Hochverdichtete Erfahrungen und Perspektiven – Vepro-Workshop in Antalya

  • Claus-Peter Dworschak, Leitender MTAR in der Bad Nauheimer Radiologischen Gemeinschaftspraxis Dr. Meents und Kollegen: „Es ist ein klares Plus für einen PACS-Anbieter, wenn er seinen Kunden durch Veränderungen hindurch langfristig flexibel begleitet.“Claus-Peter Dworschak, Leitender MTAR in der Bad Nauheimer Radiologischen Gemeinschaftspraxis Dr. Meents und Kollegen: „Es ist ein klares Plus für einen PACS-Anbieter, wenn er seinen Kunden durch Veränderungen hindurch langfristig flexibel begleitet.“
  • Claus-Peter Dworschak, Leitender MTAR in der Bad Nauheimer Radiologischen Gemeinschaftspraxis Dr. Meents und Kollegen: „Es ist ein klares Plus für einen PACS-Anbieter, wenn er seinen Kunden durch Veränderungen hindurch langfristig flexibel begleitet.“
  • links: Lutz Brandt, EDV-Leiter Region Süd an der Helios Klinik Müllheim: „Wer keine ausgeprägte Radiologie hat, kann auf RIS verzichten.“  rechts: Medbau-Prokurist Helmut Unützer: „Wer nicht auf Kosten achtet, ruiniert sein Unternehmen; wer nur auf Kosten

Hochverdichtete Erfahrungen und Perspektiven – Vepro-Workshop in Antalya. Bildakquise und -verteilung ohne Film und Papier – dieses Ziel setzen sich immer mehr Gesundheitseinrichtungen, die die Rationalisierungspotentiale digitaler Informationen erkannt haben.
Für Verantwortliche aus Krankenhäusern, Berater und Partner veranstaltete der PACS-Hersteller Vepro im Mai an der türkischen Mittelmeerküste einen Workshop, der dicht gepackte Informationen bot – z.B. zu technologischen Grundlagen, zu Schnittstellen und zur Amortisation von PACS.

Als Pionier, der seit 15 Jahren PACSLösungen anbietet und heute weltweit mehr als 3.800 Installationen vorweisen kann, präsentierte Geschäftsführer Harald Roth das Unternehmen mit Hauptsitz im hessischen Pfungstadt.
Den Marktanteil in Deutschland setzt der Manager bei rund 20% an, wobei erst rund 700 Einrichtungen mit einem PACS ausgestattet sind, die meisten davon in Form von Insellösungen.
Wie sieht der Bedarf aus? Neben den unausgestatteten ca. 1.500 Krankenhäusern werden bestehende Implementierungen auf Sicht zur Optimierung der Abläufe krankenhausweit angelegt werden – und dabei außer Radiologie, Kardiologie, OP auch zahlreiche weitere Disziplinen sowie Stand- und Bewegtbild, Text und Ton einbeziehen.
„Etwa ein Fünftel der PACS-Kunden“, so die Analysen des Anbieters, „sind zudem mit ihrer gegenwärtigen Lösung unzufrieden“ – der Markt ist in Bewegung.

Das sollten Kunden fordern
Ausnahmslos standard-basiert sollte sie sein, die Lösung der Wahl; durchgängige DICOM-Orientierung für alle Datentypen ist ein Muss-Kriterium für jeden Krankenhaus-Verantwortlichen, der bei seinen Investitionen Zukunftssicherheit und Unabhängigkeit beachtet.
Wenn, wie bei Vepro, dann auch noch analoge Modalitäten und Subsysteme mit geringem Aufwand DICOM-fähig gemacht (Voraussetzungen: analoger Videoausgang oder Druckfunktion unter Windows) und Schnittstellen geschaffen werden, so erzeugt das zusätzlich Zufriedenheit, erklärte Vepro- Lösungsberater Gerd Birnbaum.


Beim Speicherkonzept – online/nearline/ offline – sollte ein Augenmerk z.B. auf zukunftsfähigen Medien liegen, unterstrich Vertriebsleiter Wolfgang Kersten; Ausfallsicherheit durch Redundanz ist zwingend.
Künftige Skalierungen sollte man schon bei Vertragsabschluss im Auge behalten, betonte Clinic Plan-Geschäftsführer Willy Bieling, und auch ein möglicher Ausstieg sollte bereits bei der Anschaffung bedacht sein.
Der Vertrag, so weitere Anregungen in den Vorträgen, sollte Migration und Hardware-Tausch als feste Größen benennen und kalkulierbar machen.
Eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit legen sauberes Projektmanagement und ein rascher Rollout, für den die Systeme herstellerseitig komplett vorkonfiguriert und getestet werden, bevor man sie an den Zielort transportiert und aufbaut.

