Krankenhaushygiene – Das Problem liegt auf der Hand

Krankenhaushygiene – Das Problem liegt auf der Hand. 30.000 Menschen sterben nach Schätzungen des statistischen Bundesamtes (2003) Deutschlandweit jährlich an Infektionen, die sie sich im Verlauf eines stationären Krankenhausaufenthaltes zusätzlich zu ihrer eigentlichen Krankheit zuziehen.
Das Risiko daran zu sterben ist damit fünfmal höher als das, im Straßenverkehr umzukommen. 3,5 % der rund 16 Millionen stationär behandelten Patienten erleiden jährlich eine solche nosokomiale Infektion. Betroffene müssen nicht nur unnötig mehr leiden, sondern sie belasten das Gesundheitssystem mit zusätzlichen Kosten von 2 Mrd. €.

Diese aufrüttelnden Zahlen leiteten die interdisziplinär angelegte Diskussionsveranstaltung rund ums Thema Händehygiene am 27. März 2006 im Herzzentrum Bad Krozingen ein: Dabei bildeten die Fachvorträge „Krankenhaus- Hygiene“ gemeinsam mit den Fachgesprächen „Handhygiene“ eine gelungene Einheit.
Mediziner, Hygieniker, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Techniker, Klinikökologen und Soziologen nutzten diese fachübergreifende Plattform, um in die auch kontrovers geführten Diskussionen unterschiedlichste Gesichtspunkte einzubeziehen und so die Problematik in ihrer ganzen Tragweite zu erfassen.
Initiiert wurde die hochkarätig besetzte Veranstaltung von der Firma Metsä Tissue, die sich mit einem Komplettsystem für die Ausstattung von Sanitärräumen, einem nicht unwesentlichen Aspekt der Hygiene, verschrieben hat. Hinter den Produkten der Firma steht die Idee, mit funktionellen, technisch und hygienisch ausgereiften sowie anwenderfreundlichen Spendersystemen und mit besonders hautfreundlichem und saugfähigem Papier hygienisches Verhalten zu forcieren.
Nicht alle Krankenhausinfektionen – vor allem postoperative Wundinfektionen, beatmungsassoziierte Lungenentzündungen und Harnwegsinfekte durch Katheter – sind vermeidbar.
Die Schwere der heute behandelten Krankheitsbilder und der entsprechenden Eingriffe beinhaltet als unvermeidliche Begleiterscheinung das Risiko, sich mit Keimen aus der Krankenhausumgebung zu infizieren. Experten gehen davon aus, dass jedoch etwa ein Drittel der nosokomialen Infektionen unter Berücksichtigung gängiger Hygienestandards vermieden werden könnte.

Doch wo den Hebel ansetzen?
Hält man sich vor Augen, dass – wie eine versteckte Kamera auf einem Ärztekongress belegte – ein Drittel des medizinischen Personals sich nach dem Toilettenbesuch nicht die Hände mit Wasser und Seife wäscht und der weit überwiegende Anteil aller nosokomialen Infektionen auf Nachlässigkeiten in der Händehygiene zurückgeht, scheint eine verbesserte Händehygiene in der Tat ein viel versprechender Ansatz zu sein.
Einigkeit herrschte unter den Diskutanten darüber, dass die Rolle des medizinischen Personals als potenzielle Keimüberträger stärker ins Bewusstsein gerückt werden müsse. Daher solle die Hygiene schon bei der Ausbildung von Ärzten und Pflegekräften wieder mehr berücksichtigt werden.
Auch andere Klinikmitarbeiter, die im Patientenumfeld tätig sind, wie Techniker oder Reinigungskräfte, müssten mindestens in die Grundlagen der Hygiene eingewiesen werden; sie berühren schließlich Gegenstände, die auch Patienten anfassen.
Selbst Besucher, die mehreren Patienten gleichzeitig ihre Aufwartung machen, könnten Keime von einem zum anderen transportieren. Auch hier wäre ein Minimum an Hygienebewusstsein sinnvoll – vielleicht durch entsprechende Hinweisschilder auf den Toiletten?
Durchaus problematisch ist die Tatsache, dass sogar unter Hygienefachkräften keine Einigkeit über die einzuhaltenden Hygienestandards herrsche. Das führe zu einem Autoritäts- und Glaubwürdigkeitsverlust, der es schwierig macht, anderen Berufsgruppen die einzuhaltenden Hygienenormen nahe zu bringen.
Durch verantwortungsbewusstes Handeln des Krankenhauspersonals kann für wenig Geld ungleich mehr für die Hygiene getan werden als mit teuren technisch aufwändigen Maßnahmen. Gerade letzteren gelte derzeit jedoch das Hauptaugenmerk in der Krankenhaushygiene.
Hier den Fokus zu verschieben, um unter Abwägung von Kosten-Nutzen-Aspekten gezielt und nachweislich wieder effizientere Maßnahmen einzuleiten, sei das Gebot der Stunde – so das Fazit der aufrüttelnden Diskussionsrunde mit Dr. Ernst Tabori, Beratungszentrum für Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg, Dr. Ulrich Stößel, Medizinsoziologe an der Universität Freiburg, Reinfried Sure, Präsident der Fachvereinigung Krankenhaustechnik, Martin Scherrer, Institut für Hygiene und Umwelt der Universität Freiburg und Sebastian Paulus, Vizepräsident der Fachvereinigung Krankenhaustechnik und Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Nun sei es an der Zeit wieder verstärkt über verhaltenspräventive Maßnahmen nachzudenken.
Durch weitere Veranstaltungen will die Firma Mestä Tissue ihren Beitrag zur Hygiene im Krankenhaus leisten.

Kontakt:
Metsä Tissue GmbH, Selm-Bork
Tel.: 02592/66-0
Fax: 02592/66-169
katrin.de@metsatissue.com
www.katrin.com
www.metsatissue.com

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