PACS – strategisch relevant für Rationalisierung: Erfahrungsbericht zum Projekt an der Ulmer Universitätsklinik

PACS – strategisch relevant für Rationalisierung: Erfahrungsbericht zum Projekt an der Ulmer Universitätsklinik. „Das PACS-Projekt ist für das Universitätsklinikum Ulm eine strategisch wichtige Rationalisierungsmaßnahme“: Mit dieser Aussage unterstrich der Leitende Ärztliche Direktor Prof. Dr. Reinhard Marre die wichtigste der Zielsetzungen für die Einführung digitaler Bildverteilung und -archivierung an der Einrichtung in der Donaustadt, wo jährlich 40.000 Patienten stationär und 185.000 ambulant behandelt werden.
Anfang Juli vermittelten die Entscheider ihren Erfahrungsbericht zur Ablösung der analogen, filmbasierten Ära und der gesamten dahinter stehenden Infrastruktur durch eine moderne digitale Lösung.
Sie ist seit Ende 2005 in Betrieb.

Konsequent digital
Die konsequente Ablösung des Films als Befundungs-, Kommunikations- und Archivmedium sowie der dazugehörenden Infrastruktur und Logistik in der Bildgebung – ein DFG-begutachtetes und nach dem HBFG gemeinschaftsfinanziertes Projekt im Wert von rund 4,5 Mio. € – „soll sich innerhalb von sechs Jahren durch Einsparungen amortisieren“, so Prof. Marre erläuternd.
Die Ist-Prozesskosten wurden hierfür zum Vergleich mit dem Modellierungstool ARIS eruiert; die jährliche Kostenreduktion beläuft sich demnach auf 852.750 €.
Die rasche Verfügbarkeit von Bildern und Befunden unterstützt die zu realisierenden Einsparungen im Rahmen der DRG-Einführung – und ermöglicht im Endeffekt eine produktive, effiziente, wirtschaftlich orientierte Leistungserbringung mit der Perspektive einer verkürzten Verweildauer. In ihren Arbeitsabläufen profitieren Ärzte, Medizinisch Technischer Dienst, Pflege- und Archivkräfte sowie Dozenten und Studenten.
Auch im Hinblick auf Qualität erwarten sich die Ulmer viele Vorteile durch das PACS Impax von Agfa, umgesetzt mit den Beratern Greis: Die Befundung wird durch optimierte Verfügbarkeit von Voruntersuchen verbessert; die Bildgebungsdaten bilden eine notwendige Ergänzung der elektronischen Krankenakte i.

s.h.med; Teleradiologie wird ermöglicht; die Zeit suboptimaler Auffindungsrate ist vorüber, und die Wartezeit wird für Patienten verkürzt … dies alles nach einer Umstellungsphase.

Ein Klinikums-, kein Radiologie-Projekt
Die Ganzheitlichkeit des digitalen Bildmanagements betonte Prof. Dr. Andrik Aschoff, Leitender Oberarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie: Alle bilderzeugenden und -empfangenden Kliniken, alle Standorte – großflächig verteilt u.a. zwischen Oberer Eselsberg, Michelsberg und Safranberg – sind über einen 1 Gbit-Backbone angeschlossen und ausnahmslos bis zu einem Stichtag völlig umgestellt.
Insbesondere die verteilten Standorte stellten für den Anbieter Agfa eine maßgebliche technische Herausforderung dar, so Paul Veithen, General Manager HealthCare Europe bei Agfa.
Ein – unwirtschaftlicher – Parallelbetrieb wurde ausgeschlossen. Die Systemintegration umfasst Schnittstellen zum KIS (mit „Patient Organizer“), DICOM-Worklist- Funkton via RIS, DICOM-konforme Modalitäten und DICOM-basierte Befundung/Betrachtung/Demo sowie Web-basierte Nutzung (Notfall/ temporär) auf den Stationen. – Eine teleradiologische Anbindung weiterer Kliniken – etwa Günzburg und Heidenheim – ist im Gange; einer Verbindung mit Niedergelassenen stehen mitunter noch Datenschutz- und -sicherheitsfragen im Wege, was aber durch VPNs gelöst werden kann.

„Ein äußerst gelungenes Projekt“
Die Systeme in Ulm, so das Fazit im Juli, sind integriert, und Meldungen wie „die Röntgentüte ist am falschen Berg“ gehören der Vergangenheit an. „Die Ulmer PACS-Lösung ist die umfangreichste ihrer Art in Deutschland“, berichtet der Leitende Ärztliche Direktor hoch zufrieden.
„Wir haben mit dem Anbieter die Implementierung, wenn auch mit Herausforderungen, erfolgreich und mit Akzeptanz erreicht – und ebenso die gesteckten Ziele: Für uns ist Schluss mit dem ,Tütenhandel‘, wir arbeiten effizient digital.“

Michael Reiter

„Die PACS-Lösung ist ein wertvoller Baustein zur Verbesserung des Workflows, auch in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Qualität“ – Jörn Rebien. Resultierende Stelleneinsparungen – insbesondere im Archiv –, so der Leiter Bereich Beschaffung, Logistik und Medizintechnik, werden durch Fluktuation und Umbesetzung realisiert.

Digitale Bilder – brauchen Mediziner diese Innovation?“ Prof. Dr. Doris Henne-Bruns, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, hat eine klare Antwort: „Ich nenne das Beispiel des Wiederaufkeimens von Tumoren. Hier ist es unglaublich hilfreich, wenn interdisziplinär die Kommunikation zwischen Ärzten vereinfacht und beschleunigt wird.
So lässt sich die posttherapeutische Überwachung etwa beim Darmkrebs durch digitales Bildmanagement deutlich optimieren.“
Medizinische Innovation
, so die Ärztliche Direktorin, hilft dabei nichts ohne die Unterstützung durch moderne Kommunikationsmittel.

Jetzt registrieren!

Die neusten Informationen direkt per Newsletter.

To prevent automated spam submissions leave this field empty.