemacht haben auf den weiteren dänisch-deutschen Dialog

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AKG Bund Architekten für Krankenhaus und Gesundheitswesen im BDA e.V.
Köpenicker Str. 48 - 49
10179 Berlin
Germany
Telefon: +49 30 278799 14

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