GFB gegen Praxis-Maut

Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) spricht sich gegen das Vorhaben aus, jeden Praxisbesuch mit einer zusätzlichen Gebühr zu verbinden und sieht in der Erhebung einer Gebühr für jeden einzelnen Arztbesuch einen untauglichen Versuch der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zur Senkung der ‚überdurchschnittlich hohen Zahl‘ an Arzt-Patienten-Kontakten in Deutschland.

„Wir fürchten hier eine Gefährdung der Compliance der zu versorgenden Patienten und eine Verschleppung von Krankheitsfolgekosten", verdeutlicht Dr. med. Siegfried Götte die Position der GFB. Durch klar definierte und kompetenzbezogene Behandlungsabläufe würde einem "Doctor hopping" entgegengewirkt - interdisziplinäre Konsultationen sollten indikationsbezogen erfolgen, meint der Präsident der GFB.

Die GFB fordert erneut eine Verbesserung der kurativen Versorgung, um damit die Folgekosten in Rente und Pflege zu reduzieren. Um missbräuchliche Inanspruchnahmen der kurativen Versorgung zu vermeiden, könnten nach Ansicht der GFB durchaus klare Regelungen erfolgen. „Vor Einführung der Chipkarte erfolgte dies beispielsweise durch die Ausgabe von Krankenscheinen", erinnert Dr. Götte.

Die KBV hält eine Ausweitung der Kassengebühr für sinnvoll und unterstützt den Vorschlag aus der CSU, die Gebühr bei jedem Arztbesuch zu erheben mit dem Hinweis darauf, dass in Deutschland die Zahl der Arzt-Patienten-Kontakte mit 18 pro Jahr weit über dem europäischem Durchschnitt liege. Bereits die Praxisgebühr sollte die Zahl der Arztbesuche verringern. Doch dieses Konzept ist gescheitert. „Der immer wieder angeführten Zahl der Arzt-Patientenkontakte steht die GFB sehr kritisch gegenüber, da eine fachgruppenbezogene Analyse fehlt, die DMP-Programme verpflichtende Arzt-Patientenkontakte vorgeben und der Vergleich der Arztpatientenkontakte aufgrund der differierenden Versorgungsstrukturen grundsätzlich hinkt", so der Präsident der GFB.

 

 

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