Psoriasis-Therapie: Remicade zeigt Überlegenheit gegenüber Methotrexat

Bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vom Plaque-Typ ist der TNF-Blocker Infliximab (REMICADE) einer Monotherapie mit Methotrexat (MTX) hinsichtlich der Wirksamkeit überlegen.

Dies zeigen kürzlich publizierte Daten der randomisierten Phase-IIIB-Multizenterstudie RESTORE1 zum erstmals direkten Vergleich dieser beiden Therapien bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit. Es konnte auch gezeigt werden, dass Patienten, die auf MTX nicht ausreichend ansprachen und nach 16 Wochen auf REMICADE umgestellt wurden, in Woche 26 eine signifikante Verbesserung der Psoriasis erzielten. Dabei waren die Ergebnisse vergleichbar mit denen von Patienten, die von Anfang an mit Infliximab behandelt wurden.

In die RESTORE1-Studie gingen 868 erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vom Plaque-Typ ein, die weder mit MTX noch mit REMICADE vorbehandelt waren und seit mindestens sechs Monaten an einer Plaque-Psoriasis mit einem Befall von mindestens 10% der Körperoberfläche sowie einem Psoriasis Area and Severity Index (PASI) von ≥ 12 litten. Sie wurden im Ver¬hältnis 3:1 randomisiert und offen entweder mit Infliximab (5 mg/kg in Woche 0, 2, 6, 14 und 22; n = 653) oder MTX als Monotherapie (15 mg/Woche, bei Patienten, die eine Ver¬besserung des PASI von > 25% in Woche 6 nicht erreichen konnten, erhöht auf 20 mg/Woche; n = 215) behandelt.

In Woche 16 erreichten signifikant mehr Patienten in der REMICADE-Gruppe (78%) als in der MTX-Gruppe (42%) den primären Endpunkt: eine mindestens 75%ige Verbesserung des PASI (PASI 75) (p < 0,001). Ein signifikanter Unterschied zwischen den Therapiearmen hinsichtlich des PASI 75-Ansprechens wurde bereits nach zwei Wochen beobachtet und blieb bis zum Ende der 26-wöchigen Studiendauer erhalten. Nach 26 Wochen zeigten 77% der Patienten im Infliximab-Arm und 31% in der MTX-Gruppe ein PASI 75-Ansprechen (p < 0,001). Dabei war die mediane Dauer bis zum Erreichen des PASI 75 mit REMICADE signifikant kürzer (46 Tage) als mit der MTX-Monotherapie (127 Tage; p < 0,0001).

„Diese Ergebnisse unterstreichen, dass Patienten, die mit körperlichen Beschwerden und Unannehmlichkeiten der Psoriasis zu kämpfen haben, von der Infliximab-Therapie profitieren," so der leitende Studienarzt, Prof.

Kristian Reich (Dermatologikum Hamburg). „Die Studie liefert auch einige wichtige neue Erkenntnisse zu Dosierung und Langzeiteffekten von MTX - einem der am häufigsten eingesetzten konventionellen Systemtherapeutika in der Behandlung der Psoriasis."

Aus weiteren Studienergebnissen geht hervor, dass der Anteil der Patienten, die ein Ansprechen gemäß PASI 50 (mindestens 50% Verbesserung des PASI) und PASI 75 erreichten, bei allen Untersuchungsterminen in der Infliximab-Gruppe signifikant höher war als in der MTX-Gruppe (p < 0,001). Dementsprechend waren auch die PASI 90-Ansprechraten (mindestens 90% Verbesserung des PASI) zu allen Zeitpunkten mit Ausnahme von Woche 2 (p = 0,055) bei den REMICADE-Patienten signifikant höher (p < 0,05).

