Labor & Diagnostik

Veranstaltung Fortschritte in der Laboratoriumsmedizin

26.07.2011 -

Veranstaltung Fortschritte in der Laboratoriumsmedizin. Start der Veranstaltungsreihe „Fortschritte in der Laboratoriumsmedizin“: Invitro-Diagnostik hat eine hohe, weiter zunehmende Bedeutung für die Medizin. Sie ist Grundlage von 60 % aller Diagnosen in der Medizin, so Prof. Dr. Manfred Dietel vom Institut für Pathologie der Charité in Berlin bei der Eröffnung. Hinzu komme ihr Stellenwert für die Ökonomie des Gesundheitswesens. Labormedizin ermöglicht in der Onkologie die Überwachung und den gezielten Einsatz von teuren Chemotherapien, so kann deren Einsatz auch vermindert werden. Onkologische Biomarker und diagnostische Pathologie sind dabei von entscheidender Relevanz.

Was sind onkologische Biomarker (Tumormarker, TM) und wann und unter welchen Bedingungen sind sie für die Therapie wichtig? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Petra Stieber vom Institut für Klinische Chemie Großhadern des Klinikums der Universität München. Tumormarker sind körpereigene Substanzen, die auf ein Krebsgeschehen hinweisen. Häufig treten sie aufgrund des veränderten Stoffwechsels der transformierten Zellen auf. Sie können entweder histologisch am Tumorgewebe (zelluläre Tumormarker) oder in einer Körperflüssigkeit (humorale Tumormarker) nachgewiesen werden. Letzterer Nachweis ist wesentlich einfacher, eine hohe Bedeutung hat dabei die Bestimmung im Serum.

TM-Tests

Die Bestimmung von Tumormarkern erfolgt überwiegend durch einfach handhabbare, gut standardisierte und reproduzierbare Tests. Sie werden von verschiedenen Firmen angeboten und können mit Analysekosten von 15–20 € je Bestimmung durchgeführt werden. Dabei ist nach Frau Dr. Petra Stieber darauf zu achten, dass wegen den vorhandenen Standardisierungsproblemen zwischen gleichen TMTests verschiedener Hersteller bei Verlaufsbestimmungen eines Patienten der gleiche Test vom selben Hersteller vorzuziehen ist. Andernfalls kann es zu Fehlinterpretationen kommen.

Bedeutung von TM-Bestimmungen

Bis auf PSA (das prostata-spezifischen Antigen) sind keine Tumormarker bekannt, die für das Screening in einer Normalpopulation geeignet sind. Eine Früherkennung durch die Untersuchung asymptomatischer Personen ist demnach (mit der Ausnahme Prostatakrebs, aber auch da gibt es Zweifel) nicht möglich. Das wichtigste Einsatzgebiet für die TM-Bestimmung ist die Verlaufskontrolle nach Operationen bzw. bei der Radio-, Chemo- oder Hormontherapie. Die Tumormarker zeigen dann eine hohe Korrelation eines fallenden Markerspiels mit dem Ansprechen der Therapie. Der Einsatz eines für den jeweiligen Organtumor geeigneten Tumormarkers (ggf. in Kombination mit einem weiteren Marker) kann so entscheidend zum Behandlungserfolg beitragen. Ein TM-Anstieg ist eine wesentliche, doch noch nicht allein entscheidende Indikation für eine Therapieänderung. TM-Bestimmungen tragen wesentlich dazu bei, das Nichtansprechen von Therapien festzustellen, dem Patienten u. a. belastende Operationen und Chemotherapien zu ersparen.

Molekularpathologie

Prof. Dr. Manfed Dietel machte in seinem Vortrag „Neue Anforderungen an die diagnostische Pathologie als Voraussetzungen für eine adäquate Therapie maligner Tumoren“ deutlich, wie wichtig gewebebasierte Tests für eine zielgerichtete Krebstherapie sind. Zunehmen wird dabei der Einsatz von IT. Durch Digital Virtuel Microscpy wird die Analyse automatisiert und so die Subjektivität der Interpretation vermieden. Künftig werden zudem Genanalysen und DNA-Arrays für die Entwicklung individualisierter Therapien eine immer wichtigere Bedeutung haben.

Weitere Themen

Die Veranstaltungsreihe „Fortschritte in der Laboratoriumsmedizin“ im Medizinhistorischen Museum der Charité Campus Mitte richtet sich an Labormediziner, Immunologen, Biochemiker und Fachärzte. Als Schwerpunktthemen der folgenden Veranstaltungen sind geplant: Hämatologie (28.5.), Endokrinologie (25.6.), Virologie (15.10.) und Sepsis (3.12.). Um Anmeldung unter der Fax-Nummer 030/84454152 wird gebeten.

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