Einige Erfahrungsberichte
Claus-Peter Dworschak ist Leitender MTAR in der Bad Nauheimer Radiologischen Gemeinschaftspraxis Dr. Meents und Kollegen.
Schon 1989 entschloss sich die Praxis zur Digitalisierung; ein frühes Speicherfoliensystem wurde 1994 angeschafft.
Dworschak erinnert sich schmunzelnd: „Eineinhalb Jahre später wurde uns im Rahmen einer Prüfung der Ärztlichen Stelle ein Stilllegungsbescheid der Aufsichtsbehörde zugestellt – der erst nach umfangreichen Diskussionen wieder aufgehoben wurde.“
Noch heute findet ein „Ringen um klare Richtlinien für eine standardisierte Plattform des digitalen Arbeitens“ statt, klagt der Fachmann, dessen digitales Netz – neben sieben ärztlichen Home Offices – fünf Standorte umfasst, darunter die Kliniken Helios William Harvey und Kerckhoff sowie das Hochwald-Krankenhaus und Häuser in Schotten und Büdingen, mit einem Laser-/Funknetzwerk als Rückgrat innerhalb Bad Nauheims.
Die Praxis zählte zu den ersten Vepro-PACS-Kunden; „im Rückblick ist in dieser langen Beziehung für mich insbesondere wichtig, dass dieser Anbieter die zahlreichen technologischen Änderungen und Hinzufügungen über die Jahre flexibel unterstützt hat.“
Muss, wer ein PACS anschafft, auch immer in ein RIS investieren?
Lutz Brandt, EDV-Leiter Region Süd an der Helios Klinik Müllheim im Markgräfler Land, hat eine klare Antwort auf diese Frage. Sein Haus wurde 1998 privatisiert und wollte sich kein RIS leisten; deshalb machte man sich damals auf die Suche nach einer Lösung, die bezahlbar war und ohne RIS funktionierte.
Die Zielsetzung: eine film- und papierlose Bildgebung.
Ende 2004 setze sich der Helios-CIO mit Vertretern von Torex/iSoft und Vepro zusammen; im Januar 2005 stand das Pflichtenheft, das Auftragsanforderung und PACS-Steuerung über das KIS gewährleisten sollte.
Wichtige Bausteine waren das Vepro Information System mit DICOM Worklist- Funktion, Röntgenbuch und die Order Entry-Verbindung zum KIS.
„Vom 8. auf den 9. April zogen wir in den Neubau um; als zusätzliche Herausforderung mussten neue Modalitäten eingebunden werden.“
Die Umstellung wurde zur Punktlandung: „Das System läuft seither stabil, inklusive der HL7- Kommunikation!“
Brandts Fazit: „Wer keine ausgeprägte Radiologie hat, kann auf RIS verzichten.“ Das digitale System bietet jetzt der Klinik die erhofften Vorteile – Patientendaten sind jederzeit überall verfügbar, Kosten und Aufwand des konventionellen Ansatzes von Film und Papier werden weitgehend eingespart.
Projektleiter Helmut Unützer von der Planungs- und Objektbetreuungsgesellschaft Medbau in Greifswald greift mit dem Ziel überlebensnotwendiger Wirtschaftlichkeit zu Methoden, die bislang dem Gesundheitswesen fremd waren.
Die Querdenker-Riege des Medigreif-Unternehmensverbundes privatisierter Gesundheitseinrichtungen unter Leitung von Prof. Dr. Dietmar Enderlein und Dipl.-Jur. Klaus Schilling sieht keine andere Wahl: „Nach der Wende wurde das Ost-Geschäft von einer Goldgräber-Mentalität bestimmt. Heute können die Krankenhäuser häufig die damaligen überdimensionierten Geräteanschaffungen nicht mehr unterhalten.“
Unützers Ansatz ist radikal: „Die Devise muss lauten – Prozesse abschaffen, nicht optimieren.“ Nur so lassen sich die realen Potentiale der vorgehaltenen Personalkapazitäten heben.
Akzeptanz erlangt der Manager in den Häusern durch den für alle Mitarbeiter erkennbaren wirtschaftlichen Druck.
Die Maßnahmen des Reformers, die sämtlich 20–30% Einsparung gebracht haben, reichen vom aufwands- und kostensenkenden rauskontraktierten Patientenbüffet – mit Erhöhung der Patientenzufriedenheit – bis hin zur externen Generalunternehmerschaft der kompletten EDV inklusive Hardware-Tausch nach fünf Jahren.
Dabei bleibt Personal mit vorhandenem Know-how vor Ort erhalten.
Welche Rolle spielt PACS bei Medigreif? „Wir brauchen ein einziges zentrales Archiv für alle Typen von Dokumenten und Dateien, für medizinische wie administrative Daten.
Dazu haben wir uns für ein Vepro-PACS entschieden, da es uns u.a. Standards und eine universell nutzbare Bedieneroberfläche bietet.
Wir halten in dieser preiswerten, praktikablen Lösung künftig auch Daten aus Finanzbuchhaltung, Personal etc. vor, bis hin zu unseren Verträgen mit unseren Partnern“ – Unützer.
Die Nutzung des – standardorientierten, krankenhausweit verfügbaren, multimediafähigen – PACS mit seinem DICOM-Archiv auch zur EPA-Archivierung wurde zum herausragenden Diskussionsthema in der von M & K und dem KH-IT Journal moderierten Presserunde; es erscheint als konsequente und plausible Perspektive, die der PACS-Workshop in Antalya den Teilnehmern auf den Weg gab.

Warum film- und papierlos?
Der Zeit- und Kostenaufwand konventioneller Bildgebung und Bildverteilung ist im Vergleich zu digitalen Systemen immens – Filme müssen entwickelt werden, was Verzögerungen bringt, Umgang mit chemischen Substanzen erfordert und Kapazitäten für Archivierung und Besorgung bindet.
Bilder sind immer nur an einem Ort verfügbar, was Abläufe verlangsamt und Wartezeiten für den Patienten bedingt.
Die Digitalisierung und Anschaffung eines PACS amortisiert sich in 12–24 Monaten.
Warum Befundung am PACS?
Der Workflow – von der Studienbetrachtung bis hin zum Befunddiktat – findet nicht an der Modalität statt, die möglichst rasch für die Nachfolgeuntersuchung genutzt werden soll.
Ein reiches Angebot an Funktionalitäten im PACS – mit Spezialfunktionen wie DAS, LVA, MPR … – hat daher Sinn, so Vepro- Experte Lothar Kollak.

Michael Reiter

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