REMICADE auch bei MTX-Versagern signifikant besser wirksam

Bei Patienten, die bis Woche 16 nicht ausreichend ansprachen (d.h. nicht mindestens einen PASI 50 erreichten oder MTX nicht vertrugen), wurde die Behandlung gewechselt. Von 63 Patienten, die sich einer Umstellung von MTX auf REMICADE unterzogen, erreich¬ten 46 (73%) in Woche 26 ein PASI 75-Ansprechen - hingegen nur einer von neun Patienten (11%), die von REMICADE auf MTX umstiegen. In den Wochen 18 und 22 zeigten insgesamt 24% bzw. 60% der auf REMICADE umge¬stellten Patienten ein PASI 75-Ansprechen, während dies nur bei 0% bzw. 11% der Patienten zutraf, die zuerst REMICADE und dann MTX erhielten.

In dieser Gruppe konnte keiner der Patienten bei einem Termin nach Woche 16 einen PASI 90 erreichen. Hingegen wurde dieser von 48% der Patienten, die auf REMICADE umgestellt wurden, erzielt.

Wichtige sekundäre Endpunkte der Studie umfassten den Anteil der Patienten mit PASI 75 in Woche 26 sowie ein Physician's Global Assessment (PGA)-Wert von 0 oder 1 (klares bzw. nahezu klares Hautbild) in Woche 16 und 26. Unter den Patienten in der Infliximab-Gruppe wiesen in der 16. und 26. Woche 76% bzw. 73% PGA-Beurteilungen mit klarem oder nahezu klarem Hautbild auf, während dies auf 38% bzw. 28% der Patienten in der MTX-Gruppe zutraf (alle Vergleiche p < 0,001).

Der Anteil der Patienten, die nach Therapiewechsel einen PGA-Score mit klarem oder nahezu klarem Hautbild erreichten, war nach Umstellung von MTX auf REMICADE größer als bei Umstellung von REMICADE auf MTX in Woche 18 (30% vs. 0%), in Woche 22 (71% vs. 11%) und in Woche 26 (75% vs. 22%).

Signifikante Verbesserung der Lebensqualität mit REMICADE

Weitere Ergebnisse der RESTORE1-Studie zeigen, dass die Behandlung mit REMICADE im Vergleich zu MTX zu einer verbesserten gesundheitsbezogenen Lebensqualität führte, gemessen anhand des Dermatology Life Quality Index (DLQI), des Short Form Health Survey (SF-36) und des EuroQoL Health Questionnaire (EQ-5D). In den Wochen 10, 16 und 26 war die mittlere Änderung des DLQI-Gesamt¬wertes gegenüber dem Ausgangswert in der Infliximab-Gruppe signifikant größer als in der MTX-Gruppe (Woche 10: -11,4 vs. -7,90; p < 0,001; Woche 16: -11,6 vs. -8,95; p < 0,001; Woche 26: -11,3 vs. -9,14; p = 0,004) (je größer die Abnahme des DLQI, umso größer die Verbesserung der Lebensqualität).

Vergleichbare Verträglichkeit

Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse war in beiden Gruppen vergleichbar. Als häufigste unerwünschte Ereig¬nisse im Zusammenhang mit der Therapie in Woche 16 und 26 sind in der Infliximab-Gruppe Infusionsreaktionen (9% bzw. 11%), Nasopharyngitis (6% bzw. 9%) und Kopfschmerzen (5% bzw. 6%) und in der MTX-Gruppe Nasopharyngitis (5% bzw. 8%), Fatigue (jeweils 8%), Kopfschmerzen (7% bzw. 8%) und Übelkeit (7% bzw. 8%) zu nennen. Der Anteil der Patienten mit mindestens einem schwerwiegenden unerwünschten Ereignis betrug bis Woche 16 in der Infliximab-Gruppe 6% und in der MTX-Gruppe 2% und lag in Woche 26 bei 7% bzw. 3%. Schwerwiegende/lebensbedrohliche unerwünschte Ereignisse traten bis Woche 16 bei 5% bzw. 1% auf.

Quelle:

Barker J. et al. Brit J Dermatol 2011. DOI: 10.1111/j.1365-2133.2011.10615.

 

 

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